Waldbrand, Brocken

Waldbrand am Brocken im Harz breitet sich aus

07.09.2024 - 12:11:35

Im Harz bricht ein Brand in der NĂ€he des bekannten Brockens aus. Dichter Rauch steigt auf. Entwarnung ist nicht in Sicht - im Gegenteil.

Der Brand am Brocken im Harz breitet sich weiter aus. Das Feuer am höchsten Berg Norddeutschlands ist trotz Löscharbeiten am Boden und von der Luft aus noch nicht unter Kontrolle. Es brenne auf einer LĂ€nge von 1000 Metern, sagte ein Landkreis-Sprecher am Vormittag. Den Angaben zufolge sind ein Hubschrauber, ein Flugzeug sowie rund 150 EinsatzkrĂ€fte am Boden im Einsatz. FĂŒr den Mittag soll weitere VerstĂ€rkung anrĂŒcken. Am Freitag wurden Hunderte Menschen von dem Gipfel in Sicherheit gebracht.

Ein Ende der Löscharbeiten zeichnet sich nicht ab. Es wird damit gerechnet, dass sie noch Tage andauern. Noch ist das Feuer weithin zu sehen. Dichter Rauch steigt auf. Wassermassen werden im Kampf gegen die Flammen und Glutnester von der Luft abgelassen. Weshalb es zu dem Brand kam, ist noch unklar. Erst fĂŒr die Nacht zum Montag rechnen Meteorologen mit NiederschlĂ€gen in der Region.

Das Feuer war am Freitag gleich an mehreren Stellen ausgebrochen. Die Brandstellen hatten sich spĂ€ter zu einer grĂ¶ĂŸeren Feuerfront vereinigt. Vor zwei Jahren hatte der Landkreis Harz den Katastrophenfall wegen eines Brandes am Brocken ausgerufen. Wie damals ist wieder der Königsberg betroffen - eine Nebenkuppe des Brockens. Derzeit ist die Waldbrandgefahr in weiten Teilen Sachsen-Anhalts sehr hoch. 

Einsatzleiter Jerry Grunau sagte dem MDR: «Im Vergleich zu vor zwei Jahren ist die Lage auf jeden Fall schwieriger und schlimmer anzuerkennen.» Nach Angaben des Landkreises werden gegen Mittag drei weitere Flugzeuge sowie ein weiterer Hubschrauber erwartet. Bei der Bundeswehr, Bundespolizei und in ThĂŒringen seien weitere Hubschrauber angefordert worden. In Elend wurde ein Hubschrauber-Flugplatz eingerichtet. 

Am Boden werden den Angaben zufolge weitere Schutzstreifen geschlagen und Wege geschaffen. Über diese solle der Wassertransport erfolgen. In der Nacht mussten sich einige FeuerwehrkrĂ€fte zurĂŒckziehen, weil einzelne Schutzstreifen vom Feuer ĂŒbersprungen wurden. Die Flammen hatten sich auch in den Nachtstunden ausgebreitet.

500 Menschen in Sicherheit gebracht

Das gesamte Gebiet im Nationalpark ist nach Angaben vom Freitag gesperrt, alle Veranstaltungen rund um den Brocken sind abgesagt worden. Der Kreis rief die Menschen auf, Straßen und Zufahrtswege rund um Schierke und den Brocken freizuhalten und die EinsatzkrĂ€fte nicht zu behindern. 

Die Harzer Schmalspurbahnen teilten mit, dass wegen des Waldbrandes die Strecke zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken gesperrt ist. Am Brocken bildeten die Stadt Wernigerode und der Landkreis einen gemeinsamen Einsatzstab.

Am Freitagnachmittag wurden rund 500 Menschen mit Bussen vom Brocken in Sicherheit gebracht. Es handele sich um Wanderer und Sportler, sagte ein Sprecher des Landkreises. Der Weg zum Brocken gilt als einer der meistfrequentierten Wanderwege im Nationalpark Harz. GrundsÀtzlich ist das GelÀnde sehr schwer zugÀnglich.

Weitere BrÀnde in Sachsen-Anhalt

Es ist nicht der einzige Brand, der in Sachsen-Anhalt wĂŒtet: Der Waldbrand in Oranienbaum hat nach Angaben des Landkreises eine FlĂ€che von 51 Hektar erreicht. In der Nacht hĂ€tten die EinsatzkrĂ€fte eine Ausbreitung verhindert. Im Unterholz seien jedoch immer noch Glutnester. Der Brand war am Freitag in der NĂ€he der Bundesstraße 107, eines Wohngebiets und unweit einer munitionsbelasteten FlĂ€che, ausgebrochen. Das Schloss Oranienbaum liegt nicht weit entfernt davon.

Insgesamt sind laut einem Sprecher des Landkreises zwei Hubschrauber und 260 Feuerwehrleute im Einsatz. Im Laufe des Tages wollen sich die Innenministerin, der Landrat und der BĂŒrgermeister ein Bild vor Ort machen. Oranienbaum selbst sei weiter nicht bedroht.

Gebrannt hatte es auch auf dem Bundeswehr-TruppenĂŒbungsplatz Altmark. Das sei wĂ€hrend einer Übung entstanden, die Heide habe relativ großflĂ€chig gebrannt, sagte ein Sprecher des GefechtsĂŒbungszentrums des Heeres. Starke Winde trieben das Feuer weiter an, so dass es sich auf 144 Hektar FlĂ€che ausbreitete. Am Abend teilte der Sprecher mit, dass der Brand gelöscht werden konnte. Der Betrieb lief am Samstag wieder.

@ dpa.de