«Das Lehrerzimmer» und Wim Wenders in Oscar-Vorrunde
21.12.2023 - 21:01:14Der deutsche Film «Das Lehrerzimmer» von Regisseur Ilker Ăatak (39) ist einer möglichen Oscar-TrophĂ€e ein ganzes StĂŒck nĂ€her gekommen. Auch Wim Wenders (78) rĂŒckte mit seinem Film «Perfect Days» im Oscar-Wettbewerb einen Schritt weiter.
Beide Filme schafften es auf die sogenannte Shortlist von insgesamt fĂŒnfzehn Kandidaten, wie die Oscar-Akademie im kalifornischen Beverly Hills mitteilte. 88 LĂ€nder hatten sich fĂŒr 2024 um den Oscar in der Sparte «International Feature Film» beworben. FĂŒnf Filme kommen spĂ€ter in die Endauswahl.
«Das Lehrerzimmer» erzĂ€hlt von einem Konflikt an einer Schule, der aus dem Ruder lĂ€uft. Im Zentrum steht eine junge Lehrerin (Leonie Benesch), die eine Diebstahlserie an ihrer Schule aufklĂ€ren will. «Unter den letzten 15 Filmen, in der Shortlist fĂŒr den Auslands-Oscar zu sein, bedeutet uns als gesamtes Team unglaublich viel», teilte Ăatak der Deutschen Presse-Agentur mit. «Wir hoffen, dass der Film nun noch mehr Menschen erreicht und dadurch Aufmerksamkeit auf die oft unterschĂ€tze Arbeit von LehrkrĂ€ften weltweit lenkt.» Das Schuldrama war Ende August von German Films, der Auslandsvertretung des deutschen Films, als Deutschlands Kandidat fĂŒr den Oscar-Wettbewerb ausgesucht worden.
Wenders: «Was fĂŒr eine Ehre»
Wenders drehte seinen poetischen Film «Perfect Days» in Tokio - der Film geht fĂŒr Japan in das Rennen um den Auslands-Oscar. «Was fĂŒr eine Ehre, das Land von Yasujiro Ozu, Akira Kurosawa, Kenji Mizoguchi und so vielen GroĂen mehr reprĂ€sentieren zu dĂŒrfen», sagte Wenders in einer Mitteilung mit Blick auf berĂŒhmte japanische Regisseure. Im September hatte Wenders' Film den Gildepreis der Deutschen Filmkunsttheater als «Bester auslĂ€ndischer Film» gewonnen.
Damit sei er dafĂŒr gewappnet, «die japanischen Farben im Oscar-Rennen um den "Besten Internationalen Spielfilm" zu vertreten», fĂŒgte Wenders hinzu. «Mir ist aber durchaus bewusst, dass ich da eigentlich nur als sidekick meines wunderbaren Schauspielers K?ji Yakusho dabei bin.» «Perfect Days» spielt in Tokio und erzĂ€hlt von einem Mann namens Hirayama (Yakusho), der als Toiletten-Reiniger arbeitet, mit seinem einfachen Leben zufrieden scheint und sehr im Moment lebt.
Wenders war bereits dreimal fĂŒr einen Oscar nominiert: 2000 mit der Musiker-Doku «Buena Vista Social Club», 2012 mit dem 3D-Tanzfilm «Pina» ĂŒber Pina Bausch sowie 2015 mit der Doku «Das Salz der Erde» ĂŒber den brasilianischen Fotografen SebastiĂŁo Salgado. Am Ende ging der Regisseur aber immer leer aus.
Freude ĂŒber gegenseitigen Erfolg
Das mögliche Aufeinandertreffen zweier deutscher Regisseure in der Sparte «International Feature Film» bei der Oscar-Vergabe wĂ€re ein Ausnahmefall. Im September hatten Wenders und Ăatak beide ihre Filme beim Telluride-Filmfest im US-Bundesstaat Colorado gezeigt. Von dem Zusammentreffen mit seinem «Idol» schwĂ€rmte Ăatak im Oktober im dpa-GesprĂ€ch. Er sei mit Wenders' Filmen groĂ geworden und nun freuten sie sich ĂŒber den gegenseitigen Erfolg.
Neben Deutschland und Japan sind unter anderem LĂ€nder wie Frankreich («Geliebte Köchin»), Italien («Io capitano»), GroĂbritannien («The Zone of Interest»), Spanien («Die Schneegesellschaft») und die Ukraine («20 Days in Mariupol») vertreten. Bei drei weiteren Kandidaten - aus Finnland («Fallende BlĂ€tter»), DĂ€nemark («The Promised Land») und Tunesien «Four Daughters» - sind nach Angaben von German Films auch deutsche Produktionsfirmen beteiligt.
Spannend wird es nun wieder am 23. Januar, wenn in Hollywood die Finalisten in allen Wettbewerbs-Sparten verkĂŒndet werden. Die Verleihung der Oscars soll dann am 10. MĂ€rz 2024 ĂŒber die BĂŒhne gehen.







