Wolfsrudel, Nordschwarzwald

Wolfsrudel in Baden-Württemberg: Welpe im Nordschwarzwald bestätigt

Veröffentlicht am: 24.09.2026 um 17:24 Uhr | dpa, AD HOC NEWS

Im Nordschwarzwald ist erstmals seit Jahren wieder ein Wolfswelpe nachgewiesen worden. Damit gibt es in Baden-Württemberg erneut ein Wolfsrudel – weitere Jungtiere sind möglich.

Es gibt wieder Wolfsnachwuchs in Baden-Württemberg. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa
Es gibt wieder Wolfsnachwuchs in Baden-Württemberg. (Archivbild) - Bild: Bernd Weißbrod/dpa

Im Nordschwarzwald gibt es wieder ein Wolfsrudel: In der Gemeinde Baiersbronn wurde am 17. September mindestens ein Wolfswelpe fotografiert.

Welpe zweifelsfrei bestätigt

Die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg teilte mit, der junge Wolf sei zweifelsfrei als Welpe bestätigt worden. Welches Geschlecht das Tier hat und ob es weitere Welpen gibt, ist bislang nicht bekannt.

Mehr als zwei Jahre zuvor war der damals einzige lebende Welpe in Baden-Württemberg auf einer Straße nahe dem Schluchsee überfahren worden. Seitdem hatte es im Südwesten kein nachgewiesenes Wolfsrudel mehr gegeben.

Wolfspaar streunte gemeinsam durch den Schwarzwald

Im Nordschwarzwald war bereits seit einiger Zeit ein Wolfspaar unterwegs. Die Wölfin gilt als erst seit kurzem ansässig, der Rüde trägt die Kennung GW852m. Beide Tiere kommen als Eltern des nun bestätigten Welpen infrage.

Experten der Forschungsanstalt hatten eine erfolgreiche Verpaarung bereits für wahrscheinlich gehalten. Die Wölfin war früheren Angaben zufolge vermutlich im Februar oder März trächtig geworden; die Tragezeit bei Wölfen beträgt etwa 60 Tage.

Früheres Rudel im Südwesten

Das frühere Rudel am Schluchsee war nach dem Tod des Welpen und des Muttertiers auseinandergefallen. Die Wölfin starb im April nach einem Verkehrsunfall nahe Lenzkirch; sie war zu diesem Zeitpunkt mit mehreren Welpen trächtig. Weitere Tiere wanderten ab oder wurden überfahren.

Wölfe sind vor mehr als 20 Jahren nach Deutschland zurückgekehrt. Ihre Zahl nimmt seither kontinuierlich zu. Mit dem Nachweis in Baiersbronn gibt es nun wieder Hinweise auf eine dauerhafte Fortpflanzung im Südwesten.

Einordnung: Rückkehr in eine wachsende Population

Die bestätigte Fortpflanzung in Baiersbronn markiert einen wichtigen Schritt für die Rückkehr des Wolfes nach Baden-Württemberg. Nach dem Verlust des früheren Rudels Ende 2023 und dem Tod des Muttertiers im Frühjahr 2024 hatte es im Südwesten längere Zeit keinen nachgewiesenen Nachwuchs gegeben. Nun belegt der Welpenfund, dass sich mindestens ein Paar im Nordschwarzwald erfolgreich fortgepflanzt hat.

Für die Bewertung eines Wolfsvorkommens ist Nachwuchs besonders aussagekräftig: Er zeigt nicht nur die Anwesenheit einzelner durchziehender Tiere, sondern eine beginnende dauerhafte Ansiedlung. Wie schnell daraus ein stabiles Rudel entsteht, hängt von der Zahl der Welpen, ihrem Überleben und der weiteren Entwicklung des Elternpaares ab. Das Geschlecht des bislang gesichteten Jungtiers und die mögliche Existenz weiterer Welpen sind deshalb für die weitere Beobachtung relevant.

Herdenschutz bleibt zentral

Mit der Ausbreitung von Wölfen gewinnt der Schutz von Nutztieren an Bedeutung. In anderen deutschen Wolfsgebieten konzentrieren sich die praktischen Fragen vor allem auf wirksame Zäune, Herdenschutzhunde und den Ausgleich von Rissschäden. Ein neues Rudel bedeutet daher für Weidetierhalter im Nordschwarzwald vor allem einen höheren Bedarf an Beobachtung und Vorsorge. Für Wanderer und Anwohner ändert sich durch die Bestätigung zunächst nichts am üblichen Verhalten: Wölfe meiden Menschen in der Regel, Hunde sollten im Wald dennoch unter Kontrolle bleiben.

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