Freispruch, Badewanne

SpektakulĂ€re FreisprĂŒche und HaftentschĂ€digungen

07.07.2023 - 09:13:00

Im Prozess um den sogenannten Badewannen-Mord ist der angeklagte Manfred Genditzki freigesprochen worden. Er reiht sich damit in die Liste spektakulĂ€rer FreisprĂŒche ein.

Bereits vor dem Urteil zum sogenannten Badewannen-Mord gab es spektakulĂ€re FreisprĂŒche, die in der Regel mit HaftentschĂ€digungen verbunden waren. Eine Auswahl.

EntschÀdigung in Millionenhöhe

Ein freigesprochener Arzt erhielt 2020 eine EntschĂ€digung von rund 1,2 Millionen Euro. Der Chirurg hatte im Göttinger Organspendeskandal fast das gesamte Jahr 2013 in Untersuchungshaft verbracht und wurde spĂ€ter freigesprochen. Den Großteil der EntschĂ€digung erhielt er fĂŒr sein verpasstes Gehalt.

Einigung auf fast halbe Million

1998 wurde Harry Wörz wegen versuchten Totschlags an seiner Frau verurteilt und verbrachte viereinhalb Jahre im GefĂ€ngnis. Nach jahrelangem Kampf vor Gericht wurde er 2010 endgĂŒltig freigesprochen. Er erhielt zunĂ€chst eine EntschĂ€digung von 41.900 Euro und einigte sich spĂ€ter mit dem Land Baden-WĂŒrttemberg auf eine EntschĂ€digung in Höhe von 450.000 Euro.

EntschÀdigung nach Falschaussage

Ein Mann aus Bayern, der sieben Jahre unschuldig im GefĂ€ngnis saß, bekam 2013 eine HaftentschĂ€digung von rund 50.000 Euro zugesprochen. Er wurde vom Vorwurf freigesprochen, seine Tochter dreimal vergewaltigt zu haben, nachdem diese ihre Aussage widerrufen hatte.

Freispruch nach fast zehn Jahren

Horst Arnold wurde 2002 zu einer fĂŒnfjĂ€hrigen Haftstrafe verurteilt, weil ihm vorgeworfen worden war, eine Kollegin vergewaltigt zu haben. Neun Jahre nach der Verurteilung wurde er freigesprochen und erhielt eine HaftentschĂ€digung von 45.000 Euro.

Über 15 Jahre Haft

Wegen Missbrauchs und Mordes an einer SechsjĂ€hrigen wurde ein Ziegeleiarbeiter 1971 verurteilt und verbrachte 17 Jahre unschuldig im GefĂ€ngnis. Der Mann hatte die Tat zugegeben und dann wieder bestritten. Er erhielt allerdings keine EntschĂ€digung, da sein GestĂ€ndnis eine wesentliche Grundlage fĂŒr die Verurteilung war.

@ dpa.de