Entscheidung: Block-Prozess wird nicht ausgesetzt
25.07.2025 - 10:02:17Der Prozess um die EntfĂŒhrung der Kinder der Hamburger Unternehmerin Christina Block kann wie geplant fortgesetzt werden. Die Strafkammer am Landgericht wies einen Antrag mehrerer Verteidiger auf Aussetzung des Verfahrens zurĂŒck.Â
Zur BegrĂŒndung sagte die Vorsitzende Richterin, Isabel Hildebrandt, unter anderem, die Nachlieferung von Akten rechtfertige nicht die Aussetzung des Verfahrens. Es komme ohnehin eine Pause im Verfahren von drei Wochen.
Verweis auf Beschleunigungsgebot
Hildebrandt verwies auch auf das Beschleunigungsgebot fĂŒr den Prozess, weil sich einer der Angeklagten seit Anfang November in Untersuchungshaft befinde.
Die Verteidiger hatten ihren Antrag mit einer gröĂeren Menge neuer Akten begrĂŒndet, die sie zunĂ€chst lesen mĂŒssten. AuĂerdem forderten sie Einsicht in die Akten zu einem Ermittlungsverfahren gegen den Vater der beiden Kinder.
Laut Anklage gegen die Mutter und sechs weitere Beschuldigte waren die beiden Kinder - damals 10 und 13 Jahre alt - in der Silvesternacht 2023/24 von mehreren MĂ€nnern gewaltsam ihrem in DĂ€nemark lebenden Vater entrissen und nach Deutschland gebracht worden. Bei der Mutter blieben der Junge und das MĂ€dchen nur wenige Tage, weil das Hanseatische Oberlandesgericht aufgrund eines Eilantrags des Vaters entschied, dass ihm die Kinder zurĂŒckgegeben werden mĂŒssen.Â
Angeklagte weisen VorwĂŒrfe zurĂŒck
Christina Block, die Tochter des GrĂŒnders der Restaurantkette Block House, soll nach jahrelangem Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann den Auftrag zu der EntfĂŒhrung gegeben haben. Die 52-JĂ€hrige weist die Anschuldigung zurĂŒck - ebenso ihr der Beihilfe angeklagter LebensgefĂ€hrte, der frĂŒhere Sportmoderator Gerhard Delling, sowie die ĂŒbrigen fĂŒnf Beschuldigten in dem Verfahren.Â
Christina Block kÀmpft seit Jahren um die beiden Kinder. Sie leben seit 2021 bei ihrem Vater in DÀnemark. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft behielt er sie nach einem Besuch widerrechtlich bei sich.
Termine bis Weihnachten angesetzt
Der Prozess hatte am 11. Juli begonnen. Die Beteiligten waren am Freitag zum dritten Verhandlungstag zusammengekommen. Angesetzt waren fĂŒr das Verfahren ursprĂŒnglich 37 Verhandlungstermine bis kurz vor Weihnachten. Zwei Termine hatte die Vorsitzende Richterin am 15. Juli aufheben lassen, weil es Streit um die Zulassung der beiden Kinder als NebenklĂ€ger gab. Auf Beschwerde der Verteidigung wurde die Zulassung zunĂ€chst widerrufen.


