Deutschland, Saarland

Gerichtsvollzieher bei RÀumung getötet - Festnahme

25.11.2025 - 18:36:36

Im Saarland wird ein Gerichtsvollzieher getötet. Am Abend wird bekannt: Schnell wurde ein VerdÀchtiger festgenommen. Er soll den 58-JÀhrigen mit einem Messer getötet haben.

Nach dem Tod eines Gerichtsvollziehers im saarlĂ€ndischen Bexbach ist ein VerdĂ€chtiger festgenommen worden. Er soll den Mann bei einer Zwangsvollstreckung mit einem Messer getötet haben, teilte die Staatsanwaltschaft SaarbrĂŒcken am Abend mit. 

Der VerdÀchtige wurde demnach unmittelbar nach dem Angriff am Morgen vorlÀufig festgenommen. Es handelt sich nach Angaben von Oberstaatsanwalt Thomas Schardt um einen 42-JÀhrigen aus dem Saar-Pfalz-Kreis. Gegen ihn werde wegen des Verdachts des Totschlags ermittelt. 

Der 58 Jahre alte Gerichtsvollzieher soll nach aktuellem Ermittlungsstand «anlĂ€sslich einer RĂ€umung im Wege der Zwangsvollstreckung» in der Wohnung des TatverdĂ€chtigen gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Dort soll der Beschuldigte ihn mit einem Messer getötet haben. NĂ€heres soll am Mittwoch bekanntgegeben werden. Dann wird der TatverdĂ€chtige auch dem Haftrichter vorgefĂŒhrt.

Viele Fragen offen

Die Tat passierte im Bexbacher Stadtteil Oberbexbach. Der Tatort liegt im ersten Stock eines Reihenhauses, der Zugang zum Treppenhaus befindet sich seitlich in einem Durchgang zum Hinterhof. Nach der Tat waren die RolllÀden der Fenster teils heruntergelassen. Die Kleinstadt Bexbach mit rund 18.000 Einwohner liegt im Osten des Saarlandes in der NÀhe zur Grenze von Rheinland-Pfalz.

Was sich am Dienstagmorgen dort abgespielt hat, war am Abend noch weitgehend unklar. «Die Ermittlungen zur AufklÀrung des Geschehens laufen derzeit», teilte das saarlÀndische Justizministerium mit. Weitere Informationen sollten am Mittwoch bekanntgegeben werden.

«Tief erschĂŒttert»

Die Tat löste im Saarland eine große Betroffenheit aus. Die saarlĂ€ndische MinisterprĂ€sidentin Anke Rehlinger (SPD) sagte: «Was den Tathergang angeht, wird alles Notwendige und alles Erforderliche getan werden, das jetzt sehr grĂŒndlich und zĂŒgig auch aufzuklĂ€ren.» Die Tat habe ihn «persönlich tief erschĂŒttert», wie auch die Menschen in ganz Bexbach, sagte BĂŒrgermeister Christian Prech (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. 

Mit Trauer und Fassungslosigkeit reagierte der Landesverband der Gerichtsvollzieher im Saarland auf die Nachricht, dass ein Kollege im Dienst getötet wurde. «Wir sind alle total geschockt», sagte der erste Vorsitzende Gerd Luckas im GesprÀch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Jetzt wird uns die Gefahr unseres Berufs wieder sehr bewusst.»

Sicherheit sei immer schon ein großes Thema gewesen, «aber es wird ein immer grĂ¶ĂŸeres Thema werden». Denn die Verrohung gegenĂŒber der Staatsgewalt nehme immer weiter zu - davon seien auch die Gerichtsvollzieher betroffen. Bei dem 58-JĂ€hrigen, der getötet wurde, habe es sich um einen sehr erfahrenen Kollegen gehandelt, mit dem er vor ĂŒber 20 Jahren gemeinsam die Ausbildung zum Gerichtsvollzieher absolviert habe, sagte Luckas.

Zweite tödliche Gewalttat im Saarland gegen Staatsbedienstete

Die Tat von Bexbach ist der zweite tödliche Angriff auf Staatsbedienstete in den vergangenen Monaten im Saarland. Am 21. August war in Völklingen ein 34 Jahre alter Polizist im Dienst erschossen worden, als er versuchte, einen mutmaßlichen TankstellenrĂ€uber zu fassen. Die Staatsanwaltschaft SaarbrĂŒcken hat mittlerweile Anklage gegen den 18-JĂ€hrigen erhoben, unter anderem wegen Mordes und versuchten Mordes.

Gerichtsvollzieher treffen Menschen oft in Extremsituationen an. Dabei kann es zur Androhung von Gewalt kommen, mitunter gar eskalieren. Zuletzt wurden AmtstrĂ€ger mit Schusswaffe (April 2025, Nordrhein-Westfalen), Armbrust (Juni 2024, Rheinland-Pfalz) oder brennbarer FlĂŒssigkeit (Mai 2023, Nordrhein-Westfalen) bedroht.

@ dpa.de