Großbritannien, KriminalitĂ€t

Untersuchung: Eltern tragen Mitschuld an Southport-Morden

13.04.2026 - 14:20:42 | dpa.de

Im Sommer 2024 ermordete ein Teenager drei kleine MÀdchen wÀhrend eines Taylor-Swift-Tanzkurses. Monatelang wurde untersucht, wie es dazu kommen konnte.

Die Morde in Southport im Sommer 2024 hatten Großbritannien schockiert. (Archivbild) - Foto: Scott Heppell/AP/dpa

Die Ermordung von drei MĂ€dchen im englischen Southport hĂ€tte einer langwierigen Untersuchung zufolge auch von der Familie des TĂ€ters verhindert werden können. HĂ€tten die Eltern des damals MinderjĂ€hrigen dessen eskalierendes Verhalten vor den Morden gemeldet und die Behörden es nicht versĂ€umt, das Risiko zu sehen, wĂ€ren die Morde «mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht geschehen», sagte der Vorsitzende der öffentlichen Untersuchung, Adrian Fulford, in Liverpool. Die Eltern trĂŒgen eine «erhebliche Mitschuld». Strafrechtliche Konsequenzen hat das zunĂ€chst aber nicht. 

Der damals 17 Jahre alte TĂ€ter hatte im Juli 2024 einen Taylor-Swift-Tanzkurs gestĂŒrmt und mit einem Messer um sich gestochen. Drei MĂ€dchen im Alter von sechs, sieben und neun Jahren starben, weitere acht Kinder und zwei Erwachsene wurden teils schwer verletzt. Der TĂ€ter wurde Anfang 2025 zu mindestens 52 Jahren GefĂ€ngnis verurteilt.

Bereits kurz nach der Tat und wÀhrend der Gerichtsverhandlung war Behördenversagen vor der Tat offensichtlich geworden. Der Mörder war in seiner Jugend den Behörden mehrfach wegen seiner Neigung zu Gewalt aufgefallen, unternommen wurde nichts. Es sei bekannt gewesen, dass der TÀter «potenziell hochgefÀhrlich» gewesen sei, sagte Fulford.

Eltern meldeten Waffenbesitz nicht 

Der Angreifer habe enorm viel Zeit im Internet verbracht und sich «unangemessene und verstörende Inhalte» angesehen, «völlig unbeaufsichtigt» und ohne elterliche Kontrolle. Der Untersuchung zufolge hÀtten die Eltern vor der Tat Informationen dazu gehabt, dass ihr Sohn eine Reihe tödlicher Waffen angeschafft habe. Wenn das gemeldet worden wÀre, wÀre der TÀter «zweifellos» festgenommen worden, sagte Fulford.

Die Southport-Morde hatten in Großbritannien große gesellschaftspolitische Auswirkungen. Getrieben von Falschinformationen, war es in der Folge zu rechtsradikalen und antimuslimischen Ausschreitungen gekommen. In den sozialen Medien war fĂ€lschlicherweise behauptet worden, der TĂ€ter sei ein muslimischer Migrant. Der TĂ€ter wurde als Sohn von Ruandern in Großbritannien geboren und ist britischer StaatsbĂŒrger.

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