Eingesperrtes MĂ€dchen: Verhandlung wegen Wetterlage abgesagt
12.01.2026 - 08:51:49Der Verhandlungstermin im Strafprozess gegen eine Mutter, die ihre kleine Tochter fast deren ganzes Leben lang in einem Haus im Sauerland versteckt haben soll, ist kurzfristig aufgehoben worden. Das Landgericht Siegen teilte am Montagmorgen mit, die am Vormittag geplante zweite Verhandlung finde wegen der Wetterlage nicht statt. Der Prozess werde an diesem Donnerstag fortgesetzt.
Die Angeklagte soll ihr Kind sieben Jahre lang im Haus der GroĂeltern in Attendorn in NRW völlig abgeschottet haben. Als damals AchtjĂ€hrige war das MĂ€dchen 2022 von der Polizei aus dem Einfamilienhaus der GroĂeltern befreit worden. Die GroĂeltern mĂŒtterlicherseits sind wegen Beihilfe angeklagt.Â
Der GroĂvater war zum Start des Prozesses am vergangenen Mittwoch ĂŒberraschend nicht erschienen, die Verteidigung hatte gesundheitliche GrĂŒnde genannt. Die Verhandlung musste frĂŒhzeitig unterbrochen werden, die Anklageschrift wurde nicht vorgetragen. Ob der angeklagte 83-JĂ€hrige nun am Donnerstag kommt oder sein Verfahren womöglich abgetrennt wird, war zunĂ€chst ungewiss.Â
Ebenso offen blieb die Frage, ob beim nĂ€chsten Termin der getrennt lebende Vater des MĂ€dchens als Zeuge befragt werden kann. Laut Anklage wollte die Mutter ihr Kind ganz fĂŒr sich allein haben, jeglichen Kontakt der Tochter zu ihrem Vater verhindern. Sie soll daher im Sommer 2015 einen Umzug mit dem Kind nach Italien vorgetĂ€uscht haben und es stattdessen seitdem in dem Haus im Kreis Olpe festgehalten und vollkommen isoliert haben.


