Nullsicht und enge SchÀchte: Drama um Bergung in Laos-Höhle
29.05.2026 - 10:06:47 | dpa.deTrotz der Entdeckung von fĂŒnf eingeschlossenen Goldsuchern gestaltet sich die eigentliche Bergung aus der ĂŒberfluteten Höhle in Laos als langwierig und schwierig. Die Rettungsaktion gilt wegen enger Tunnel, hoher WasserstĂ€nde und akuter Einsturzgefahr als extrem riskant. Gleichzeitig schwinden die Hoffnungen, zwei weiterhin vermisste MĂ€nner lebend zu finden.Â
RettungskrĂ€fte hĂ€tten inzwischen rund 95 Prozent des Tunnelsystems durchsucht, bislang aber keine Spur der beiden entdeckt, sagte der finnische Höhlentaucher Mikko Paasi dem Sender ThaiPBS World. «Wir haben nicht mehr viele Orte ĂŒbrig, an denen wir suchen können», erklĂ€rte er. Die Chancen seien «sehr gering».
Paasi gilt als einer der erfahrensten Höhlentaucher weltweit und unterstĂŒtzt die Koordination der Mission in Laos. Bereits bei der spektakulĂ€ren Rettung eines JugendfuĂballteams aus der Tham-Luang-Höhle in Thailand im Jahr 2018 spielte er eine entscheidende Rolle. Auch diesmal gehört er zu den Spezialisten an vorderster Front.
Bergung könnte bald starten
Es gebe in den bislang unzugĂ€nglichen Bereichen der Höhle keine trockenen Stellen, an denen Menschen eine Woche lang hĂ€tten ĂŒberleben können, betonte Paasi mit Blick auf die zwei als verschollen geltenden MĂ€nner. Auch hĂ€tten die fĂŒnf Ăberlebenden selbst nicht gewusst, dass zwei weitere Personen vermisst wĂŒrden.Â
Derweil arbeiten die EinsatzkrĂ€fte fieberhaft daran, die MĂ€nner aus der Höhle in der nördlichen Provinz Xaisomboun zu holen. Die laotische Rettungsorganisation Rescue Volunteer for People schrieb auf Facebook, das Wasser sei nun gröĂtenteils aus der Höhle abgepumpt und ein Bergungsversuch könne bald starten.Â
Retter ĂŒben AblĂ€ufe
Die AblĂ€ufe wurden im Vorfeld intensiv geprobt. Auf veröffentlichten Fotos war ein Retter zu sehen, der wĂ€hrend einer Ăbung auf einer speziell entwickelten Trage befestigt war, die eigens fĂŒr die extrem schmalen Passagen konstruiert wurde.Â
Die Gruppe sitzt seit zehn Tagen Hunderte Meter vom Eingang entfernt fest, nachdem heftige RegenfÀlle die Goldmine geflutet und einen Erdrutsch ausgelöst hatten. Kollegen, die sich retten konnten, hatten Alarm geschlagen.
«Wir tasten mit Armen und Beinen»
Die Rettung gilt als extrem gefĂ€hrlich. Nach Angaben der Taucher herrscht in den engen Tunneln praktisch keine Sicht. «Unter Wasser tasten wir mit Armen und Beinen», sagte Paasi. Teilweise mĂŒssten Taucher sogar ausatmen, um sich durch die engen Passagen zwĂ€ngen zu können. Zudem bestehe bei Regen jederzeit die Gefahr neuer Ăberflutungen oder EinstĂŒrze.
Die Retter hatten zwei Möglichkeiten erwogen: Entweder sollte weiter Wasser aus der Höhle gepumpt werden, oder die Ăberlebenden mĂŒssten durch die ĂŒberfluteten Tunnel tauchend herausgebracht werden - obwohl sie damit keine Erfahrung haben. Das Abpumpen wĂ€re laut Paasi die sicherere Lösung - und scheint nun funktioniert zu haben.Â
Suche nach SchÀchten im Berg
Auch ein Mitglied des thailĂ€ndischen Rettungsteams rĂ€umte ein, dass eine Bergung per Tauchgang unter diesen schwierigen Bedingungen kaum möglich sei. Die EinsatzkrĂ€fte suchten deshalb auch weiter nach alternativen ZugĂ€ngen und natĂŒrlichen SchĂ€chten im Berg, durch die eine Rettung möglich wĂ€re, zitiert ihn ThaiPBS World.
Derweil bauten die Behörden mit schwerem GerĂ€t eine StraĂe durch den Dschungel zur Höhle - denn die abgelegene Region ist extrem schwer zugĂ€nglich. So sollen Pumpen und VersorgungsgĂŒter schneller transportiert werden. Zudem sollte ein Auffangbecken fĂŒr das abgepumpte Wasser entstehen.
Eingeschlossene sind körperlich und mental stabil
Die fĂŒnf Ăberlebenden seien jedoch körperlich und mental erstaunlich stabil. Als Bergarbeiter seien sie an enge unterirdische RĂ€ume gewöhnt und litten nicht unter Platzangst, sagte Paasi. Auch hĂ€tten sie Nahrung und Wasser dabeigehabt. Jedoch sollen sie Berichten zufolge mittlerweile sehr hungrig sein.Â
Nach Angaben einer thailÀndischen Rettungsorganisation wurden inzwischen weitere internationale Spezialisten angefordert. Unter anderem sind Experten aus Malaysia, Japan und Frankreich sowie der australische Tauchspezialist Josh Richards angereist.
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