Kroatien: Mann tötet sechs Menschen in Altenheim
22.07.2024 - 16:07:02In Kroatien hat ein Mann sechs Menschen in einem Altenheim erschossen. Polizisten nahmen ihn kurz darauf fest. Ăbereinstimmenden Medienberichten zufolge tötete der Mann unter anderem seine im Heim wohnende Mutter. Bei den weiteren Opfern handelt es sich demnach ebenfalls um Heimbewohner sowie eine Pflegeperson.
StaatsprÀsident Zoran Milanovic rief die Institutionen seines Landes auf, den privaten Waffenbesitz besser zu kontrollieren. MinisterprÀsident Andrej Plenkovic sprach von einer «monströsen Tat».
Schusswaffe laut Polizei nicht registriert
Der Mann war in das Alten- und Pflegeheim im zentralkroatischen Daruvar eingedrungen und schoss laut Polizei mit einer kurzen, nicht registrierten Schusswaffe um sich. Seine Motive seien noch unklar.Â
FĂŒnf Opfer seien sofort tot gewesen, hieĂ es. Ein weiteres starb spĂ€ter im Krankenhaus. Sieben Verletzte wurden demnach aus dem Altenheim ins Krankenhaus gebracht, drei davon schwebten in Lebensgefahr. Insgesamt 20 alte Menschen lebten in dem Heim.
Eine Pflegerin der Einrichtung berichtete dem Portal «index.hr» sie habe sich unter dem Bett versteckt, wĂ€hrend die SchĂŒsse fielen. Ihr Chef sei durch das Fenster geflohen.
Angreifer war der Polizei vorher bekannt
Der Angreifer sei kurz danach in seinem nahe gelegenen StammcafĂ© von der Polizei gestellt und festgenommen worden. Der TatverdĂ€chtige sei ein pensionierter MilitĂ€rpolizist, geboren 1973, berichtete das Portal «mojportal.hr». 1996 sei er vom damaligen StaatsprĂ€sidenten Franjo Tudjman fĂŒr Verdienste um das Land ausgezeichnet worden.
Die Polizei erklĂ€rte, sie sei schon frĂŒher dreimal gegen den Mann eingeschritten, wegen hĂ€uslicher Gewalt und wegen Störung der öffentlichen Ordnung. Bekannte hĂ€tten ihn als alkoholabhĂ€ngig beschrieben, berichteten kroatische Medien. Unmittelbar vor der Tat am Montagmorgen habe er in seinem Stammlokal Bier getrunken.Â
Regierung schockiert
PrĂ€sident Milanovic Ă€uĂerte sich schockiert: «Es ist eine erschreckende Warnung und ein letzter Aufruf an alle zustĂ€ndigen Institutionen, mehr zu tun, um Gewalt in der Gesellschaft zu verhindern, einschlieĂlich einer noch strengeren Kontrolle des Waffenbesitzes», schrieb er bei Facebook.Â


