GroĂeinsĂ€tze gegen WaldbrĂ€nde in Gebieten mit Kampfmitteln
28.06.2026 - 11:50:46 | dpa.deWaldbrĂ€nde als Folge der anhaltenden Trockenheit haben Feuerwehren in mehreren Ecken Deutschlands in Atem gehalten. In Rheinland-Pfalz brach ein Feuer in einem Gebiet mit Munition im Boden aus, dort gab es Explosionen, ein Ort musste komplett gerĂ€umt werden.Â
Ein gröĂerer Einsatz lief auch in der Gohrischheide an der Landesgrenze von Sachsen und Brandenburg, wo Feuerwehren versuchten, einen erneuten Waldbrand unter Kontrolle zu bringen. Auch andernorts loderten Flammen. Deutschland wird seit Tagen von einer Hitzewelle beherrscht.Â
Im rheinland-pfĂ€lzischen Kreis Bad Kreuznach war der Waldbrand nach Kreisangaben am Samstagnachmittag an einem Steilhang in der NĂ€he des Ortes Traisen ausgebrochen. Am spĂ€ten Samstagabend wurden erst einzelne GebĂ€ude in unmittelbarer NĂ€he gerĂ€umt, in der Folge entschieden die EinsatzkrĂ€fte, mehrere StraĂen im nördlichen Teil von Traisen zu rĂ€umen.Â
RĂ€umung von GebĂ€uden bis nachts um 2 UhrÂ
Menschen mussten bis 2.00 Uhr in der Nacht GebĂ€ude in einem Radius von einem Kilometer um den Brand verlassen, eine Notunterkunft wurde eingerichtet. Der Kreis bot Ă€lteren oder kranken Menschen sowie MĂŒttern mit Kindern unter drei Jahren an, sich zu melden, damit Hotelzimmer vermittelt werden können.Â
Doch damit nicht genug: Weil sich die Flammen im Verlauf des Sonntags weiter ausbreiteten, entschieden die EinsatzkrĂ€fte, Traisen komplett zu rĂ€umen - vorsorgehalber, wie es vom Kreis hieĂ. In dem von dem Feuer betroffenen Areal kam es immer wieder zu Explosionen; es war frĂŒher eine EntsorgungsflĂ€che fĂŒr Munition.Â
In den Blick der Feuerwehr rĂŒckte mehr und mehr ein naher Funkturm, der laut Kreis fĂŒr die Mobilfunkversorgung im Kreis wichtig ist. Es werde versucht, diesen mit Wasser und durch das FĂ€llen von BĂ€umen drumherum zu sichern.Â
Böiger Wind bereitet Sorgen in der GohrischheideÂ
In der Gohrischheide in Ostdeutschland fĂŒrchtete man einen vorhergesagten böigen Wind, weil dieser zu Funkenflug und neuen BrandausbrĂŒchen fĂŒhren kann. Man habe das Feuer ĂŒber Nacht auf einem eingeschlossenen Abschnitt halten können, teilte Zeithains BĂŒrgermeister Mirko Pollmer (parteilos) am Sonntagmorgen mit. Mit ansteigenden Temperaturen und aufkommendem Wind im Tagesverlauf gehe man aber davon aus, dass das Feuer noch einmal aufflammen werde.Â
Auch dieses Feuer war am Samstag ausgebrochen, in der Gohrischheide hatte es erst vor einem Jahr den gröĂten Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gegeben. Auch das Gebiet im Landkreis MeiĂen ist munitionsbelastet, was Löscharbeiten erschwert. Ortschaften waren von dem Feuer zunĂ€chst nicht bedroht.Â
Bereits seit Mittwoch sind EinsatzkrĂ€fte mit einem GroĂbrand bei Neustrelitz in Mecklenburg-Vorpommern beschĂ€ftigt. Am Sonntag wollte die Feuerwehr hier unter anderem einen Randbereich des stark munitionsbelasteten ehemaligen sowjetischen PanzerschieĂplatzes kĂŒhlen.Â
Zumindest wanderten die Flammen nicht mehr weiter Richtung Norden, wo sich eine Strom- und dahinter eine Bahntrasse befinden. Der Stromnetzbetreiber Edis hatte die Leitung am Freitag vorsorglich abgeschaltet, das hatte aber keine Auswirkungen auf Verbraucher. Auch hier kann die Feuerwehr wegen einer starken Belastung mit Altmunition das Areal nicht betreten, auch hier gab es bereits Explosionen. Dennoch hieĂ es am Sonntagnachmittag, der Brand sei unter Kontrolle gebracht.Â
WaldbrĂ€nde auch in Sachsen-AnhaltÂ
In Sachsen-Anhalt gilt ein Blitzeinschlag als mögliche Ursache fĂŒr einen Waldbrand in einem Ortsteil der Stadt TangerhĂŒtte im Landkreis Stendal. Hier brannten rund 600 bis 700 Quadratmeter Kiefernwald ab. In Blankenburg im Landkreis Harz, ebenfalls in Sachsen-Anhalt, ging die Feuerwehr auf einer FlĂ€che von ungefĂ€hr 4,5 Hektar gegen Flammen vor. Auch Löschflugzeuge waren im Einsatz.
