Polizei, VerdÀchtigen

Polizei schießt VerdĂ€chtigen in Kino-Foyer in Krefeld nieder

11.10.2024 - 01:04:33

In einem Kino in Krefeld schießt die Polizei auf einen VerdĂ€chtigen - wĂ€hrend der Öffnungszeit. Was hatte der Mann vor? Das Motiv war zunĂ€chst noch völlig unklar.

Im Foyer eines großen Kinos am Hauptbahnhof in Krefeld hat die Polizei einen VerdĂ€chtigen niedergeschossen. Er sei verletzt worden, sagte ein Sprecher der Polizei in Essen. Wie schwer, das war noch unklar - ebenso die HintergrĂŒnde des Vorfalls. Andere Menschen seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht verletzt. 

Einige Kinobesucher seien Zeuge des Geschehens geworden, sagte ein Polizeisprecher am Ort des Geschehens. Die Ermittler gingen von einem EinzeltĂ€ter aus, so dass keine Gefahr mehr fĂŒr die Bevölkerung bestehe, hieß es. Vor dem Vorfall soll der VerdĂ€chtige laut Polizei mehrere BrĂ€nde in BahnhofsnĂ€he gelegt haben.

Grund fĂŒr Schussabgabe unklar

Was der Mann genau in dem Kino gemacht haben soll, wollte der Sprecher zunĂ€chst nicht sagen. Unklar sei noch, warum er nach der Brandstiftung zum Kino lief - ob er dort habe eindringen wollen oder dorthin geflĂŒchtet sei. Ebenso konnte der Sprecher nicht sagen, ob der VerdĂ€chtige bewaffnet war. «Was zu der Schussabgabe gefĂŒhrt hat, weiß ich bislang nicht.» Nach WDR-Informationen wollte der VerdĂ€chtige mit einem Molotow-Cocktail und einer weiteren Waffe in das Kino und wurde im Foyer des GebĂ€udes von der Polizei angeschossen.

Der Vorfall sei bei der Polizei zunĂ€chst aus organisatorischen GrĂŒnden unter dem Arbeitsstichwort Anschlag gefĂŒhrt worden, sagte ein Polizeisprecher. Das bedeute aber nicht unbedingt, dass es sich um einen Anschlag gehandelt habe. «Komplett ausschließen können wir das aber auch nicht, weil wir einfach die Motivlage noch nicht kennen.» IdentitĂ€t und Motiv des VerdĂ€chtigen waren laut Polizei noch unklar.

Der Bereich um das Kino wurde weitrĂ€umig abgesperrt. Zahlreiche Polizisten waren dort im Einsatz. Der Bahnhof selbst war nach Beobachtung eines dpa-Reporters nicht gesperrt, Menschen gingen hinein und kamen heraus. In der niederrheinischen Großstadt Krefeld leben laut Stadt rund 236.000 Menschen.

Mutmaßlich drei BrĂ€nde gelegt

Der erste Notruf sei um 19.50 Uhr bei der Polizei eingegangen, berichtete der Sprecher. An drei Stellen in der Stadt habe es BrĂ€nde gegeben, die mutmaßlich der VerdĂ€chtige verursacht habe. Unter anderem hĂ€tten ein Fahrzeug und ein Haus in BahnhofsnĂ€he gebrannt. Polizeisprecher Andreas SĂ©chĂ© sagte, kurz nach den BrĂ€nden im Stadtteil Cracau habe es die Festnahme mit Schussabgabe gegeben. 

Einem unbestĂ€tigten Bericht der «Bild» zufolge soll der VerdĂ€chtige um 19.50 Uhr einen Brandsatz in das GebĂ€ude der Bundesagentur fĂŒr Arbeit geschleudert haben. Dann soll er ein vor dem Haus geparktes Auto angezĂŒndet haben und in Richtung Hauptbahnhof geflĂŒchtet sein. Ganz in der NĂ€he soll zur gleichen Zeit auch noch ein Dachstuhl eines Mehrfamilienhaus gebrannt haben, wie die Zeitung weiter berichtet.

Notfallseelsorge und Spurensicherung

Der Krefelder Hauptbahnhof ist gegen Mitternacht noch gesĂ€umt von Polizeiwagen. Direkt vor dem Portal steht ein Auto mit der Aufschrift «Notfallseelsorge» mit Warnblinkanlage. Immer neue Fahrzeuge treffen ein und weiße Kleintransporter mit diversen Ruhrgebiets-Kennzeichen bahnen sich den Weg: Die Spusi, die Spurensicherung ist da. 

Die Beamten sollen die Spuren des Geschehens im Kino-Foyer sichern. Doch erstmal legen sie sich Schutzwesten an. Sie unterhalten sich. «Anschlag oder nicht», ist zu hören. Es hat angefangen zu regnen. Die meisten Schaulustigen haben das Weite gesucht. Eine Frau bettelt um ein paar Cent. «Die sollen nicht so'ne Welle machen», knurrt sie.

@ dpa.de