Aufatmen nach GroĂeinsatz in Sinzig - TĂ€tersuche dauert an
09.05.2026 - 05:30:43 | dpa.deNach den dramatischen Szenen in einer Bank im rheinland-pfÀlzischen Sinzig ist die Polizei weiterhin auf TÀtersuche. Die Ermittler gehen von mindestens einem VerdÀchtigen aus, der den Mitarbeiter einer Geldtransportfirma abgepasst und ihm einen BargeldbehÀlter abgenommen haben soll. Die Fahndung nach ihm und möglichen Komplizen steht bei der AufklÀrung des aufsehenerregenden Falls nun im Vordergrund. Bis zum Morgen wurden keine neuen Entwicklungen bekannt.
Der Vorfall ereignete sich am Freitagmorgen. Bekleidet mit einem weiĂen Overall, Ă€hnlich wie ihn Imker tragen, soll ein Mann nach dem Ăberfall auf den Mitarbeiter der Geldtransportfirma diesen und eine weitere Person in der Bank im Kreis Ahrweiler eingeschlossen haben. So schilderte es Polizeisprecher JĂŒrgen Fachinger. Eine Beutesumme nannte er nicht.
Schwer bewaffnete EinsatzkrĂ€fte rĂŒcken an
Die Polizei rĂŒckte nach der automatischen Alarmierung gegen 9.00 Uhr morgens mit einem GroĂaufgebot in der Kleinstadt mit knapp 20.000 Einwohnern an. Die Innenstadt wurde weitrĂ€umig abgesperrt, schwer bewaffnete EinsatzkrĂ€fte bezogen Stellung vor der Bank. Erst nach bangen Stunden wurde klar: In der Bank sind gar keine TĂ€ter.Â
Ein Spezialeinsatzkommando drang schlieĂlich in das GebĂ€ude ein, befreite die zwei Personen unverletzt, stieĂ aber nicht auf VerdĂ€chtige. SpĂ€ter teilte die Polizei mit, der oder die TĂ€ter seien vermutlich schon vor Eintreffen der ersten Streife geflohen. Nach seinem Kenntnisstand habe die Polizei auch keinerlei Kontakt mit den TĂ€tern gehabt, sagte Fachinger. Unklar blieb, ob bei dem Vorfall Waffen zum Einsatz kamen.
Vom schlimmsten Szenario ausgegangen
Man mĂŒsse in einer solchen Lage «immer vom schlimmsten Szenario» ausgehen, erlĂ€uterte Fachinger das Vorgehen der EinsatzkrĂ€fte. Zwei Personen seien vermisst worden und «wir konnten ĂŒber den Verbleib im ersten Moment nichts sagen». Daher hĂ€tten die Ermittler den Tag ĂŒber auch in Betracht ziehen mĂŒssen, dass möglicherweise Geiseln genommen wurden.
Ob die Tat mit den aktuellen Erkenntnissen weiterhin als Geiselnahme bezeichnet werden könne, sei noch zu klĂ€ren, sagte Fachinger. «Nichtsdestotrotz gibt es auch noch andere StraftatbestĂ€nde, die hier erfĂŒllt sind: eine Freiheitsberaubung, möglicherweise Raub, schwerer Raub und, und, und.»
Auch wenn viele Fragen offen bleiben, atmete Sinzig nach dem glimpflichen Ende des Vorfalls auf. «Das Leben geht hier normal weiter», sagte der stellvertretende BĂŒrgermeister Hans-Werner Adams (CDU) erleichtert. Am Wochenende solle ein Mitmachmarkt in Sinzig stattfinden.
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