VerdĂ€chtiger, SchĂŒssen

VerdĂ€chtiger nach tödlichen SchĂŒssen in Göppingen flĂŒchtig

03.10.2024 - 15:25:55

In einer Bar in Göppingen wird geschossen. Ein 29-JĂ€hriger stirbt, nach dem mutmaßlichen SchĂŒtzen wird gefahndet. Gibt es eine Verbindung zu einer blutigen Gruppen-Fehde?

  • Nach SchĂŒssel in einer Bar fahndet die Polizei nach einem TatverdĂ€chtigen.  - Foto: Marius Bulling/dpa

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  • Die HintergrĂŒnde zu den SchĂŒssen in Göppingen waren in der Nacht zunĂ€chst unklar. - Foto: Marius Bulling/dpa

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Nach SchĂŒssel in einer Bar fahndet die Polizei nach einem TatverdĂ€chtigen.  - Foto: Marius Bulling/dpaDie HintergrĂŒnde zu den SchĂŒssen in Göppingen waren in der Nacht zunĂ€chst unklar. - Foto: Marius Bulling/dpa

Bei SchĂŒssen in einer Bar in Göppingen östlich von Stuttgart ist ein 29-JĂ€hriger getötet worden. Zwei weitere Menschen wurden bei der Gewalttat verletzt. Sie kamen in KrankenhĂ€user und wurden dort operiert, wie Polizei und Staatsanwaltschaft gemeinsam berichteten. Die Beamten fahndeten nach dem mutmaßlichen TĂ€ter, der zu Fuß in Richtung Bahnhof floh. Dabei wurde auch ein Polizeihubschrauber eingesetzt. Der schwarz gekleidete VerdĂ€chtige soll etwa 18 bis 24 Jahre alt sein.

«Nach EinschĂ€tzung der Polizei liegen derzeit keine Hinweise auf eine Gefahr fĂŒr die Bevölkerung durch den flĂŒchtigen TĂ€ter vor», berichteten die Ermittler. Sie richteten fĂŒr den Kriminalfall eine Sonderkommission namens «Kurz» ein.

Die Polizei war in der Nacht zum Donnerstag mit einem Großaufgebot an Ort und Stelle. Die HintergrĂŒnde der Tat blieben zunĂ€chst unklar. «Die Polizei ermittelt auf Hochtouren in alle Richtungen.» Die Ermittler prĂŒfen dabei auch, ob es einen Zusammenhang zu den Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden im Großraum Stuttgart gibt. 

Das Landeskriminalamt (LKA) Baden-WĂŒrttemberg ist bei den Ermittlungen eingebunden, insbesondere bei der Spurensicherung. 

Rathauschef: Keine Gefahr fĂŒr Bevölkerung

Auch der Göppinger OberbĂŒrgermeister Alexander Maier (GrĂŒne) sagte in der Nacht der Deutschen Presse-Agentur, fĂŒr die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Kreisen zufolge gab es keine Hinweise, dass es sich um eine Amoktat handelte. 

Am spĂ€ten Mittwochabend hatten mehrere Menschen den Notruf gewĂ€hlt und von SchĂŒssen berichtet. Polizeibeamte fanden drei Opfer mit Schusswunden in dem Lokal. FĂŒr den 29-JĂ€hrigen kam demnach jegliche Hilfe zu spĂ€t, er starb noch vor Ort. Zu der Schwere der Verletzungen der beiden anderen Opfer war zunĂ€chst nichts bekannt. 

In Göppingen findet seit Mittwoch ein Weinfest statt. Rathauschef Maier sagte, das Fest in seiner Kommune solle wie geplant fortgesetzt werden. Das Eine habe mit dem Anderen nichts zu tun. Es habe deshalb nie zur Debatte gestanden, die Feierlichkeiten abzusagen. Die Veranstaltung sei am Abend nicht gerÀumt worden, sondern normal zu Ende gegangen. Es habe keine Panik gegeben

Schwer bewaffnete Polizisten im Einsatz

Auf Fotos zu sehen waren unter anderem vermummte und mit Maschinenpistolen bewaffnete Polizisten. Auch der Rettungsdienst war mit mehreren Fahrzeugen im Einsatz. Nach Angaben eines dpa-Reporters sicherten Kriminaltechniker Spuren. Die schwÀbische Stadt liegt etwa 40 Kilometer östlich von Stuttgart.

Einen Tag nach der Gewalttat klebte an der TĂŒr der Bar ein amtliches Siegel. Wie ein dpa-Fotograf berichtete, gab es im Bereich des Tatorts keine polizeilichen Absperrungen mehr. Ein Passant sagte, er gehe mit gemischten GefĂŒhlen, aber ohne Angst, auf das Weinfest in der Innenstadt. 

Bezug zu Gewaltserie?

Bei der blutigen Fehde der rivalisierenden Gruppen im Großraum Stuttgart wurde seit Sommer 2022 auf Menschen geschossen, auch eine Handgranate explodierte. In den vergangenen Monaten nahm die Zahl der ZwischenfĂ€lle aber deutlich ab. Bislang wurden nach frĂŒheren Angaben des LKA mehr als 70 mutmaßliche AnhĂ€nger verhaftet. 

Den beiden Gruppen – die eine wird grob der Region Esslingen, Ludwigsburg und Plochingen zugeordnet, die andere dem Stuttgarter Stadtteil Zuffenhausen und Göppingen – sollen nach frĂŒheren ExpertenschĂ€tzungen mehr als 500 meist junge Menschen angehören. Demnach ist weitgehend unklar, warum sich die Gruppen so blutig bekĂ€mpfen. Nach EinschĂ€tzung von LKA-PrĂ€sident Andreas Stenger handelt es sich nicht um familiĂ€re Clans oder um klassische BandenkriminalitĂ€t.

 




 

 

 

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