SchĂŒsse in kanadischer Schule: VerdĂ€chtige war 18 Jahre alt
12.02.2026 - 03:43:33Nach den tödlichen SchĂŒssen in einer Schule im Westen Kanadas hat die Polizei die IdentitĂ€t der mutmaĂlichen TĂ€terin öffentlich gemacht. Die VerdĂ€chtige sei als 18 Jahre alte Frau identifiziert worden, teilte die Polizei in der westlichen Provinz British Columbia mit. Fest steht nun auch: Sie war selbst eine Bewohnerin der lĂ€ndlich geprĂ€gten Gemeinde Tumbler Ridge. Doch das Motiv gibt weiter RĂ€tsel auf.
Die Polizei war am Dienstag (Ortszeit) an die weiterfĂŒhrende Schule in dem Ort gerufen worden, der Luftlinie rund 700 Kilometer nordöstlich von Vancouver liegt. Die mutmaĂliche SchĂŒtzin tötete laut Polizeiangaben sechs Menschen in der Schule und spĂ€ter sich selbst. Zwei weitere Leichen wurden in einem Wohnhaus gefunden.
Anscheinend hĂ€ngen die Taten miteinander zusammen, denn bei den anderen beiden Opfern handelt es sich der Polizei zufolge um die 39-jĂ€hrige Mutter und den 11-jĂ€hrigen Stiefbruder der TatverdĂ€chtigen. Die 18-JĂ€hrige soll zunĂ€chst ihre Familienangehörigen umgebracht und sich dann auf den Weg zur Schule gemacht haben. Dort fand die Polizei spĂ€ter die anderen Toten - drei SchĂŒlerinnen, zwei SchĂŒler und eine Lehrkraft - unter anderem im Treppenhaus und in der Bibliothek der Schule.
Zwei Verletzte in kritischem Zustand
Die Polizei hatte zunĂ€chst von insgesamt zehn Toten gesprochen, die Angabe aber spĂ€ter auf neun korrigiert. Das Alter der getöteten SchĂŒler wurde zunĂ€chst mit 13 bis 17 Jahren angegeben, dann auf 12 bis 13 Jahre korrigiert. AuĂerdem war von etwa zwei Dutzend Verletzten die Rede. Mindestens zwei davon seien weiter in kritischem Zustand, hieĂ es von den Ermittlern. Einige Opfer hĂ€tten sich beim panischen Versuch verletzt, sich in der Schule in Sicherheit zu bringen versuchten.
Ein SchĂŒler berichtete dem Sender CBC: «Wir haben Tische genommen und die TĂŒren verbarrikadiert.» Die Szenerie am Tatort habe «fast surreal» gewirkt. «Es fĂŒhlte sich an, als wĂ€re ich an einem Ort, den ich bislang nur aus dem Fernsehen kannte.»
Die kleine Gemeinde und mit ihr das ganze Land stehen seither unter Schock. Bei der Bekanntgabe weiterer Ermittlungsergebnisse gehe es nun vor allem darum, sensibel gegenĂŒber denen zu handeln, die geliebte Menschen verloren hĂ€tten, erklĂ€rte die Polizei.
RĂ€tselraten ĂŒber das Motiv
Ăber das Motiv hinter der Tat ist weiterhin nichts bekannt. Die Beziehung zwischen der tatverdĂ€chtigen Teenagerin und den Opfern sei Teil der Ermittlung, so die Polizei. Einem Sprecher zufolge hatten EinsatzkrĂ€fte in den vergangenen Jahren mehrfach die Wohnadresse der VerdĂ€chtigen aufgesucht und dabei auch Waffen sichergestellt. Der Polizist sprach auch von «psychischen Gesundheitsproblemen» der mutmaĂlichen SchĂŒtzin, ohne weitere Details zu nennen.
Zur IdentitĂ€t der VerdĂ€chtigen sagte der Beamte: «Wir identifizieren die tatverdĂ€chtige Person so, wie sie sich selbst öffentlich und in den sozialen Medien identifiziert hat.» Er könne aber sagen, dass die TĂ€terin bei der Geburt als mĂ€nnlich registriert worden sei. Derzeit habe die Polizei keine Informationen darĂŒber, ob die VerdĂ€chtige Mobbing und andere Diskriminierung an der Schule erlebt habe. Sie habe vor vier Jahren die Schule abgebrochen.
DĂŒstere Erinnerungen an Tat vor 37 Jahren
Der kanadische Premierminister Mark Carney trat sichtlich berĂŒhrt vor die Presse und gab bekannt, dass fĂŒr die kommenden sieben Tage Staatstrauer gelte. Tumbler Ridge, den Schauplatz des Vorfalls, nannte er «eine Stadt von Bergarbeitern, Lehrern, Bauarbeitern, Familien, die dort ihr Leben aufgebaut haben â Menschen, die immer fĂŒreinander da waren.»Â
Es handelt sich laut kanadischen Medien um den folgenschwersten Vorfall dieser Art an einer Schule oder Hochschule in dem nordamerikanischen Land seit 1989. Damals erschoss ein 25-JĂ€hriger an einer Fachhochschule in Montreal 14 Studentinnen, bevor er sich selbst das Leben nahm.
In Kanada gibt es viel seltener Schusswaffengewalt als im sĂŒdlichen Nachbarland USA, wo das Problem weitaus gröĂer ist und auch relativ hĂ€ufig SchĂŒssen an Schulen fallen. Experten fĂŒhren das auf die deutlich strengeren kanadischen Waffengesetze zurĂŒck.
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