Menschenleere StÀdte: Kanada kÀmpft gegen Feuer
19.08.2023 - 12:46:02In mehreren Provinzen Kanadas zerstören verheerende WaldbrĂ€nde derzeit HĂ€user und vertreiben Tausende Menschen aus ihren HĂ€usern. Im Zentrum des Geschehens standen am frĂŒhen Samstagmorgen zwei StĂ€dte, auf die sich die Flammen immer weiter zubewegten: Die Region um die Stadt Kelowna in der Provinz British Columbia und die Stadt Yellowknife in den Nordwest-Territorien, einem dĂŒnn besiedelten Gebiet am nördlichen Polarkreis.
Die Regierung von British Columbia an der PazifikkĂŒste rief am Freitagabend fĂŒr die gesamte Provinz den Notstand aus. «In diesem Jahr erleben wir in British Columbia die schlimmste Waldbrandsaison aller Zeiten», hieĂ es in einer Mitteilung. Die Lage in der Provinz habe sich in den vergangenen 24 Stunden rasant verĂ€ndert, hieĂ es. «Wir stehen in den kommenden Tagen vor einer Ă€uĂerst herausfordernden Situation.»
Das sogenannte McDougall Creek Fire, das am Freitag mehrere Gemeinden an dem bei Touristen beliebten See Okanagan Lake erreicht hatte, erstreckte sich am SamstagmorgenÂ ĂŒber eine FlĂ€che von etwa 10.500 Hektar - fast zehnmal so viel wie noch 24 Stunden zuvor.
Bisher keine Berichte ĂŒber Tote
In der Umgebung der Stadt West Kelowna auf der Westseite des Sees wurden nach Angaben des Senders CBC mehrere GebÀude zerstört, darunter auch das historische Lake Okanagan Resort, das schon GÀste wie die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher beherbergt hatte. Die genaue Anzahl der vom Feuer zerstörten GebÀude war zunÀchst nicht bekannt.
Bislang gebe es keine Berichte ĂŒber Tote, sagte der Leiter der örtlichen Feuerwehr, Jason Brolund, am Freitagabend auf einer Pressekonferenz. Jedoch seien EinsatzkrĂ€fte zeitweise von den Flammen eingeschlossen gewesen, als sie Anwohner retten mussten, die trotz Evakuierungsanordnungen ihre HĂ€user nicht verlassen wollten. In der Stadt, fĂŒr die bereits seit Donnerstag der Notstand galt, leben 36.000 Menschen.
Auch die Stadt Kelowna mit fast 150.000 Einwohnern auf der gegenĂŒberliegenden Seite des Sees ist von BrĂ€nden betroffen. Behördenangaben zufolge wird erwartet, dass sich die Feuer noch weiter ausbreiten. In der gesamten Provinz seien 15.000 Menschen aufgefordert worden, ihr Zuhause zu verlassen, hieĂ es nach Angaben der Behörden, fĂŒr mehr als 20.000 weitere Menschen in dem Gebiet galt eine Evakuierungswarnung.
Yellowknife fast vollstÀndig verlassen
Auch in den nördlich angrenzenden Nordwest-Territorien Kanadas wĂŒten heftige WaldbrĂ€nde nur noch wenige Kilometer vor der Stadtgrenze der Gebietshauptstadt Yellowknife. Nach Angaben des regionalen Umweltministers Shane Thompson war die Stadt am Freitagabend nahezu vollstĂ€ndig verlassen. «Wir haben in den vergangenen 48 Stunden mehr als 19.000 Menschen aus Yellowknife evakuiert», schrieb er auf der Online-Plattform X, die bislang unter dem Namen Twitter bekannt war. Mehr als 15.000 Menschen seien auf dem Landweg geflĂŒchtet, etwa 3800 seien ausgeflogen worden. Etwa 1000 Menschen mit systemrelevanten TĂ€tigkeiten seien in der Stadt und ihrer Umgebung zurĂŒckgeblieben.
Kanada kĂ€mpft bereits seit Monaten gegen WaldbrĂ€nde in mehreren Teilen des Landes. WaldbrĂ€nde sind in vielen Teilen Kanadas ein jĂ€hrlich auftretendes PhĂ€nomen, bei dem auch immer wieder Menschen in Sicherheit gebracht werden mĂŒssen. In diesem Jahr handelt es sich allerdings um die schlimmste bekannte Waldbrand-Saison in der Geschichte des Landes. Angesichts des Klimawandels warnen Experten, dass Feuer hĂ€ufiger auftreten und mehr Zerstörungskraft entfalten werden. In den PrĂ€rieprovinzen im Westen Kanadas stieg die Durchschnittstemperatur nach Angaben des Ministeriums fĂŒr Umwelt und Klimawandel seit Mitte des 20. Jahrhunderts um 1,9 Grad Celsius.





