Teneriffa, Griechenland, Kanada: BrÀnde dauern an
21.08.2023 - 21:42:38Verhaltener Optimismus angesichts der schweren BrĂ€nde in Kanada und auf Teneriffa: Auf der Kanaren-Insel seien die Feuer zwar noch nicht unter Kontrolle, aber stabilisiert, heiĂt es. Auch in der kanadischen Provinz British Columbia soll sich die Lage gebessert haben.
In Griechenland hingegen entstanden allein am Montag drei neue GroĂbrĂ€nde - dort heizten stĂŒrmische Winde die Flammen an. Der Ăberblick.
Griechenland
In Griechenland wĂŒtet seit dem Mittag ein Waldbrand auf Euböa, der zweitgröĂten Insel des Landes. Zwei Ortschaften wurden zum Teil evakuiert. Zudem entfachte ein Feuer im Ă€uĂersten Nordosten des Landes in der NĂ€he des Grenzflusses Evros. Dort brennt es im Nationalpark Dadia. Und auch nahe der Hafenstadt Kavala in Nordgriechenland brennt es seit dem Nachmittag - dort wurden vier Feuerwehrleute verletzt in KrankenhĂ€user gebracht, auĂerdem wurden vier Ortschaften evakuiert.
Weiterhin auĂer Kontrolle blieben zudem groĂe Wald- und BuschbrĂ€nde in der Region Böotien nordwestlich von Athen sowie nahe der nordöstlich gelegenen Hafenstadt Alexandroupolis. Dort tobten die Flammen den dritten Tag in Folge.
Wegen anhaltender Trockenheit und stĂŒrmischer Winde bleibt die Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Landes sehr hoch bis extrem hoch, wie der Zivilschutz warnt. Angesichts der vielen Brandherde gibt es fĂŒr Griechenland internationale Hilfe: Zypern schickte zwei Löschflugzeuge, RumĂ€nien zehn Löschfahrzeuge mit 56 Feuerwehrleuten, die noch am Abend eintreffen sollten.
Kanada
Auch in Kanada haben Wind, Trockenheit und Hitze die WaldbrĂ€nde weiter angefacht. Im besonders betroffenen Ort West Kelowna am See Okanagan im SĂŒden der Provinz British Columbia sehe die Lage jedoch «endlich besser aus», sagte der dortige Feuerwehrchef Jason Brolund auf einer Pressekonferenz. Demnach wurden in der Gemeinde in einem Zeitraum von 24 Stunden keine weiteren HĂ€user mehr zerstört.
Insgesamt zerstörten die BrÀnde in der Provinz bislang mindestens 50 GebÀude. Der örtliche MinisterprÀsident David Eby sprach von einer ersten Beurteilung - die Zahlen könnten noch steigen. «Man kann davon ausgehen, dass es sich bei den meisten, wenn nicht allen, dieser GebÀude um WohnhÀuser handelt, was bedeutet, dass diese HÀuser verloren sind», so Eby weiter.
Kanadas Premierminister Justin Trudeau kĂŒndigte an, dass nun das MilitĂ€r bei Evakuierungen sowie anderen logistischen Aufgaben helfen werde. Zehntausende Menschen haben in den betroffenen Gebieten ihre HĂ€user verlassen mĂŒssen. Kanada kĂ€mpft bereits seit Monaten gegen WaldbrĂ€nde. In diesem Jahr handelt es sich allerdings um die schlimmste bekannte Waldbrand-Saison in der Geschichte des Landes.
Teneriffa
Auf Teneriffa sind bei der BrandbekĂ€mpfung zuletzt Fortschritte erzielt worden. «Das Schlimmste ist vorbei», sagte der kanarische Regierungschef Fernando Clavijo. Noch könne man zwar nicht behaupten, dass das Feuer unter Kontrolle sei. Aber man sei dabei, es «an allen Fronten zu stabilisieren». Es gebe Hoffnung, dass zahlreiche der rund 13.000 Evakuierten noch im Laufe des Montags in ihre HĂ€user zurĂŒckkehren könnten.
Laut Clavijo handelt es sich um die schwersten BrĂ€nde auf Teneriffa in den vergangenen 40 Jahren. Inzwischen sieht es die Polizei als erwiesen an, dass das Feuer auf Brandstiftung zurĂŒckzufĂŒhren ist.
Die Flammen erfassten bisher im Norden und Nordosten Teneriffas knapp 134 Quadratkilometer Natur, was fast der FlĂ€che des FĂŒrstentums Liechtensteins - und mehr als 6 Prozent des Territoriums der spanischen Atlantik-Insel entspricht. Nun hoffen die BrandbekĂ€mpfer auf das Wetter: Die Winde sollen schwĂ€cher werden, die Temperaturen etwas fallen und die Luftfeuchtigkeit ansteigen.
Der spanische MinisterprÀsident Pedro Sånchez flog auf die Insel, um sich vor Ort ein Bild der Lage zu machen, und versprach Hilfe beim Wiederaufbau. «Ganz Spanien steht an der Seite der Kanarischen Inseln und Teneriffas», sagte der Sozialist.
Die Umweltschutzorganisation WWF warnte vor immer stĂ€rkeren Brand-Katastrophen. «Die fortschreitende Klimakrise hat uns in das Zeitalter der Megafeuer gebracht: Wo es schon immer WaldbrĂ€nde gab, wie in Griechenland und Kanada, werden sie zu tödlichen Infernos», sagte WWF-Waldreferent Johannes Zahnen am Montag. Die zunehmenden BrĂ€nde seien Warnsignale der Natur, Klimaschutz mĂŒsse gestĂ€rkt werden. Der WWF werde deshalb am 15. September gemeinsam mit Fridays for Future beim bundesweiten Klimastreik auf die StraĂe gehen.









