Geiseln, Justizvollzugsbeamte

Als Geiseln genommene Justizvollzugsbeamte kommen frei

14.01.2024 - 06:03:37

In mehreren GefÀngnissen Ecuadors ist die Gewalt zuletzt eskaliert. Kriminelle Banden haben Aufseher in ihre Gewalt gebracht. Nun kommen die Geiseln frei.

Inmitten heftiger Auseinandersetzungen zwischen kriminellen Banden und staatlichen SicherheitskrĂ€ften in Ecuador sind nun alle als Geiseln genommene Justizvollzugsbeamte freigekommen. Das teilte die Behörde fĂŒr Strafvollzug mit. ZunĂ€chst waren am Samstag 41 der Geiseln, 24 GefĂ€ngniswĂ€rter und 17 Verwaltungsangestellte, freigelassen worden. SpĂ€ter wurden auch die ĂŒbrigen 136 Justizvollzugsbeamten freigelassen, die in mehreren Haftanstalten des sĂŒdamerikanischen Landes von meuternden Gefangenen festgehalten worden waren. Bei KĂ€mpfen in einem GefĂ€ngnis sei ein WĂ€rter getötet und ein weiterer verletzt worden, hieß es weiter.

Zuletzt hatten kriminelle Banden in mehreren Haftanstalten gemeutert und zahlreiche Aufseher in ihre Gewalt gebracht. Viele GefĂ€ngnisse in Ecuador werden von Verbrechersyndikaten kontrolliert. Oftmals sorgen die SicherheitskrĂ€fte lediglich dafĂŒr, dass die Gefangenen in den Haftanstalten bleiben. Innerhalb der Mauern bleiben sie sich weitgehend selbst ĂŒberlassen.

Nachdem Bewaffnete am Dienstag wĂ€hrend einer live ĂŒbertragenen Nachrichtensendung ein Studio des staatlichen Fernsehsenders TC TelevisiĂłn gestĂŒrmt und zahlreiche Geiseln genommen hatten, schickte die Regierung die StreitkrĂ€fte in den Kampf gegen die Gangs. PrĂ€sident Daniel Noboa erklĂ€rte per Dekret, dass sich Ecuador in einem internen bewaffneten Konflikt befinde. Er deklarierte 22 kriminelle Gruppen als terroristische Organisationen und nicht-staatliche Kriegsparteien, die auszuschalten seien.

Die Sicherheitslage in Ecuador hatte sich zuletzt dramatisch verschlechtert. Die Mordrate von 46,5 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner im vergangenen Jahr war die bislang höchste in der Geschichte des einst friedlichen Andenstaates und eine der höchsten Lateinamerikas. Mehrere Banden mit Verbindungen zu mĂ€chtigen mexikanischen Kartellen kĂ€mpfen um die Kontrolle ĂŒber die Routen des Drogenhandels. Ecuador ist ein wichtiges Transitland fĂŒr Kokain aus Kolumbien, Peru und Bolivien, das in die USA und nach Europa geschmuggelt wird.

@ dpa.de