Irans, Hauptstadt

Irans Hauptstadt droht Verlegung wegen Wasserkrise

24.07.2025 - 11:04:28

Inmitten wachsender WasserversorgungsengpĂ€sse im Iran rĂŒckt die Hauptstadt in den Fokus. PrĂ€sident Peseschkian hĂ€lt eine Verlegung Teherans fĂŒr möglich, sollte die Wasserknappheit nicht gelöst werden.

  • Besonders trocken ist es in der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan, die an Afghanistan und Pakistan grenzt. (Archivbild) - Foto: Mohammad Dehdast/dpa

    Mohammad Dehdast/dpa

  • Die Wasserversorgung der Millionenmetropole Teheran ist durch knappe PegelstĂ€nde an den StaudĂ€mmen gefĂ€hrdet. (Archivbild) - Foto: -/dpa

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Besonders trocken ist es in der iranischen Provinz Sistan und Belutschistan, die an Afghanistan und Pakistan grenzt. (Archivbild) - Foto: Mohammad Dehdast/dpaDie Wasserversorgung der Millionenmetropole Teheran ist durch knappe PegelstÀnde an den StaudÀmmen gefÀhrdet. (Archivbild) - Foto: -/dpa

Angesichts der Wasserknappheit in der iranischen Hauptstadt Teheran schließt PrĂ€sident Massud Peseschkian eine Verlegung der 15-Millionen-Metropole nicht aus. «Die Lage ist ernst und Teheran hat wirklich kein Wasser mehr», sagte Peseschkian laut dem Nachrichtenportal Asr-Iran. Die Verlegung der Hauptstadt wĂ€re dann als Notlösung nicht auszuschließen. 

Die Wasserkrise hat in vielen Landesteilen starke Auswirkungen und ist beherrschendes Thema fĂŒr viele Iranerinnen und Iraner. In mehr als 20 von 31 Provinzen spitzt sich die Lage zu.

Normale Wasserversorgung in kommenden Wochen nicht möglich

Einer der grĂ¶ĂŸten Stauseen könnte bereits innerhalb der nĂ€chsten vier Wochen austrocknen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. An sieben StaudĂ€mmen im ganzen Land sei der FĂŒllstand auf unter zehn Prozent gerutscht, in den Provinzen Hormusgan und Fars trockneten zwei Talsperren komplett aus. Klimaexperten sagten, 80 Prozent der Stauseen seien fast leer. Eine normale Wasserversorgung sei mindestens in den kommenden zwei Monaten nicht mehr möglich - nĂ€mlich bis RegenfĂ€lle im Herbst die Lage entspannen.

Peseschkian nannte jahrelange DĂŒrre im Land als einen Grund fĂŒr die aktuelle Krise, kritisierte aber auch die Umweltpolitik der VorgĂ€ngerregierungen, die dieses Thema weitgehend ignoriert hatten. Die Regierung hĂ€lt wegen der Krise bis mindestens Samstag alle Behörden und Schulen geschlossen. Die Energie- und Wasserkrise hat auch zur Schließung vieler Fabriken gefĂŒhrt und die ProduktionskapazitĂ€ten im Land erheblich geschwĂ€cht. Im Zuge dessen wird mit einer großen Entlassungswelle gerechnet. Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani sprach von einer «Naturkatastrophe». 

Kritiker werfen Regierung Misswirtschaft vor

Kritiker werfen dem islamischen System und den Provinzverwaltungen im Umgang mit den Wetterherausforderungen Misswirtschaft vor. Viele Einwohner Teherans haben die Hauptstadt bereits in Richtung Norden des Landes verlassen. In den Provinzen am Kaspischen Meer gibt es derzeit keine Probleme mit der Wasserversorgung.

@ dpa.de