Deutschland, Hessen

Immer mehr Ärzte kommen aus dem Ausland

24.02.2026 - 09:22:02 | dpa.de

Jeder achte Mediziner hat keinen deutschen Pass, jeder vierte ist ein Zuwanderer. Ihr Anteil an der Ärzteschaft wächst zwar stark - aber immer noch nicht stark genug.

  • Ausländische Ärzte stabilisieren das deutsche Gesundheitssystem. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
    Ausländische Ärzte stabilisieren das deutsche Gesundheitssystem. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
  • Ausländische Ärzte stabilisieren das deutsche Gesundheitssystem. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
    Ausländische Ärzte stabilisieren das deutsche Gesundheitssystem. (Symbolbild) - Foto: Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/dpa
  • Zugewanderte Ärzte sind häufig besonders jung. (Symbolbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa
    Zugewanderte Ärzte sind häufig besonders jung. (Symbolbild) - Foto: Sina Schuldt/dpa
  • Ein Drittel der Mediziner ist über 55 Jahre alt, ihre Stellen werden bald frei. (Symbolbild) - Foto: Tom Weller/dpa
    Ein Drittel der Mediziner ist über 55 Jahre alt, ihre Stellen werden bald frei. (Symbolbild) - Foto: Tom Weller/dpa
  • Der Unfallchirurg Faisal Shehadeh kam aus Syrien nach Deutschland.   - Foto: -/privat/dpa
    Der Unfallchirurg Faisal Shehadeh kam aus Syrien nach Deutschland. - Foto: -/privat/dpa
'.$caption.' '.$caption.' '.$caption.' '.$caption.' '.$caption.'

In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. Laut Statistischem Bundesamt hatten 64.000 oder 13 Prozent aller Mediziner im Jahr 2024 keine deutsche Staatsangehörigkeit. Zehn Jahre zuvor waren es erst 30.000 beziehungsweise 7 Prozent gewesen. 

121.000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte arbeiteten 2024 in der Human- und Zahnmedizin. «Das war knapp ein Viertel der gesamten Ärzteschaft», wie das Statistische Bundesamt berichtet. Einige besitzen inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft. 42 Prozent waren weniger als zehn Jahre in Deutschland. 

Von Aleppo nach Langen

Einer von ihnen ist Faisal Shehadeh. Der 42-Jährige arbeitet als Unfallchirurg in der Asklepios Klinik im hessischen Langen. Sein Medizinstudium schloss er 2006 in Aleppo (Syrien) ab, wo er auch Deutsch lernte. 2015 schloss er seine Facharztausbildung in NRW ab, danach war er Oberarzt im Saarland. Heute ist er als Spezialist für Schulter- und Ellenbogenchirurgie gefragt.

Dass seine Wahl auf Deutschland fiel, lag daran, «dass in Deutschland sehr hohe Standards in der Medizin gelten und die Facharztausbildung eine der besten weltweit ist», wie er im Interview berichtet. Der bürokratische Aufwand, bis sein Abschluss als gleichwertig anerkannt gewesen sei, sei «überschaubar» gewesen. Der Facharztmangel in Deutschland habe seinen Einstieg erleichtert. 

Deutsche wählen Umweg über das Ausland

7.000 ausländische Medizin-Abschlüsse wurden 2024 als gleichwertig anerkannt, wie das Statistische Bundesamt berichtet. Darunter waren 21 Prozent Deutsche, die im Ausland Medizin studiert haben - oft um die Zulassungsbeschränkungen zu umgehen. Die meisten entschieden sich für Österreich oder Ungarn. 

Zweitgrößte Gruppe bei den anerkannten ausländischen Abschlüssen waren Syrerinnen und Syrer wie Shehadeh. 2024 wurden 800 syrische Abschlüsse in der Humanmedizin und 100 in der Zahnmedizin anerkannt.

Zu bürokratisch, zu willkürlich

Nicht immer geht es so schnell und unbürokratisch bei Shehadeh. Atilla Vurgun leitet in Frankfurt die gemeinnützige Akademie für Heilberufe, die ausländische Ärztinnen und Ärzte auf dem Weg in das deutsche Gesundheitssystem begleitet. Er schildert Fälle, in denen es Jahre dauert, bis die Behörden über die Gleichwertigkeit des Abschlusses entscheiden. 

Wer sich alternativ dafür entscheide, eine sogenannte Kenntnisprüfung abzulegen, warte teils Jahre auf einen Termin. Ob die Papiere am Ende anerkannt würden oder man die Prüfung bestehe, sei «wie eine Lotterie», sagt Vurgun. Denn es gebe keine Standards - jedes Bundesland und jede Kammer entscheide in eigenem Ermessen. 

Zuwanderer überdurchschnittlich jung

Vurgun würde sich wünschen, dass die Anerkennung ausländischer Medizinabschlüsse in Deutschland einheitlich geregelt wäre: zentrale Sprachprüfungen an einer Sprachschule, Fachprüfungen an den Medizinhochschulen, ein Ansprechpartner für den gesamten Prozess und eine Entscheidung binnen eines Jahres. 

Der Zuzug aus dem Ausland ist wichtig - denn ein großer Teil der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland scheidet in den nächsten Jahren altersbedingt aus, wie das Statistische Bundesamt berichtet. 2024 war knapp ein Drittel bereits über 55 Jahre alt. Gerade die jungen Kollegen sind überdurchschnittlich häufig zugewandert: Fast die Hälfte der ausländischen Ärztinnen und Ärzte war 2024 jünger als 35 Jahre.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
unterhaltung | 68606983 |

Weitere Meldungen

Flugbegleiter stimmen für Streiks bei der Lufthansa. Das Ergebnis einer Urabstimmung fiel deutlich aus. Die Stimmung bei der Lufthansa brodelt: Kurz vor Ostern sind nach den Piloten nun auch die Kabinen-Crews bereit für Streiks. (Wirtschaft, 27.03.2026 - 17:20) weiterlesen...

Nächste Anklage gegen Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette. Deutschlands oberste Strafverfolger erheben nun eigene schwere Vorwürfe. Am Landgericht Verden sitzt Daniela Klette schon wegen Raubüberfällen auf der Anklagebank. (Politik, 27.03.2026 - 09:38) weiterlesen...

Warum so viele Deutsche Aktien und Fonds links liegen lassen. kaum genutzt werden. Warum viele Deutsche vor Wertpapieren zurückschrecken – und was Experten raten. Milliarden liegen auf Sparbüchern, während Aktien & Co. (Wirtschaft, 27.03.2026 - 05:00) weiterlesen...

BGH zieht klare Linie bei Cannabis-Werbung im Netz. Nun hat der BGH zwei Fälle geprüft. Werbung für medizinisches Cannabis und Online-Diagnosen aus Irland: Wie weit Unternehmen im Gesundheitsbereich gehen dürfen, beschäftigt immer wieder die Justiz. (Politik, 26.03.2026 - 11:54) weiterlesen...

BGH: Keine Werbung für Cannabis-Behandlung im Internet. Damit dürfen Anbieter nur bei einem kleinen Kreis dafür werben. Was das höchstrichterliche Urteil für Verbraucherinnen und Verbraucher bedeutet. Medizinisches Cannabis ist verschreibungspflichtig. (Politik, 26.03.2026 - 09:35) weiterlesen...

Tarifgespräche für Chemiebranche gehen in heiße Phase. Die Kämpfe in Nahen Osten machen die Gespräche in dritter Runde nicht leichter. Arbeitgeber und Gewerkschafter verhandeln um mehr Geld für rund 585.000 Beschäftigte in der kriselnden Chemiebranche. (Wirtschaft, 24.03.2026 - 13:18) weiterlesen...