Prozess gegen Maddie-VerdÀchtigen vertagt
16.02.2024 - 11:30:19Weil eine Schöffin in sozialen Medien einen Aufruf zum Mord verbreitet haben soll, ist der Sexualdelikts-Prozess gegen den Maddie-VerdÀchtigen vertagt worden. Dem 47 Jahre alten Christian B. werden drei schwere Vergewaltigungen und sexueller Missbrauch von Kindern in zwei FÀllen vorgeworfen. Die Taten soll der Angeklagte in Portugal begangen haben.
Zu Beginn der Verhandlung hatte Verteidiger Friedrich FĂŒlscher einen Befangenheitsantrag gegen eine ehrenamtliche Richterin gestellt. Sie soll in sozialen Medien einen Aufruf zum Mord an dem ehemaligen brasilianischen PrĂ€sidenten Jair Bolsonaro verbreitet haben.
Nach etwa 40-minĂŒtiger Beratung schloss sich die Staatsanwaltschaft dem Befangenheitsantrag an. «Die ĂuĂerungen stehen auĂerhalb unserer Rechtsordnung», sagte OberstaatsanwĂ€ltin Ute Lindemann. Ein Aufruf zum Mord und Totschlag sei etwas, «was wir hier nicht dulden». Es werde geprĂŒft, ob ein Strafverfahren gegen die Schöffin eingeleitet werde.
Wie geht es weiter?
Der Prozess gegen Christian B. geht am Freitag in einer Woche (23. Februar) weiter. Dann könnte die Verlesung der mehr als 100-seitigen Anklageschrift auf dem Programm stehen.
Im Juni 2020 hatten deutsche Ermittler ĂŒberraschend bekannt gegeben, dass sie den vorbestraften SexualstraftĂ€ter im Fall der seit 2007 vermissten Maddie aus GroĂbritannien unter Mordverdacht haben. Die damals dreijĂ€hrige Madeleine McCann war im Mai 2007 im portugiesischen Praia da Luz aus einer Ferienanlage verschwunden. Der Fall sorgte weltweit fĂŒr Schlagzeilen, ist aber nicht Gegenstand des aktuellen Prozesses in Braunschweig.
Von heute an muss sich Christian B. wegen fĂŒnf Sexualstraftaten vor Gericht verantworten. Unter anderem soll er 2004 eine damals 20 Jahre alte Frau aus Irland in einem Appartement in Portugal vergewaltigt haben.


