Justizauktion, Luxusautos

Justizauktion Stuttgart: Lamborghini erzielt 710.000 Euro

Veröffentlicht am: 24.10.2026 um 16:32 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Bei der Versteigerung beschlagnahmter Gegenstände in Stuttgart übertraf der Erlös das Ziel von zwei Millionen Euro. Besonders gefragt waren mehrere Lamborghini-Modelle, doch auch deutlich günstigere Fahrzeuge erzielten hohe Gebote.

Vom Strafverfahren zum Auktionserlös

  • Die Auktion umfasste 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren.
  • Ein Lamborghini Aventador erzielte im Mercedes-Benz Museum 710.000 Euro.
  • Der Audi A4 von 2012 wechselte trotz rund 239.000 Kilometern für 9.000 Euro den Besitzer.
  • Das Highlight der Auktion: Ein Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimate Roadster. - Bild: Florian Ertl/dpa
  • Bei diesem Wagen handelt es sich um einen Nachbau eines Shelby Cobras aus dem Jahr 2005 aus den USA. - Bild: Florian Ertl/dpa
  • Diese Uhren wurden für einen Wert zwischen 400 und 15.000 Euro versteigert. - Bild: Florian Ertl/dpa
Das Highlight der Auktion: Ein Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimate Roadster. - Bild: Florian Ertl/dpa Bei diesem Wagen handelt es sich um einen Nachbau eines Shelby Cobras aus dem Jahr 2005 aus den USA. - Bild: Florian Ertl/dpa Diese Uhren wurden für einen Wert zwischen 400 und 15.000 Euro versteigert. - Bild: Florian Ertl/dpa

Justiz versteigert beschlagnahmte Fahrzeuge in Stuttgart

Bei einer Justizversteigerung in Stuttgart haben Bieter mehr als 2,1 Millionen Euro für Autos, Motorräder und Luxusuhren geboten. Den höchsten Preis erzielte ein Lamborghini Aventador LP 780-4 Ultimate Roadster, der für 710.000 Euro versteigert wurde.

22 Gegenstände kommen unter den Hammer

Die Auktion fand am Samstag im Mercedes-Benz Museum statt und wurde in zwei Sälen sowie online durchgeführt. Das Auktionshaus Eppli organisierte sie im Auftrag der baden-württembergischen Justiz.

Insgesamt wurden 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren angeboten. Die Gegenstände stammen aus verschiedenen Strafverfahren, unter anderem wegen Geldwäsche, Steuerstraftaten und Drogenhandels; einige frühere Eigentümer sind bereits verurteilt.

Sportwagen erzielen die höchsten Summen

Der Aventador war auf 250 Exemplare limitiert und hatte lediglich 98 Kilometer Laufleistung. Für einen Lamborghini Huracán STO mit 640 PS stieg der Preis auf 370.000 Euro, ein Lamborghini Huracán Super Trofeo EVO 2 erzielte 225.000 Euro.

Ein grüner Lamborghini Urus Performante mit 660 PS wurde für 290.000 Euro verkauft. Der Startpreis hatte bei 90.000 Euro gelegen. Ein Audi RS6 Avant Performance ging für 120.000 Euro an einen Online-Bieter aus Monaco.

Auch Alltagsfahrzeuge sind gefragt

Ein Audi A4 aus dem Jahr 2012 mit rund 239.000 Kilometern erzielte 9.000 Euro; das Startgebot hatte bei 1.500 Euro gelegen. Ein VW Polo brachte 19.000 statt 2.000 Euro, ein VW Multivan T6 mit 26.000 Kilometern wurde für 60.000 Euro versteigert.

Der Gesamterlös fließt je nach rechtlicher Lage in die Staatskasse oder kommt möglichen Geschädigten zugute. Obergerichtsvollzieher Alexander Doster erklärte, das ursprüngliche Ziel von zwei Millionen Euro sei übertroffen worden.

Die Auktion zeigt, wie Vermögensabschöpfung im Strafrecht praktisch umgesetzt wird. Eingezogene oder gepfändete Gegenstände werden nicht dauerhaft verwahrt, sondern nach den rechtlichen Voraussetzungen verwertet. Der Erlös kann dadurch entweder dem Staat zufließen oder dazu beitragen, finanzielle Nachteile von Geschädigten auszugleichen.

Die Spannweite der Stuttgarter Versteigerung reicht vom gebrauchten Audi bis zum seltenen Supersportwagen. Das macht sichtbar, dass Vermögenswerte aus Strafverfahren nicht nur aus Bargeld oder Immobilien bestehen. Fahrzeuge können trotz hoher Laufleistung begehrt sein, während limitierte Modelle ihren Marktwert vor allem aus Seltenheit, Zustand und Ausstattung beziehen.

Öffentliche Auktion mit besonderen Bedingungen

Bei solchen Versteigerungen gelten andere Erwartungen als beim gewöhnlichen Autokauf. Der Zuschlag verpflichtet zur Zahlung, und Interessenten müssen den Zustand sowie mögliche Einschränkungen des jeweiligen Gegenstands einkalkulieren. Die vorherige Bekanntmachung der Fahrzeuge und die Möglichkeit von Saal- und Onlinegeboten erweitern den Zugang, führen aber zugleich zu einem Wettbewerb um besonders attraktive Lose.

Für die Justiz ist der Erlös entscheidend, nicht die spektakuläre Herkunft einzelner Autos. Die Auktion schafft Einnahmen, beendet die Verwahrung der Gegenstände und kann bei entsprechender Rechtslage die Rückführung von Werten an Betroffene unterstützen. Für die Öffentlichkeit wird damit zugleich sichtbar, dass Strafverfahren neben Freiheits- oder Geldstrafen auch konkrete wirtschaftliche Folgen haben.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

stern: „Autos, Motorräder, Uhren: Erst beschlagnahmt, dann versteigert: So kann man mitbieten“ (23.10.2026)

Der Artikel ordnet die Auktion vor ihrem Beginn ein und beschreibt die 22 Gegenstände, ihre Herkunft aus Strafverfahren sowie die Teilnahmebedingungen. Er hebt besonders den Lamborghini Aventador mit 98 Kilometern Laufleistung und die praktischen Regeln für Zahlung und Abholung hervor.

n-tv: „Erst beschlagnahmt, dann versteigert: So kann man mitbieten“ (23.10.2026)

Der Beitrag erklärt ebenfalls, dass 15 Autos, drei Motorräder und vier Luxusuhren aus Strafverfahren angeboten werden könnten. Anders als die Meldung über die Ergebnisse konzentriert er sich auf Ablauf, Registrierung, Zahlungsfrist und Abholung.

Beide Beiträge stimmten bei Umfang, Herkunft und Ablauf der Auktion überein; die spätere Entwicklung der Gebote und der erzielte Gesamterlös seien dort noch nicht enthalten.

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