Karl Bushby, Weltreise

Karl Bushby erreicht nach 28 Jahren seine Heimatstadt Hull

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 14:05 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach fast drei Jahrzehnten erreicht der britische Abenteurer seine Heimatstadt Hull. Sein Weg führte ihn durch 29 Länder, über gefährliche Gewässer und rund 50.000 Kilometer bis zurück nach England.

Bushbys Rückkehr nach Hull

  • Bushby startete am 1. November 1998 im chilenischen Punta Arenas zu seiner Weltreise.
  • Der heute 57-Jährige bereiste 29 Länder und legte etwa 50.000 Kilometer zurück.
  • Nach dem Empfang auf dem Queen Victoria Square wollte er noch fünf Kilometer zum Haus seiner Mutter gehen.
  • Dem Abenteurer wurde in seiner Heimatstadt ein großer Empfang bereitet. - Bild: Jon Super/AP/dpa
  • Abenteurer Bushby ist nach 28 Jahren wieder in seiner Heimatstadt angekommen. - Bild: Jon Super/AP/dpa
  • Die Geschichte des Briten ging in den vergangenen Monaten um die Welt. - Bild: Jon Super/AP/dpa
  • Für die Menschen in Hull war die Ankunft des Briten ein Tag zum Feiern. - Bild: Annabel Lee-Ellis/PA Wire/dpa
Dem Abenteurer wurde in seiner Heimatstadt ein großer Empfang bereitet.  - Bild: Jon Super/AP/dpa  Abenteurer Bushby ist nach 28 Jahren wieder in seiner Heimatstadt angekommen. - Bild: Jon Super/AP/dpa Die Geschichte des Briten ging in den vergangenen Monaten um die Welt. - Bild: Jon Super/AP/dpa Für die Menschen in Hull war die Ankunft des Briten ein Tag zum Feiern. - Bild: Annabel Lee-Ellis/PA Wire/dpa

Karl Bushby erreicht nach 28 Jahren Hull

Der britische Abenteurer Karl Bushby ist nach 28 Jahren und rund 50.000 Kilometern ohne motorisiertes Transportmittel in seiner Heimatstadt Hull empfangen worden. Hunderte Menschen versammelten sich auf dem Queen Victoria Square, bevor der 57-Jährige zu Fuß zum Haus seiner Mutter weitergehen sollte.

Empfang in der Heimatstadt

Bushby wurde in kurzer Hose und mit grau gewordenem Bart begrüßt und schüttelte zahlreiche Hände. Zu seinem Empfang war eine kleine Bühne aufgebaut worden; Dutzende Medienvertreter begleiteten den Abenteurer.

Am Nachmittag sollte Bushby noch fünf Kilometer bis zum Haus seiner Mutter Angela Bushby zurücklegen. Seine Rückkehr nach Großbritannien hatte Anfang Oktober mit einer Sondergenehmigung begonnen: Er schwamm von Frankreich nach England über den Ärmelkanal.

Route durch 29 Länder

Seine Expedition begann am 1. November 1998 im chilenischen Punta Arenas. Bushby startete mit einem zweirädrigen Gepäckwagen, den er „The Beast“ nannte, und 500 US-Dollar.

Die Route führte durch Süd- und Mittelamerika, die USA und Kanada, weiter nach Alaska, Sibirien, Asien und Europa. Nach Angaben seines Presseteams legte Bushby etwa 50.000 Kilometer zurück und bereiste 29 Länder.

Gefahren und erzwungene Unterbrechungen

Der ehemalige Soldat durchquerte Gebirge, Wüsten und Dschungel und bewältigte extreme Kälte. Für den Weg von Kasachstan nach Aserbaidschan schwamm er zudem Dutzende Tage durch das Kaspische Meer.

Die Reise wurde unter anderem durch Visa-Probleme, finanzielle Schwierigkeiten, politische Hindernisse und die Corona-Pandemie unterbrochen. Bushby griff zeitweise auf Flugzeuge zurück, kehrte danach aber jeweils an den Punkt seiner offiziellen Route zurück.

2006 wurde er bei der Überquerung der Beringstraße von einem Eisbären bedroht und von russischen Grenzbeamten festgenommen. Auch die Weltwirtschaftskrise von 2008 brachte seine Expedition in Schwierigkeiten.

Familie und neues Leben

Als Bushby Großbritannien verließ, hinterließ er einen kleinen Sohn. Heute hat er nach eigenen Angaben eine Enkelin, die er bislang nicht kennengelernt hat; das Verhältnis zu seinem Sohn Adam sei trotz der langen Abwesenheit gut.

Die Rückkehr wird von Werner Herzog filmisch begleitet. Der deutsche Regisseur empfing Bushby am 5. Oktober 2026 am Shakespeare Beach bei Dover und begleitete ihn auch auf den letzten Metern in Hull.

Die Dokumentation „Walk of Life“ soll Bushbys körperliche und psychische Belastungen während der außergewöhnlichen Expedition zeigen.

Karl Bushbys Expedition steht für eine Form des Abenteuertums, bei der nicht nur körperliche Ausdauer, sondern auch langfristige Planung und Anpassungsfähigkeit entscheidend sind. Der ursprüngliche Zeitplan von zwölf Jahren verlängerte sich auf fast drei Jahrzehnte, weil Visa-Fragen, politische Grenzen, Geldprobleme und die Corona-Pandemie den Verlauf mehrfach unterbrachen.

Besonders ungewöhnlich ist die strenge Regel, nach jeder erzwungenen Pause an den letzten Punkt der offiziellen Route zurückzukehren. Dadurch wurde aus einer geplanten Weltreise ein über Jahrzehnte fortgesetztes Projekt mit rund 50.000 Kilometern durch 29 Länder. Die Route verband extreme Landschaften mit komplizierten Grenz- und Sicherheitslagen.

Zwischen Leistung und persönlichem Preis

Die Rückkehr macht zugleich sichtbar, was eine solche Unternehmung kostet. Bushby verließ Großbritannien mit Ende 20 und kehrt mit 57 Jahren zurück; währenddessen veränderten sich seine Heimatstadt, seine Familie und sein eigenes Leben. Dass er seinen Sohn zurückließ und seine Enkelin bislang nicht kennengelernt hat, gibt der sportlichen Leistung eine persönliche Dimension.

Für Hull wird die Ankunft zu einem öffentlichen Ereignis, für Bushby beginnt danach der Übergang in einen Alltag, den er fast drei Jahrzehnte lang nur aus der Ferne erlebt hat. Die geplante Dokumentation von Werner Herzog dürfte deshalb nicht nur die gefährlichen Etappen zeigen, sondern auch die psychischen und familiären Folgen eines Lebens, das vollständig auf ein einziges Ziel ausgerichtet war.

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