Karl Bushby kehrt nach 28 Jahren und 50.000 Kilometern heim
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 14:53 Uhr | dpa, AD HOC NEWSDie Rückkehr nach Hull und ihre Folgen
- Bushby startete am 1. November 1998 im chilenischen Punta Arenas zu seiner Weltreise.
- Seine Route führte durch 29 Länder sowie über den Ärmelkanal zurück nach Großbritannien.
- Werner Herzog begleitete die letzten Etappen für die Dokumentation „Walk of Life“.
Karl Bushby erreicht nach 28 Jahren wieder Hull
Der britische Abenteurer Karl Bushby ist nach 28 Jahren und rund 50.000 Kilometern in seine Heimatstadt Hull zurückgekehrt. Hunderte Menschen empfingen den 57-Jährigen auf dem Queen Victoria Square, bevor er am Nachmittag seine Mutter Angela wiedertraf.
Start in Chile mit 500 Dollar
Bushby war am 1. November 1998 in Punta Arenas im Süden Chiles aufgebrochen. Für seine Expedition hatte er zwei Regeln festgelegt: Er wollte auf der Route keine motorisierten Transportmittel nutzen und erst nach Abschluss der Reise nach Hause zurückkehren.
Als Gepäckwagen diente ihm „The Beast“, außerdem hatte er zunächst 500 US-Dollar dabei. Seine Strecke führte durch Süd- und Mittelamerika, die USA, Kanada, Alaska, Sibirien, Asien und Europa. Nach Angaben seines Presseteams bereiste er 29 Länder.
Überquerungen durch Wasser und Eis
Zu den schwierigsten Abschnitten gehörten die Beringstraße und das Kaspische Meer. Dutzende Tage schwamm Bushby durch das Kaspische Meer; Anfang Oktober gelangte er mit einer Sondergenehmigung schwimmend von Frankreich nach England über den Ärmelkanal.
Die Expedition wurde immer wieder durch Visa-Probleme, finanzielle Schwierigkeiten, politische Hindernisse und die Corona-Pandemie unterbrochen. Bushby griff zeitweise auf Flugzeuge zurück, kehrte nach den Pausen aber jeweils an den Punkt zurück, an dem er seine offizielle Wanderroute beendet hatte.
Gefahren und persönliche Opfer
2006 wurde Bushby bei der Überquerung der Beringstraße von einem Eisbären bedroht und anschließend von russischen Grenzbeamten festgenommen. Auch der Verlust von Investoren während der Weltwirtschaftskrise und die Pandemie erschwerten den weiteren Weg.
Als Bushby England verließ, hinterließ er einen kleinen Sohn. Inzwischen hat er eine Enkelin, die er nach eigenen Angaben bisher nicht kennengelernt hat. Sein Sohn Adam sei dennoch einer seiner größten Fans.
Werner Herzog dreht Dokumentation
Werner Herzog begleitete Bushbys Rückkehr nach Großbritannien und die letzten Meter in Hull. Der Regisseur empfing ihn am 5. Oktober 2026 am Shakespeare Beach bei Dover nach der Ärmelkanalquerung.
Die geplante Dokumentation trägt den Titel „Walk of Life“. Sie soll Bushbys Reise und die körperlichen sowie psychischen Belastungen der Expedition zeigen.
Karl Bushbys Rückkehr markiert das Ende einer Expedition, die ursprünglich auf zwölf Jahre angelegt war und sich wegen Visa-Problemen, finanzieller Engpässe, politischer Grenzen und der Corona-Pandemie auf fast drei Jahrzehnte verlängerte. Seine selbst gesetzten Regeln machten die Reise besonders anspruchsvoll: Er wollte auf der Route kein motorisiertes Transportmittel nutzen und erst nach einer Rückkehr zu Fuß nach Großbritannien heimkehren.
Die Größenordnung wird durch die Strecke und die Zahl der Länder deutlich. Bushby legte nach Angaben seines Presseteams rund 50.000 Kilometer zurück und durchquerte 29 Länder. Dabei musste er nicht nur mehrere Kontinente, sondern auch Wüsten, Dschungel, Gebirge, arktische Regionen und Gewässer überwinden. Für besonders schwierige Abschnitte waren Sondergenehmigungen, lange Unterbrechungen und wiederholte Rückkehr an den jeweiligen Ausgangspunkt erforderlich.
Vom Abenteuer zum Filmstoff
Die Reise steht zugleich für die langfristigen Kosten eines Vorhabens, das sich nicht vollständig planen lässt. Bushby musste finanzielle Rückschläge, Haft, gesundheitliche und sicherheitspolitische Risiken sowie die jahrelange Trennung von seiner Familie bewältigen. Mit der Ankunft in Hull endet zwar die Expedition, doch die öffentliche Aufmerksamkeit dürfte durch Werner Herzogs Dokumentation „Walk of Life“ anhalten.
Für Bushby beginnt damit eine andere Herausforderung: Nach 28 Jahren unterwegs muss er sich wieder in ein Alltagsleben einfinden. Die Resonanz in Hull zeigt, dass seine Rückkehr nicht nur als persönliche Heimkehr wahrgenommen wird, sondern auch als gemeinsamer Abschluss eines Projekts, an dem Unterstützer in vielen Ländern beteiligt waren.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
STERN: „Jahrzehntelange Weltreise: Nach 28 Jahren: Abenteurer Bushby wieder daheim“ (02.11.2026)
Der Beitrag bestätigt Bushbys Ankunft in Hull, die rund 50.000 Kilometer und den weitgehend zu Fuß bewältigten Weg. Er legt den Schwerpunkt auf die Gefahren und Rückschläge der Expedition, darunter die Beringstraße, Visa-Probleme und die lange Trennung von der Familie.
Euronews: „Karl Bushby kommt nach 28 Jahren und 50.000 Kilometern zu Fuß nach Hull zurück“ (02.11.2026)
Euronews bestätigt ebenfalls die Rückkehr und beschreibt den Empfang in Hull als Ereignis mit bis zu 1.000 Menschen. Der Artikel ordnet die Expedition stärker als internationale Gemeinschaftsleistung ein und nennt zusätzliche Etappen sowie die geplante Dokumentation von Werner Herzog.
Beide Beiträge stimmen beim Ende der Reise, ihrer Dauer und ihrer Größenordnung überein. Unterschiede liegen vor allem in der Gewichtung: Während der Stern die persönlichen Opfer und Risiken hervorhebt, betont Euronews Unterstützung, bürokratische Hindernisse und die weitere filmische Verarbeitung.
