Drogen, Mexiko

Mexikos PrÀsidentin mahnt nach Tod von Drogenboss zur Ruhe

23.02.2026 - 11:36:44 | dpa.de

KartellanfĂŒhrer «El Mencho» stirbt nach einem MilitĂ€reinsatz - und in vielen Bundesstaaten löst dies Unruhen aus. FlĂŒge werden gestrichen, auslĂ€ndische Botschaften warnen ihre BĂŒrger in Mexiko.

  • In Teilen von Mexiko-Stadt war eine massive PrĂ€senz der SicherheitskrĂ€fte zu beobachten. - Foto: FĂ©lix MĂĄrquez/dpa
    In Teilen von Mexiko-Stadt war eine massive PrÀsenz der SicherheitskrÀfte zu beobachten. - Foto: Félix Mårquez/dpa
  • Autos brannten vielerorts nach dem Tod von Drogenboss «El Mencho». - Foto: Armando Solis/AP/dpa
    Autos brannten vielerorts nach dem Tod von Drogenboss «El Mencho». - Foto: Armando Solis/AP/dpa
  • In Guadalajara kam es zu Gewalttaten: In der Stadt werden Spiele der nĂ€chsten Fußball-WM ausgetragen. - Foto: Alejandra Leyva/AP/dpa
    In Guadalajara kam es zu Gewalttaten: In der Stadt werden Spiele der nĂ€chsten Fußball-WM ausgetragen. - Foto: Alejandra Leyva/AP/dpa
  • Auch Soldaten der Nationalgarde waren in voller Montur und mit automatischen Waffen im Einsatz.  - Foto: FĂ©lix MĂĄrquez/dpa
    Auch Soldaten der Nationalgarde waren in voller Montur und mit automatischen Waffen im Einsatz. - Foto: Félix Mårquez/dpa
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Bei einem MilitĂ€reinsatz zu seiner Festnahme ist der mĂ€chtige AnfĂŒhrer eines mexikanischen Drogenkartells zu Tode gekommen, was landesweit eine Welle der Gewalt ausgelöst hat. In mehreren Bundesstaaten steckten AnhĂ€nger des Drogenbosses namens Nemesio Oseguera Cervantes alias «El Mencho» Autos, Banken, Tankstellen oder LĂ€den in Brand und blockierten zahlreiche Straßen.

Auch beliebte Ferienorte wie Puerto Vallarta an der PazifikkĂŒste sind von der Gewalt betroffen. PrĂ€sidentin Claudia Sheinbaum rief die Bevölkerung zur Ruhe auf. «Wir mĂŒssen informiert bleiben und Ruhe bewahren», schrieb sie auf der Plattform X.

USA unterstĂŒtzten MilitĂ€reinsatz mit Geheimdienstinformationen

Bei dem MilitÀreinsatz am Sonntag gegen «El Mencho» - der Spitzname soll eine Ableitung seines Vornamens Nemesio sein - kamen nach Angaben des mexikanischen Verteidigungsministeriums in Tapalpa im westlichen Bundesstaat Jalisco sieben Bandenmitglieder ums Leben, darunter der Drogenboss selbst. Er erlag seinen Verletzungen, als er nach Mexiko-Stadt geflogen wurde.

Die USA hatten die mexikanische Regierung bei der Operation mit Geheimdienstinformationen unterstĂŒtzt, wie Karoline Leavitt, die Sprecherin von PrĂ€sident Donald Trump, in einem Post auf X schrieb. «"El Mencho" war als einer der grĂ¶ĂŸten Fentanyl-Schmuggler in unser Land ein Hauptziel der mexikanischen und der US-amerikanischen Regierung», erklĂ€rte sie darin. 

Die USA hatten eine Belohnung von 15 Millionen US-Dollar (rund 12,7 Mio. Euro) auf «El Mencho» ausgesetzt. Im Unterschied zur mexikanischen Regierung sprach Leavitt in ihrem Post aus der Nacht davon, dass neben dem Drogenboss lediglich drei weitere Kartellmitglieder gestorben seien. Drei seien verletzt und zwei festgenommen worden.

Botschaften rufen ihre StaatsbĂŒrger zu Ă€ußerster Vorsicht auf

Von den gewalttÀtigen Protesten nach dem Tod des Drogenbosses sollen etwa 20 der 32 mexikanischen Bundesstaaten betroffen sein, darunter Jalisco, Michoacån, Aguascalientes, Tamaulipas und Guanajuato, berichteten mexikanische Medien. Dabei habe es Tote und Verletzte gegeben, eine offizielle Zahl gab es dazu zunÀchst nicht.

Auch Feriendomizile wie der ebenfalls in Jalisco gelegene KĂŒstenort Puerto Vallarta blieben nicht verschont. Fotos zeigten etwa große schwarze Rauchwolken zwischen GebĂ€uden in Puerto Vallarta direkt hinter dem Strand aufsteigen. In ihrem Post schrieb PrĂ€sidentin Sheinbaum allerdings: «In den meisten Teilen des Landes laufen die AktivitĂ€ten ganz normal weiter.»

Die Behörden riefen die Menschen dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auch mehrere Botschaften, darunter die deutsche, appellierten an ihre StaatsbĂŒrger, extrem vorsichtig zu sein. Die kanadische Botschaft erwĂ€hnte in einem Post explizit die Lage in Puerto Vallarta.

Unter anderem wurde vor Gewalttaten in den beliebten karibischen Urlaubszielen CancĂșn, Cozumel und Tulum gewarnt. Die deutsche Botschaft schrieb auf der Plattform X, dass es «in verschiedenen Landesteilen zu Unruhen, Straßensperren und Brandstiftungen» komme. Wer sich an einem sicheren Ort wie einem Hotel aufhalte, solle dort bis auf weiteres bleiben und auf nicht unbedingt erforderliche Fahrten verzichten. «Versuchen Sie bei Straßensperren nicht, sich zu widersetzen oder zu flĂŒchten», erklĂ€rte die Botschaft weiter.

Aus SicherheitsgrĂŒnden strichen oder leiteten Fluggesellschaften FlĂŒge um, darunter Verbindungen nach Puerto Vallarta. Im Internet kursierten Videos von gestrandeten Touristen an FlughĂ€fen. Von der deutschen Fluggesellschaft Lufthansa hieß es indes, bei ihr gebe es mit Blick auf die Unruhen in Mexiko keine Auswirkungen. FlĂŒge nach MĂŒnchen und Frankfurt fĂ€nden planmĂ€ĂŸig statt.

Zur Frage, inwiefern Touristen aus Deutschland von den Unruhen in Mexiko betroffen sein könnten, kam auch vom Deutschen Reiseverband erst einmal Entwarnung. Man habe keine Kenntnis darĂŒber, dass sich in den betroffenen Regionen GĂ€ste von deutschen Reiseveranstaltern aufhalten. Diese reisten vornehmlich auf die Halbinsel YucatĂĄn (CancĂșn), die an der Karibikseite liegt. Puerto Vallarta befindet sich dagegen an der PazifikkĂŒste.

Auch Austragungsort der diesjĂ€hrigen Fußball-WM betroffen

Zu ZwischenfĂ€llen kam es auch in der Stadt Guadalajara, die einer der drei mexikanischen Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 ist. Mexiko richtet das Turnier ab Juni gemeinsam mit den USA und Kanada aus.

Der Drogenboss mit einer Vorliebe fĂŒr HahnenkĂ€mpfe 

«El Mencho» wurde 59 Jahre alt. Geboren am 17. Juli 1966 in Aguililla, einer armen Gemeinde im westlichen Bundesstaat MichoacĂĄn, fĂŒhrte der Ex-Polizist seit 2011 das von ihm gegrĂŒndete Drogenkartell Jalisco Nueva GeneraciĂłn (CJNG) an. In der mexikanischen Unterwelt wurde er wegen seiner Vorliebe fĂŒr HahnenkĂ€mpfe der «Herr der HĂ€hne» genannt. Zahlreiche Narco-Lieder, «narcocorridos» genannt, feiern seine kriminellen Machenschaften.

Die US-Regierung hatte das extrem gewalttĂ€tige Drogenkartell von «El Mencho» als auslĂ€ndische Terrororganisation eingestuft. Das von ihm gefĂŒhrte Verbrechersyndikat ist nach Angaben der US-Behörden eine transnationale Organisation mit Verbindungen bis nach China und Australien. Neben dem Handel mit Fentanyl ist sie demnach auch in Erpressung, Schleusung von Migranten, Diebstahl von Öl und Mineralien sowie Waffenhandel verwickelt. In Mexiko gilt sie als das gebietsweise am weitesten verbreitete Kartell.

Ein Bundesstaat lÀsst Schule vorsorglich ausfallen

Im Bundesstaat MichoacĂĄn sollte der Unterricht in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen am Montag ausfallen, wie Gouverneur Alfredo RamĂ­rez ankĂŒndigte.

Nicht einmal nach der Festnahme des berĂŒchtigten Drogenbosses JoaquĂ­n «El Chapo» GuzmĂĄn, des AnfĂŒhrers des Sinaloa-Kartells, im Jahr 2016 war es in Mexiko zu Ă€hnlichen GewaltvorfĂ€llen gekommen. «El Chapo» verbĂŒĂŸt eine lebenslange Haftstrafe in den USA.

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