König Charles harrt bei Parade in Antigua im Regen aus
Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 04:51 Uhr | dpa, AD HOC NEWSAntiguas Unabhängigkeitstag und Commonwealth-Gipfel
- Charles und Camilla besuchten am 45. Unabhängigkeitstag eine Militärparade in St. John’s.
- Camilla erhielt zunächst einen durchsichtigen, Charles später einen schwarzen Regenschirm.
- Am Dienstag soll Charles beim Gipfeltreffen der 56 Commonwealth-Staaten sprechen.
Charles und Camilla geraten in Antigua in Wolkenbruch
Ein tropischer Wolkenbruch hat König Charles und Königin Camilla bei einer Militärparade zum 45. Unabhängigkeitstag von Antigua und Barbuda überrascht. Während Camilla bald einen durchsichtigen Regenschirm erhielt, musste Charles im Kricketstadion der Hauptstadt St. John’s zunächst weiter im Regen ausharren.
Camilla verlässt Podium zuerst
Nach kurzer Zeit bei Regen und Wind wurde Camilla ein Schirm gereicht. Begleitet von einer Offizierin verließ die 79-Jährige das kleine Podium, auf dem das königliche Paar gestanden hatte.
Charles, 77, drehte sich in Videos um, winkte mit der Hand und lief einige Schritte über den roten Teppich in Richtung seiner Frau. Danach kehrte er zum Podium zurück und bekam schließlich einen schwarzen Regenschirm.
Witz über Brunnenkresse
Später scherzte der König mit dem Ministerpräsidenten von Antigua und Barbuda, Gaston Browne: „Ich glaube, mir wächst gleich Brunnenkresse auf dem Anzug.“ Das Video wurde auf dem offiziellen X-Account der Royal Family veröffentlicht.
Charles vor Rede zum Commonwealth
Antigua und Barbuda ist die letzte Station einer neuntägigen Reise von Charles durch die Karibik und nach Südamerika. Zuvor besuchte er die Bahamas und Guyana; Camilla begleitet ihn beim letzten Teil der Reise.
Am Dienstag soll Charles beim Gipfeltreffen der 56 Commonwealth-Staaten in St. John’s sprechen. Karibische Staaten fordern seit Jahren eine Aufarbeitung der britischen Rolle im transatlantischen Sklavenhandel zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert sowie Reparationszahlungen.
Nach Angaben des Palasts will Charles über das anhaltende Leid des Sklavenhandels sprechen. Eine formelle Entschuldigung des Königs ist demnach nicht vorgesehen.
Der Besuch von König Charles und Königin Camilla in Antigua und Barbuda verbindet einen protokollarischen Anlass mit einer politisch sensiblen Debatte. Der Inselstaat feiert seinen 45. Unabhängigkeitstag, zugleich steht die britische Geschichte in der Karibik im Mittelpunkt der Gespräche beim Commonwealth-Gipfel.
Antigua und Barbuda gehört zu den Staaten, die seit Jahren eine stärkere Aufarbeitung der britischen Rolle im transatlantischen Sklavenhandel fordern. Dazu zählen eine formelle Entschuldigung und finanzielle Reparationszahlungen. Die Debatte hat zuletzt an politischem Gewicht gewonnen, weil mehrere karibische Regierungen die langfristigen sozialen und wirtschaftlichen Folgen der kolonialen Ausbeutung stärker thematisieren.
Charles vor politisch heikler Rede
Charles will nach Angaben des Palasts über das fortdauernde Leid des Sklavenhandels sprechen, eine formelle Entschuldigung ist jedoch nicht vorgesehen. Damit dürfte seine Rede am Dienstag zwischen historischem Verantwortungsbewusstsein und der Zurückhaltung des britischen Königshauses stehen.
Der Regenschauer bei der Militärparade bleibt vor allem ein ungewöhnlicher Moment des Staatsbesuchs. Politisch entscheidender ist, ob der König in seiner Ansprache konkrete Signale zur Aufarbeitung setzt oder bei einer allgemeinen Anerkennung des Leids bleibt. Für die Commonwealth-Staaten ist der Gipfel deshalb auch ein Forum, um Forderungen nach historischer Verantwortung sichtbar zu machen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
stern: „Burnham 'offen' für Entschuldigung für britische Rolle im Sklavenhandel“ (31.10.2026)
Der Beitrag habe den bevorstehenden Commonwealth-Gipfel und die Forderung nach einer britischen Entschuldigung für die Rolle im Sklavenhandel thematisiert. Im Mittelpunkt stehe die Offenheit des guyanischen Präsidenten Irfaan Ali für eine Entschuldigung; die konkrete Haltung des britischen Königs bleibe davon zu unterscheiden.
taz: „Vor Commonwealth-Treffen: Burnham offen für eine Entschuldigung für Sklaverei“ (31.10.2026)
Die taz habe die Reparationsforderungen mehrerer karibischer Staaten vor dem Treffen in den Vordergrund gestellt. Anders als der stern-Beitrag konzentriere sich der Artikel stärker auf die politischen Erwartungen an Großbritannien und die historische Verantwortung.
Beide Beiträge ordnen den Gipfel in die Debatte über Entschuldigung und Reparationen ein. Offen bleibt, ob Charles in seiner Rede über eine Anerkennung des Leids hinaus konkrete politische Schritte ansprechen wird.
