Krefeld: 23 Tonnen SalpetersÀure laufen aus
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 20:18 Uhr | dpa, AD HOC NEWSFolgen fĂŒr Krefeld und die Region
- Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum an der A57.
- Rund 200 EinsatzkrÀfte dichteten das Leck ab und saugten die ausgelaufene SÀure mit einem Spezialfahrzeug auf.
- Sechs Bahnlinien waren von Umleitungen oder AusfÀllen betroffen, bevor sich der Verkehr schrittweise entspannte.
SalpetersĂ€ure-Lkw löst GroĂeinsatz in Krefeld aus
In Krefeld ist in der Nacht zum Freitag ein mit 23 Tonnen SalpetersĂ€ure beladener Lastwagen auf der A57 umgekippt. Wegen der ausgelaufenen Ă€tzenden FlĂŒssigkeit warnten die Behörden vor âextremer Gefahrâ, wĂ€hrend Anwohner in der NĂ€he ihre Wohnungen nicht verlassen durften.
Feuerwehr dichtet Leck ab
Der Unfall ereignete sich gegen 3.00 Uhr in der Autobahnauffahrt Krefeld-Zentrum. Der Fahrer wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht, der genaue Unfallhergang war zunÀchst unklar.
Etwa zehn Tonnen SalpetersĂ€ure liefen aus und sammelten sich in einer Senke an der Auffahrt. Rund 200 EinsatzkrĂ€fte, darunter Spezialisten der Werkfeuerwehr aus dem Chempark, nĂ€herten sich dem beschĂ€digten Lastwagen in SchutzanzĂŒgen und mit Atemmasken.
Warnung erreicht höchste Stufe
Die Feuerwehr forderte die Bevölkerung innerhalb des Absperrbereichs auf, in GebĂ€uden zu bleiben sowie Fenster und TĂŒren geschlossen zu halten. Der Wind trieb aufsteigende Gase in Richtung Stadtzentrum, weshalb die Behörden die höchste Warnstufe ausgaben.
Im Umkreis von 1.000 Metern um die Unfallstelle blieben vier Schulen und zwei Kitas geschlossen. Auch die MĂŒllabfuhr fiel stadtweit aus, weil der Betriebshof im Sperrbereich lag.
Verkehr kommt schrittweise zurĂŒck
Die A57 blieb stundenlang gesperrt, in Krefeld und auf Umleitungsstrecken bildeten sich lange Staus. Busse und Stadtbahnen mussten ihre Routen Ă€ndern; im Bahnverkehr waren sechs Linien betroffen, mit Auswirkungen bis nach DĂŒsseldorf und ins Ruhrgebiet.
Gegen Mittag wurde die Autobahn wieder freigegeben. Nach Messungen stufte die Feuerwehr die Warnungen schrittweise herunter und erklĂ€rte die akute Gefahr fĂŒr beendet. Der GroĂeinsatz endete nach Angaben der Feuerwehr um 18 Uhr; der Lastwagen wurde aufgerichtet und abtransportiert.
Der Unfall zeigt die besondere Reichweite eines Gefahrgutereignisses in einem dicht besiedelten Industriestandort. SalpetersĂ€ure wird in groĂen Mengen fĂŒr industrielle Anwendungen wie die Herstellung von DĂŒngemitteln eingesetzt. Bei einem Austritt können jedoch Ă€tzende FlĂŒssigkeiten und gesundheitsschĂ€dliche DĂ€mpfe entstehen.
Entscheidend fĂŒr die Gefahrenlage waren mehrere Faktoren: der Unfallort an einer wichtigen Autobahnauffahrt, die NĂ€he zu Wohnungen, Schulen und Kitas sowie der Wind in Richtung Stadtzentrum. Dadurch mussten die Behörden nicht nur die Unfallstelle absichern, sondern auch den Alltag in Teilen Krefelds unterbrechen und Verkehrswege in der Region sperren.
Aufwendige Bergung und regionale Folgen
Bei GefahrgutunfĂ€llen zĂ€hlt zunĂ€chst, den Stoffaustritt zu begrenzen und EinsatzkrĂ€fte zu schĂŒtzen. DafĂŒr kamen SpezialausrĂŒstung, SchutzanzĂŒge und besonders geschulte KrĂ€fte zum Einsatz. Dass sich die ausgelaufene SĂ€ure in einer StraĂensenke sammelte, erleichterte die EindĂ€mmung.
FĂŒr die Bevölkerung bedeutete die Warnung vor extremer Gefahr vor allem, in GebĂ€uden zu bleiben und Fenster sowie TĂŒren geschlossen zu halten. Auch nach der Entwarnung blieben EinschrĂ€nkungen bestehen: Schulen und Kitas öffneten nicht wieder, und der Bahn- sowie StraĂenverkehr normalisierte sich erst schrittweise. Der Vorgang macht damit sichtbar, wie schnell ein einzelner Gefahrguttransport Auswirkungen auf eine ganze Stadt und das Umland haben kann.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Stern: âUnfall in Krefeld: Lkw mit 23 Tonnen SĂ€ure - EinsatzkrĂ€fte kĂ€mpfen gegen Leckâ (06.11.2026)
Der Beitrag habe den Unfall, die Menge der geladenen SalpetersĂ€ure und den Kampf der EinsatzkrĂ€fte gegen das Leck geschildert. Im Mittelpunkt habe zunĂ€chst die akute Gefahrenabwehr gestanden, wĂ€hrend der weitere Ablauf und die Folgen fĂŒr Verkehr und Anwohner weniger ausfĂŒhrlich behandelt worden seien.
Der Deutschlandfunk habe die EindĂ€mmung der Gefahr und die Wiederfreigabe der Bahnstrecke Krefeld-Duisburg hervorgehoben. Damit liege der Schwerpunkt stĂ€rker auf der schrittweisen RĂŒckkehr zum normalen Verkehr, wĂ€hrend der Stern die Gefahrenabwehr am Unfallort betont habe.
Beide BeitrĂ€ge hĂ€tten den Gefahrgutunfall und die anschlieĂende EindĂ€mmung der Lage bestĂ€tigt. Unterschiede ergĂ€ben sich vor allem beim Fokus: Einsatz und LeckbekĂ€mpfung auf der einen, Verkehrsentwicklung und Freigaben auf der anderen Seite.
