Thailand, NotfÀlle

Teenager erschießt drei Menschen in Luxus-Einkaufszentrum

03.10.2023 - 14:52:51

Kurz vor dem ersten Jahrestag einer Gewalttat mit Dutzenden von Toten wird das Urlaubsland Thailand erneut von einem Schusswaffenvorfall erschĂŒttert. Drei Menschen sterben, mehrere werden verletzt.

Ein 14 Jahre alter Junge hat in einem beliebten Luxus-Einkaufszentrum in der thailĂ€ndischen Hauptstadt Bangkok drei Menschen erschossen. Vier weitere Opfer seien am Dienstagnachmittag (Ortszeit) verletzt worden, berichtete der thailĂ€ndische Rundfunksender Thai PBS. Der jugendliche TĂ€ter wurde noch am Tatort von EinsatzkrĂ€ften festgenommen, hieß es.

Das auch unter auslÀndischen Touristen beliebte Einkaufszentrum, in dem sich unter anderem LuxusgeschÀfte, Restaurants und ein riesiger Kino-Komplex befinden, ist eine der bekanntesten Malls in Bangkok und liegt direkt am Bahnhof Siam, einem wichtigen Knotenpunkt in der Hauptstadt.

Hunderte von Menschen verließen fluchtartig das Einkaufszentrum, nachdem im Inneren des Einkaufskomplexes schussĂ€hnliche GerĂ€usche zu hören waren. Es war nicht sofort klar gewesen, ob tatsĂ€chlich SchĂŒsse abgefeuert worden waren. Doch dann gab es die ersten Berichte von Verletzten. Sirenen heulten, wĂ€hrend Krankenwagen bei starkem Regen vorfuhren. Auf Videos in sozialen Medien war zu sehen, wie sich einige verĂ€ngstigte Kunden im Inneren der Mall verschanzten. Der zum Einkaufszentrum fĂŒhrende Ausgang am nahe gelegenen Bahnhof Siam wurde gesperrt, um die Pendler daran zu hindern, den Bahnhof zu verlassen. Der Vorfall ereignete sich zu Beginn des abendlichen Berufsverkehrs.

Waffengewalt ist keine Seltenheit in Thailand

Der Sender Thai PBS berichtete, wie ein von hinten angeschossener Mann noch in dem Einkaufszentrum notversorgt wurde. Die Verletzten wurden in KrankenhĂ€user gebracht. Der Sender veröffentlichte spĂ€ter auf der Plattform X (frĂŒher Twitter) ein Foto, das den auf dem Bauch liegenden 14-jĂ€hrigen TĂ€ter mit hinter dem RĂŒcken verschrĂ€nkten Armen und Handschellen zeigt. Über ihm kniet ein Polizist. Laut der thailĂ€ndischen Zeitung «Thairath» hielten Sicherheitskameras des Einkaufskomplexes fest, wie der TĂ€ter zuvor seine Waffe auf den Boden legte, seine beiden Arme hochhob, sich umdrehte und hinkniete. Zum möglichen Motiv des Jugendlichen gab es zunĂ€chst keine Angaben.

Der Vorfall erschĂŒttert das Königreich Thailand kurz vor dem ersten Jahrestag einer grausamen Gewalttat, bei der ein mit Schusswaffen und Messern bewaffneter ehemaliger Polizeibeamter am 6. Oktober 2022 in einer KindertagesstĂ€tte im Nordosten des Landes 36 Menschen getötet hatte, die meisten davon Kinder. Der geflohene TĂ€ter tötete sich laut örtlichen Medienberichten spĂ€ter selbst, nachdem er zuvor auch seine Frau und sein Kind umgebracht hatte. Gut zwei Jahre zuvor hatte ein Soldat bei einem Amoklauf 29 Menschen getötet. Er hatte in einem Einkaufszentrum ebenfalls im Nordosten des Landes Geiseln genommen. SpĂ€ter war der Mann von SicherheitskrĂ€ften erschossen worden.

Waffengewalt ist in Thailand keine Seltenheit. Einer von der University of Sydney betriebenen Datenbank zufolge befanden sich 2021 in Thailand rund 7,2 Millionen Schusswaffen in privaten HĂ€nden. Statistisch kam auf jeden zehnten Bewohner eine Schusswaffe. Damit hat Thailand laut «Time»-Magazin eine der höchsten Waffenbesitzraten in ganz SĂŒdostasien.

@ dpa.de