Frachtflugzeug, Kurz

Frachtflugzeug abgestĂŒrzt - Was wir wissen und was nicht

25.11.2024 - 09:05:30

Kurz vor der Landung kommt es zur Katastrophe: Ein Frachtflugzeug stĂŒrzt bei Vilnius ab. Vier Menschen waren an Bord, ein Wohnhaus ist ganz in der NĂ€he. Das Wichtigste im Überblick.

Ein im Auftrag des Postdienstleisters DHL in Leipzig gestartetes Frachtflugzeug ist in der NĂ€he des Flughafens der litauischen Hauptstadt Vilnius abgestĂŒrzt. Erst im August wurde vor BrandsĂ€tzen gewarnt, die Unbekannte ĂŒber Frachtdienstleister verschicken könnten. Noch sind die HintergrĂŒnde des Absturzes am frĂŒhen Morgen aber völlig unklar. Eine Übersicht:

Was wir wissen

  • Das Flugzeug war im Auftrag des Postdienstleisters DHL unterwegs und am frĂŒhen Morgen in Leipzig gestartet. Nach DHL-Angaben handelte es sich um eine Maschine der spanischen Fluggesellschaft Swift Air. Es soll sich um eine Boeing 737 gehandelt haben.
  • Nach Angaben von DHL war das Flugzeug auf dem Weg zum Flughafen von Vilnius und schon fast dort angekommen. Etwa einen Kilometer vor dem Flughafen sei dann eine Notlandung eingeleitet worden.
  • Vier Menschen befanden sich an Bord.
  • Die Auswertung der Kommunikation zwischen dem Piloten und dem Tower deutet einem Bericht des litauischen Rundfunks zufolge nicht auf einen Notfall oder andere UnregelmĂ€ĂŸigkeiten beim Landeanflug hin. Es sei «eine routinemĂ€ĂŸige Kommunikation, ein einfacher Sinkflug» gewesen, sagte ein Luftfahrtexperte.
  • Das Flugzeug habe versucht zu landen, die Landebahn aber nicht erreicht, erklĂ€rte der litauische Polizeichef Arunas Paulauskas.
  • Ein spanischer StaatsbĂŒrger kam ums Leben. Die ĂŒbrigen Insassen des Flugzeugs - ein Deutscher, ein weiterer Spanier und ein Litauer - seien verletzt worden.
  • Nach Angaben des Rettungsdienstes wurden die EinsatzkrĂ€fte um 5.31 Uhr informiert. Der Unfallort liegt in einem Stadtteil von Vilnius namens Liepkalnis. 
  • Die Lage am Unfallort war zunĂ€chst unĂŒbersichtlich. Zahlreiche EinsatzkrĂ€fte waren vor Ort im Einsatz, ein Journalist des litauischen Rundfunks berichtete, dass viele Teile des Flugzeugs herumgeschleudert worden seien. Das Flugzeug sei völlig zerstört, sagte eine Sprecherin des Rettungsdienstes der Nachrichtenagentur Elta.
  • Einige TrĂŒmmerteile trafen auch ein Wohnhaus, in dem drei Familien lebten. Alle zwölf Bewohner sind nach Angaben des Rettungsdienstes in Sicherheit. Auf Bildern war zu sehen, wie Rauch an einem Wohnhaus zwischen BĂ€umen aufsteigt.
  • Laut den RettungskrĂ€ften war das Feuer um 7.33 Uhr unter Kontrolle.
  • Die Maschine soll Pakete transportiert haben. Hinweise auf verdĂ€chtige Fracht gab es zunĂ€chst nicht. Bislang gebe es keine Informationen, «die auf etwas Ungewöhnliches oder VerdĂ€chtiges hindeuten» wĂŒrden, sagte die Vertriebs- und Marketingleiterin bei DHL Litauen, Ausra Rutkauskiene.
  • Auch deutsche Ermittler beteiligen an der Suche nach der Unfallursache. Die Bundesstelle fĂŒr Flugunfalluntersuchung werde die Ermittlungen vor Ort in Litauen unterstĂŒtzen, erklĂ€rte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums.

Was wir nicht wissen

  • Warum die Maschine abstĂŒrzte, war zunĂ€chst völlig unklar. Das sei «höchstwahrscheinlich auf einen technischen Fehler oder ein menschliches Versagen zurĂŒckzufĂŒhren», sagte Polizeichef Paulauskas. Auch andere Ursachen - wie etwa einen Terroranschlag - könne er aber nicht ausschließen. Der litauische Verteidigungsminister Laurynas Kasciunas sagte, es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass sich bei dem Absturz um Sabotage oder einen Terroranschlag gehandelt habe. Die Ermittlungen dazu könnten aber «etwa eine Woche dauern».
  • Ende August war bekannt geworden, dass deutsche Sicherheitsbehörden vor «unkonventionellen BrandsĂ€tzen» warnen, die von Unbekannten ĂŒber Frachtdienstleister verschickt werden. Das Bundesamt fĂŒr Verfassungsschutz (BfV) und das Bundeskriminalamt (BKA) verschickten seinerzeit einen entsprechenden Warnhinweis an Unternehmen aus der Luftfahrt- und Logistikbranche. Im Juli soll ein aus dem Baltikum verschicktes Paket im DHL-Logistikzentrum in Leipzig einen Brandsatz enthalten und Feuer gefangen haben. Ob es im Fall des nun abgestĂŒrzten Flugzeugs einen Sabotage-Verdacht gibt, war völlig unklar.
@ dpa.de