Hamburg will Verkauf von Lachgas an Jugendliche verbieten
16.12.2024 - 19:00:41Wegen Gesundheitsgefahren will Hamburg den Verkauf von Lachgas an Kinder und Jugendliche zum 1. Januar verbieten. «Der missbrĂ€uchliche Konsum von Lachgas birgt erhebliche gesundheitliche Risiken, darunter neurologische SchĂ€den, LĂ€hmungen und psychische AbhĂ€ngigkeit», erklĂ€rte Sozialsenatorin Melanie Schlotzhauer (SPD). Bei VerstöĂen sollen BuĂgelder bis zu 5.000 Euro drohen. Untersagt werden solle auch der Betrieb von Automaten ohne technischen Schutz zum Gebrauch durch MinderjĂ€hrige.Â
AngstzustÀnde und Atemdepressionen
Nach Angaben des Senats nimmt der Konsum von Lachgas unter Kindern und Jugendlichen stetig zu. Das Gas werde auch in Kiosken frei verkauft, teilweise in Luftballons zum Inhalieren abgefĂŒllt. Es fĂŒhrt zu einem kurzen Rausch, kann aber auch Halluzinationen, AngstzustĂ€nde und Atemdepressionen hervorrufen. Vor allem in Kombination mit Alkohol oder anderen Drogen könne es zu lebensbedrohlichen Situationen kommen. Kinder und Jugendliche, deren Nervensystem noch nicht vollstĂ€ndig ausgereift ist, seien besonders gefĂ€hrdet.Â
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte geplant, den Gebrauch von Lachgas als Rauschmittel zu verbieten. Doch weil wegen der bevorstehenden Bundestagswahl vorerst nicht mit einer gesetzlichen Regelung zu rechnen sei, habe sich Hamburg fĂŒr den Erlass einer Gefahrenabwehrverordnung entschieden, hieĂ es. Sie soll vorlĂ€ufig bis Ende 2026 gelten. ZunĂ€chst hatte das «Hamburger Abendblatt» ĂŒber das geplante Verkaufsverbot berichtet.
Narkosemittel und Partydroge seit 200 Jahren
Lachgas ist Distickstoffmonoxid (N2O). Mit dem in höheren Mengen betĂ€ubend wirkenden Gas wurde vor mehr als 200 Jahren erstmals schmerzfreies Operieren möglich. Inzwischen sind nach Angaben der Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie meist andere Narkosemittel im Einsatz. Schon frĂŒh sei Lachgas auch als Partydroge genutzt worden. «Bereits vor 200 Jahren wurde es auf JahrmĂ€rkten zur VergnĂŒgung konsumiert â und erlebt derzeit eine unheilvolle Renaissance», erklĂ€rt die Fachgesellschaft.


