EuropÀer, VerkehrslÀrm

Jeder fĂŒnfte EuropĂ€er ist zu viel VerkehrslĂ€rm ausgesetzt

24.06.2025 - 03:00:41

LÀrm nervt nicht nur, sondern kann auch krank machen. Die EuropÀische Umweltagentur zeigt nun auf, dass vom Verkehr verursachte hohe LÀrmpegel nicht nur der menschlichen Gesundheit schaden.

  • Auch ZĂŒge können eine LĂ€rmbelastung sein. (Illustration) - Foto: Bernd Weißbrod/dpa

    Bernd Weißbrod/dpa

  • Auch an Bahntrassen herrscht oft ein hoher LĂ€rmpegel. (Illustration) - Foto: Angelika Warmuth/dpa

    Angelika Warmuth/dpa

  • Jeder fĂŒnfte EuropĂ€er muss mit zu viel VerkehrslĂ€rm klarkommen. (Illustration) - Foto: Paul Zinken/dpa

    Paul Zinken/dpa

  • Menschen, die in der NĂ€he von FlughĂ€fen wohnen, sind stark vom LĂ€rm belastet. (Illustration) - Foto: Arne Dedert/dpa

    Arne Dedert/dpa

Auch ZĂŒge können eine LĂ€rmbelastung sein. (Illustration) - Foto: Bernd Weißbrod/dpaAuch an Bahntrassen herrscht oft ein hoher LĂ€rmpegel. (Illustration) - Foto: Angelika Warmuth/dpaJeder fĂŒnfte EuropĂ€er muss mit zu viel VerkehrslĂ€rm klarkommen. (Illustration) - Foto: Paul Zinken/dpaMenschen, die in der NĂ€he von FlughĂ€fen wohnen, sind stark vom LĂ€rm belastet. (Illustration) - Foto: Arne Dedert/dpa

Mehr als jeder fĂŒnfte EuropĂ€er ist einem Report zufolge ungesund hohen VerkehrslĂ€rmpegeln ausgesetzt. SchĂ€tzungsweise 112 Millionen Menschen in 31 analysierten europĂ€ischen LĂ€ndern mĂŒssten mit einem vom Straßen-, Bahn- und Flugverkehr verursachten UmgebungslĂ€rm fertigwerden, der ĂŒber den Schwellenwerten der EU-Meldevorschriften liege, schreibt die EuropĂ€ische Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht. Solche LĂ€rmpegel seien sowohl fĂŒr die menschliche Gesundheit schĂ€dlich als auch fĂŒr die Umwelt und die Wirtschaft.

Die Experten monieren, dass es bei der Verringerung der LĂ€rmbelastung nur langsam vorangehe. Das EU-Ziel, die Zahl der chronisch von VerkehrslĂ€rm beeintrĂ€chtigten Menschen bis zum Jahr 2030 um 30 Prozent zu senken, werde so ohne zusĂ€tzliche Maßnahmen wahrscheinlich nicht erreicht, warnt die in Kopenhagen ansĂ€ssige EU-Behörde. Sowohl auf europĂ€ischer als auch auf nationaler Ebene mĂŒsse stĂ€rker gegen das Problem vorgegangen werden, etwa auch durch einen besseren Zugang zu ruhigen und grĂŒnen FlĂ€chen in StĂ€dten.

Der Bericht umfasst im Jahr 2021 erhobene Daten aus 31 EEA-Mitgliedstaaten - dazu zĂ€hlen neben den 27 EU-LĂ€ndern außerdem noch Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz. 

Daraus geht hervor, dass in Deutschland als bevölkerungsreichstem der LĂ€nder schĂ€tzungsweise fast 22 Millionen Menschen (26 Prozent der Bevölkerung) mit LĂ€rmpegeln jenseits des Schwellenwertes von 55 Dezibel klarkommen mĂŒssen. FĂŒr diesen Berichtsteil wurden LĂ€rmpegel aus dem gesamten Tagesverlauf berĂŒcksichtigt. FĂŒr die Nacht alleine gab es zudem eine zweite Auswertung mit einem Schwellenwert von 50 Dezibel. Dieser wurde bei fast 15 Millionen Menschen (18 Prozent) ĂŒberschritten.

Kinder besonders anfÀllig

Verglichen mit anderen umweltbedingten Gesundheitsgefahren in Europa rangiert VerkehrslĂ€rm dem Bericht zufolge gleich hinter Luftverschmutzung und temperaturbedingten Faktoren auf Platz drei. Als Hauptquelle der LĂ€rmbelĂ€stigung haben die Experten dabei den Straßenverkehr ausgemacht, besonders denjenigen in dicht besiedelten stĂ€dtischen Gebieten. «Obwohl Schienen- und FluglĂ€rm insgesamt weniger Menschen betreffen, bleiben sie bedeutende lokale LĂ€rmquellen, insbesondere in der NĂ€he großer Bahnverkehrskorridore und FlughĂ€fen», ergĂ€nzt die EEA.

Die langfristige Belastung durch VerkehrslĂ€rm wird nach EEA-Angaben mit einer breiten Palette an negativen Gesundheitsfolgen in Verbindung gebracht, darunter sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychische Erkrankungen, Diabetes und sogar vorzeitige TodesfĂ€lle. Besonders Kinder und Jugendliche sind demnach anfĂ€llig fĂŒr die Folgen des LĂ€rms, der zum Beispiel zu LeseschwĂ€chen, VerhaltensauffĂ€lligkeiten und Fettleibigkeit beitragen könne.

LĂ€rm schadet Gesundheit, aber auch Artenvielfalt und Wirtschaft

Die Folgen der LĂ€rmbelastung gehen dem Bericht zufolge aber auch ĂŒber die menschliche Gesundheit hinaus: LĂ€rm wirke sich auch auf die Tierwelt an Land und unter Wasser aus, hinzu kĂ€men mit Krankheiten und Gesundheitsproblemen verbundene hohe wirtschaftliche und soziale Kosten. Pro Jahr verursache die verkehrsbedingte LĂ€rmbelĂ€stigung in Europa den Verlust von 1,3 Millionen gesunden Lebensjahren, was jĂ€hrlichen Kosten von mindestens 95,6 Milliarden Euro entspreche.

@ dpa.de