Medizintechnik, Gesundheit

Teamwork von Ohr und Gehirn: Warum GerÀusche stören oder beruhigen

12.05.2026 - 11:46:49 | presseportal.de

Mainz - Das Meeresrauschen oder der Wind in den BÀumen werden angenehmer empfunden als ein Martinshorn oder eine laute Unterhaltung im Zug. Warum man GerÀusche unterschiedlich wahrnimmt und was Töne mit dem Wohlempfinden zu tun haben, erklÀrt Eberhard Schmidt, PrÀsident der Bundesinnung der Hörakustiker (biha).

Teamwork von Ohr und Gehirn: Warum GerÀusche stören oder beruhigen - Foto: presseportal.de
Teamwork von Ohr und Gehirn: Warum GerÀusche stören oder beruhigen - Foto: presseportal.de

Hoch oder tief, laut oder leise: Töne wirken immer anders

Auch wenn jeder Mensch GerÀusche individuell wahrnimmt und den einen nervt, was den anderen gar nicht stört, gibt es doch GerÀusche, die grundsÀtzlich eher als angenehm oder unangenehm empfunden werden.

"Vor allem laute GerĂ€usche oder hochfrequente Töne werden von Menschen eher negativ wahrgenommen, da sie als potenzielle Gefahr eingeordnet werden", erklĂ€rt der Hörakustiker-Meister Schmidt. Auch plötzliche, verzerrte oder unregelmĂ€ĂŸige GerĂ€usche haben diese Wirkung. Der Körper schĂŒttet Stresshormone wie Adrenalin oder Cortisol aus, die Aufmerksamkeit und die Herzfrequenz erhöhen sich. Man ist unmittelbar in Alarmbereitschaft.

Leise, weiche, tiefe, klare und gleichmĂ€ĂŸige GerĂ€usche - wie rhythmische, ruhige Musik oder NaturgerĂ€usche - haben hingegen einen gegenteiligen Effekt. Sie signalisieren, dass keinerlei Gefahr besteht und beruhigen das Nervensystem. Der Blutdruck sinkt und Stresshormone reduzieren sich. Entspannung ist angesagt.

Nervige Töne - reine Wahrnehmungssache?

Auch wenn GerÀuschverarbeitung vorrangig im Gehirn stattfindet und dort entschieden wird, ob GerÀusche als angenehm oder störend interpretiert werden, so spielen auch die Ohren bei der GerÀuschwahrnehmung eine wichtige Rolle.

Zum einen sitzen im Innenohr winzige Sinneszellen, Haarzellen, die bei jeder eintreffenden Schallwelle in Schwingung geraten. Hochfrequente, schrille Töne lassen diese Haarzellen am Eingang der Hörschnecke besonders stark vibrieren, was ein unangenehmes GefĂŒhl erzeugt. Tiefe, weiche und gleichförmige GerĂ€usche reizen die Haarzellen weniger und haben einen eher beruhigenden Effekt.

Zum anderen sitzen im Mittelohr zwei kleine Muskeln, die sich bei plötzlichen GerÀuschen reflexartig zusammenziehen und eintreffende Töne dÀmpfen, so dass sie weniger schrill ins Innenohr gelangen. Sind diese Muskeln auf Dauer beansprucht, kann das sehr anstrengend sein.

Wenn Töne nicht mehr nerven, sondern nicht mehr gehört werden

"Das Ohr nimmt die eintreffenden Schallwellen auf, das Gehirn bewertet, ob der Ton auf eine Gefahr hindeutet oder nicht und interpretiert ihn als nervig oder angenehm", so Eberhard Schmidt. Merkt man hingegen, dass bestimmte Töne gar nicht mehr wahrgenommen werden, ist der Gang zum Hörakustiker zu empfehlen. Er prĂŒft, ob eine beginnende Schwerhörigkeit vorliegt und kann Betroffene bei Bedarf mit einem passgenauen Hörsystem versorgen.

Hörakustiker-Fachbetriebe in WohnortnÀhe:

https://www.hoerakustiker-suche.de/

Mehr Informationen rund ums Hören:

https://www.richtig-gut-hoeren.de

Pressekontakt:

Sabine Weiler-Bion, Bundesinnung der Hörakustiker KdöR,
weiler-bion@biha.de

Original-Content von: Bundesinnung der Hörakustiker KdöR ĂŒbermittelt durch news aktuell

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