KassenÀrzte-Chef beklagt Gewalt in Praxen
13.08.2024 - 01:15:36Die KassenĂ€rzte beobachten immer mehr Gewalt in Arztpraxen. «Offene Aggression und ein extrem forderndes Verhalten haben deutlich zugenommen. Nicht nur in Notaufnahmen, auch bei den Niedergelassenen eskaliert die Lage immer öfter», sagte der Chef der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der «Neuen OsnabrĂŒcker Zeitung». Dabei gehe es sowohl um Beleidigungen als auch körperliche Gewalt.Â
«Ich hatte selbst schon einen Patienten, der eine TĂŒr kaputt getreten hat», sagte Gassen, der in DĂŒsseldorf in einer Gemeinschaftspraxis praktiziert. Die Regel sei das nicht - die Probleme gingen auf eine «kleine, leider aber gröĂer werdende Klientel» zurĂŒck, sagte Gassen. «Dass sich Patienten nicht benehmen können und eine schrĂ€ge EinschĂ€tzung der eigenen Behandlungsdringlichkeit haben, ist ein Nationen-ĂŒbergreifendes PhĂ€nomen. Was sich allerdings auch hĂ€uft: Da ist einer krank, und sechs Leute kommen als Begleitung mit in die Praxis oder die Notaufnahme und machen Radau. Das ist bemerkenswert und extrem unangenehm.»
Gassen forderte deutliche Strafen: «Es braucht in solchen FĂ€llen deutliche und schnelle Strafen. Sonst kommt die Botschaft bei einigen Menschen nicht an.» Justizminister Marco Buschmann (FDP) will mit einer leichten VerschĂ€rfung des Strafrechts unter anderem RettungskrĂ€fte besser vor Anfeindungen und Gewalt schĂŒtzen. Die - noch nicht beschlossene - Anpassung mĂŒsse auf die Arztpraxen ausgeweitet werden, forderte der KassenĂ€rzte-Chef. «Es ist ĂŒberfĂ€llig, das Strafgesetz an der Stelle zu verschĂ€rfen. Auch Praxen mĂŒssen sich nicht alles bieten lassen.»





