Pressefreiheit, Frankreich

Unesco: Meinungsfreiheit stark verschlechtert

15.12.2025 - 12:01:04

Medien weltweit sind unter Druck, und die freie MeinungsĂ€ußerung wird immer stĂ€rker eingeschrĂ€nkt. Die Unesco zieht eine Parallele zu unfriedlichen Zeiten.

Die freie MeinungsĂ€ußerung hat sich in den vergangenen Jahren nach einem Bericht der UN-Kulturorganisation Unesco weltweit deutlich verschlechtert. Der entsprechende Index (Freedom of Expression Index) sei zwischen 2012 und 2024 um zehn Prozent gefallen. Ein solch starker Abfall sei bisher nur in außergewöhnlichen Zeiten beobachtet worden, etwa im Ersten Weltkrieg, der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg und auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Besonders stark habe sich die Lage ab 2020 verschlechtert.

Der Unesco zufolge ist dies auch ein starker Indikator dafĂŒr, wie die Pressefreiheit abgeschwĂ€cht werde. Selbstzensur habe enorm zugenommen und werde zur neuen Norm. Medienschaffende vermieden zunehmend heikle Themen wie Korruption, Umweltverbrechen und Menschenrechte.

Zugenommen hĂ€tten aber auch EinschrĂ€nkungen der Medien durch Regierungen etwa in Form von digitaler Überwachung. Zudem wĂŒrden hĂ€ufiger missbrĂ€uchlich Rechtsmittel genutzt, um Pressevertreter einzuschĂŒchtern oder zum Schweigen zu bringen. Gesetze zu Verleumdung, Hassrede oder Missinformation wĂŒrden teils gegen Reporterinnen und Reporter genutzt.

Was Regierungen tun können

Westeuropa und Nordamerika blieben die Berichts-Regionen, in denen die Lage weltweit am besten sei, sagt Ana Cristina Ruelas von der Unesco. Dennoch gebe es auch dort EinschrÀnkungen. Am stÀrksten seien die Wissenschaftsfreiheit und die Freiheit im Kulturbereich gesunken.

Dass die Situation sich verschlechtert habe, spiegelt der Unesco zufolge breitere gesellschaftliche Trends wider. So seien Parlamente und die Justiz geschwÀcht worden, Polarisierung verschÀrfe sich, und öffentliches Vertrauen in Informationen nehme ab.

Laut Ruelas gibt es aber auch positive Entwicklungen. So entwickele sich mehr internationaler Investigativjournalismus, und die Zahl der anerkannten BĂŒrgermedien habe zugenommen. Um die MeinungsĂ€ußerungsfreiheit und die Pressefreiheit zu bewahren, sollten Staaten der Expertin zufolge Journalisten schĂŒtzen - ebenso Rechtsstaatlichkeit und pluralistische Parlamente. WĂ€hrend das Überleben etlicher Medien in Gefahr sei, sei es zudem wichtig, Medienbildung und Medienentwicklung zu fördern.

@ dpa.de