Digitalisierung, Medienbildung

Medienkompetenz als Überlebenskompetenz

10.04.2026 - 17:30:00 | pressetext.de

Krems - Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf unser Mediensystem sowie unsere Psychologie standen im Mittelpunkt der diesjährigen EDU|days. Knapp 500 Lehrer*innen aus Österreich und Deutschland versammelten sich am 8. und 9. April 2026 am Campus Krems, um darüber zu diskutieren, wie Schule in einer Zeit von Deepfakes, digitalen Autokratien und vermenschlichter Technik Orientierung bieten kann.

Keynote Nana Siebert, EDU|days 2026 - Foto: Fotocredit: Walter Fikisz über pressetext.de

Krems - Die rasanten Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz und deren Auswirkungen auf unser Mediensystem sowie unsere Psychologie standen im Mittelpunkt der diesjährigen EDU | days. Knapp 500 Lehrer*innen aus Österreich und Deutschland versammelten sich am 8. und 9. April 2026 am Campus Krems, um darüber zu diskutieren, wie Schule in einer Zeit von Deepfakes, digitalen Autokratien und vermenschlichter Technik Orientierung bieten kann.

Bereits zum Auftakt der Tagung an der Universität für Weiterbildung wurde deutlich, dass die Digitalisierung im Bildungsbereich eine neue Stufe erreicht hat. In einer Zeit des stetigen Wandels sei die Fähigkeit, mit Komplexität umzugehen, zu einer zentralen Kompetenz für Lernende wie Lehrende geworden, betonte Viktoria Weber, Rektorin der Universität für Weiterbildung Krems. Wissen schaffe hier die nötige Sicherheit, um aktuelle Themen frühzeitig wissenschaftlich zu durchdringen und aktiv mitzugestalten.

Das neue Mediensystem und die Rolle der Schule

Nana Siebert, die stellvertretende Chefredakteurin der Tageszeitung "Der Standard", zeichnete in ihrer Keynote ein eindringliches Bild der aktuellen Medienlandschaft, die sie als "völlig neues Mediensystem" beschreibt. Siebert warnte vor der Gefahr digitaler Autokratien: "Wenn Informationen nur noch über wenige Plattformen bezogen werden, die nach Ideologien statt nach journalistischen Kriterien filtern, gefährdet das die Demokratie".

Besonders besorgniserregend sei die Zunahme von Deepfakes und "Nudifier-Apps", die gezielt dort beworben werden, wo sich Jugendliche aufhalten. Da Verbote allein das Problem nicht stoppen, appellierte Siebert an die Anwesenden: "Medienkompetenz ist Überlebenskompetenz". Lehrkräfte seien die "letzte Instanz für die ungefilterte Realität des Internets" und müssten junge Menschen zu kritischen Bürgern erziehen.

Maschinen wie wir? Psychologische Fallen der KI

Am zweiten Tag lieferte Martina Mara vom LIT Robopsychology Lab der JKU Linz unter dem Titel "Maschinen wie wir" eine tiefenpsychologische Analyse unserer Beziehung zu Algorithmen. Sie erklärte das Phänomen des Anthropomorphismus: Wir neigen dazu, KI-Systemen menschliche Eigenschaften zuzuschreiben, was weitreichende Konsequenzen habe.

"Je mehr wir die KI vermenschlichen, umso mehr lassen wir uns von ihr beeinflussen", so Mara. Diese Vermenschlichung führe dazu, dass Nutzer Fehler der KI seltener entdecken und weniger editieren, da sie das System als eigenständig denkenden Akteur wahrnehmen. Besonders kritisch beleuchtete Mara den Trend zu "AI Companions": Einsamkeit verstärke die Wahrnehmung von Robotern als soziale Wesen um das Siebenfache. Maras wichtigste Botschaft für die Schulen ist eindeutig:

"Je mehr jemand über KI weiß, desto weniger findet eine Vermenschlichung statt." Die Förderung technischer KI-Kompetenz sei somit der beste Schutz gegen Manipulation. Genau so sieht das Walter Wegscheider, der Leiter des Departments für Medienpädagogik an der PH NÖ. Diskussionen über KI würden professioneller verlaufen, wenn Beteiligte "zumindest rudimentär davon Ahnung hätten, wie die Sache funktioniert", so Wegscheider. Er plädierte leidenschaftlich dafür, Medien und Demokratie nicht als Gegensatz, sondern als Einheit zu begreifen.

Innovationen aus dem Ministerium und neue Pflichtfächer

Passend dazu informierte Stephan Waba über aktuelle bildungspolitische Entwicklungen aus dem Bundesministerium. Ein wesentlicher Schritt zur Stärkung der Resilienz sei die Einführung der neuen Fächer "Medien- und Demokratiebildung" sowie "Informatik und KI" in der Sekundarstufe 2. Auch im Bereich der Infrastruktur gibt es Neuerungen: Das Ziel bei der Nutzung von KI im Unterricht sei eine Einigung auf gemeinsame Standard-Tools, um dem unkontrollierten "Bring your own AI" (BYOAI) entgegenzuwirken. Zudem stellte Waba eine neue "KI-Lernstrecke" für Schüler*innen vor.

Praxisnaher Austausch in Workshops

Nach den Keynotes und Kurzvorträgen bot die Veranstaltung an beiden Tagen mit zahlreichen Workshops Raum für Diskussion und Anregungen für die didaktische Umsetzung.

(Ende)

Aussender: Pädagogische Hochschule Niederösterreich Ansprechpartner: Mag. Martina Raab, MA Tel.: +43 660 1807025 E-Mail: martina.raab@ph-noe.ac.at Website: www.ph-noe.ac.at

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