Deutschland, Gesundheit

Mehr Schutz fĂŒr Ärzte – Strafen bei Angriffen sollen steigen

07.01.2026 - 04:00:04

Medizinerinnen und Mediziner berichten von regelmĂ€ĂŸigen Übergriffen im Job. Meist seien es Patienten, die angreifen. Die Bundesregierung will mögliche Strafen erhöhen.

  • In Arztpraxen kommt es immer wieder zu Übergriffen. (Symbolbild) - Foto: Daniel Vogl/dpa

    Daniel Vogl/dpa

  • Mit einer Kampagne «Helfer sind Tabu!» wurde schon fĂŒr Schutz von RettungskrĂ€ften geworben. (Symbolbild) - Foto: picture alliance / Andreas Arnold/dpa

    picture alliance / Andreas Arnold/dpa

In Arztpraxen kommt es immer wieder zu Übergriffen. (Symbolbild) - Foto: Daniel Vogl/dpaMit einer Kampagne «Helfer sind Tabu!» wurde schon fĂŒr Schutz von RettungskrĂ€ften geworben. (Symbolbild) - Foto: picture alliance / Andreas Arnold/dpa

Die deutsche Ärzteschaft beklagt regelmĂ€ĂŸige FĂ€lle von Übergriffen gegen Medizinerinnen und Mediziner. Nach einer Leser-Umfrage des «Deutschen Ärzteblatts» werden Ärztinnen und Ärzte immer wieder bedrĂ€ngt oder angegriffen. BundesĂ€rztekammer-PrĂ€sident Klaus Reinhardt sagte der Deutschen Presse-Agentur dazu: «Wer Helferinnen und Helfer angreift, zerstört das VertrauensverhĂ€ltnis, auf dem medizinische Versorgung beruht, und gefĂ€hrdet damit die FunktionsfĂ€higkeit unseres Gesundheitswesens.»

Angriffe auf BeschĂ€ftigte in Kliniken, Praxen, im Rettungsdienst und bei der Feuerwehr mĂŒssten daher hĂ€rter bestraft werden, forderte Reinhardt. Mit einer Leser-Umfrage rĂŒckt das «Ärzteblatt» als Branchenzeitung das Thema nun in den Fokus.

Zwei Drittel der 1.619 Befragten dieser Umfrage gaben an, bereits Gewalt im beruflichen Kontext erfahren zu haben. Das Blatt hatte von seiner Leserschaft wissen wollen, ob und in welchem Umfang sie selbst Opfer von Übergriffen geworden war. Heute will die Ärztekammer bei einer Pressekonferenz auf die Ergebnisse eingehen. 

In den genannten FĂ€llen waren die Angreifer den Angaben zufolge ĂŒberwiegend alleine handelnde mĂ€nnliche Personen, die eine medizinische Einrichtung als Patienten oder Angehörige aufgesucht haben, fasst das «Ärzteblatt» zusammen.

Höhere Strafen geplant

Der Gesetzgeber will Ärztinnen und Ärzte kĂŒnftig besser durch höhere Strafen schĂŒtzen. Konkret sollen sie in besondere Strafvorschriften zum Schutz von Einsatz- und RettungskrĂ€ften einbezogen werden, hatte das «Ärzteblatt» im Dezember unter Berufung auf einen Referentenentwurf berichtet. Das soll auch fĂŒr Angehörige anderer Heilberufe und ihre Mitarbeitenden gelten.

Demnach sieht das Bundesjustizministerium einen neuen Paragrafen 116 im Strafgesetzbuch vor. TĂ€tliche Angriffe gegen Ärztinnen und Ärzte und ihre Mitarbeitenden sollten den gleichen Strafandrohungen unterliegen wie Angriffe gegen RettungskrĂ€fte. Vorgesehen sind in einem Referentenentwurf Freiheitsstrafen von bis zu fĂŒnf Jahren.

Reinhard sagte: «So richtig und notwendig diese Maßnahmen sind, bleibt dennoch entscheidend, dass Strafverfolgungsbehörden ausreichend ausgestattet werden und Anzeigeverfahren einfacher, schneller und niedrigschwelliger gestaltet sind.»

@ dpa.de

Weitere Meldungen

Neue BeitrĂ€ge fĂŒr die Kassen? SPD provoziert Kritik. Es gibt klare Reaktionen - aber auch versöhnliche Töne. Die SPD will neue Finanzquellen fĂŒr die Kranken- und Pflegekassen erschließen und Beamte in die gesetzliche Rente einzahlen lassen. (Politik, 09.02.2026 - 15:09) weiterlesen...

CDU-Gesundheitspolitikerin nennt SPD-VorschlĂ€ge 'ein fatales Zeichen' Die Union im Bundestag lehnt jĂŒngste SPD-VorschlĂ€ge fĂŒr eine breitere Finanzierung von Gesundheit und Pflege in Deutschland als "fatales Zeichen" ab. (Boerse, 09.02.2026 - 11:49) weiterlesen...

Wohl mehr Drogentote durch bestimmte Opioide als bekannt. Zum Opfer werden vielfach sehr junge Menschen. Die Todeszahl wird wohl stark unterschÀtzt. Bei synthetischen Opioiden wie Fentanyl oder Nitazenen liegt die wirksame Dosis oft nah an der tödlichen. (Wissenschaft, 09.02.2026 - 01:02) weiterlesen...

DAK: Hunderttausende Kinder als Passivraucher in Autos. Eine Befragung zeigt, dass mehr als 750.000 Kinder und Jugendliche Tabakrauch in Autos ausgesetzt sind. Wer daraus Konsequenzen fordert. Die Gesundheitsgefahren des Passivrauchens sind bekannt. (Unterhaltung, 06.02.2026 - 10:35) weiterlesen...

Grippewelle fĂŒllt Praxen – Millionen Menschen sind krank. Warum Experten eine Impfung auch jetzt noch empfehlen und wie es bei anderen Atemwegserregern aussieht. Die Grippewelle in Deutschland ist in vollem Gang. (Wissenschaft, 06.02.2026 - 04:00) weiterlesen...

Danone ruft noch mehr Babynahrung zurĂŒck. In einer Zutat könnte ein Toxin enthalten sein, das zu Übelkeit und Erbrechen fĂŒhren kann. Danone ruft SĂ€uglingsnahrung zurĂŒck. (Unterhaltung, 05.02.2026 - 19:58) weiterlesen...