Hamburg, Deutschland

So viele Menschen blicken optimistisch aufs neue Jahr

27.12.2025 - 05:30:21 | dpa.de

Mehr als die HÀlfte der Deutschen blickt laut einer Umfrage optimistisch auf 2026 - trotz anhaltender Krisen. Macht sich da ein Gewöhnungseffekt bemerkbar?

  • Überraschend viele Deutsche blicken mit Optimismus auf das neue Jahr, findet der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
    Überraschend viele Deutsche blicken mit Optimismus auf das neue Jahr, findet der Hamburger Zukunftsforscher Horst Opaschowski. (Archivbild) - Foto: Christian Charisius/dpa
  • Der Leiter der Hamburger BAT-Stiftung fĂŒr Zukunftsfragen, Prof. Ulrich Reinhardt, warnt davor, große Probleme als unlösbar darzustellen. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
    Der Leiter der Hamburger BAT-Stiftung fĂŒr Zukunftsfragen, Prof. Ulrich Reinhardt, warnt davor, große Probleme als unlösbar darzustellen. (Archivbild) - Foto: Sven Hoppe/dpa
'.$caption.' '.$caption.'

Wie optimistisch blicken die Menschen in Deutschland aufs kommende Jahr? In einer reprÀsentativen Umfrage des Zukunftsforschers Horst Opaschowski mit dem Ipsos-Institut geben 57 Prozent der Befragten an, sie sÀhen dem kommenden Jahr mit Zuversicht und Optimismus entgegen. Im Vorjahr hatten nur 42 Prozent dieser Aussage zugestimmt, das bedeutet eine Zunahme um 15 Prozentpunkte. «Ich kann nur sagen, einen solchen positiven Umschwung hat es seit Corona noch nicht gegeben», sagt der Hamburger Forscher dazu. 

Der Wandel habe mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der persönlichen finanziellen Lage ĂŒberhaupt nichts zu tun. In dieser Hinsicht hĂ€tten sich die Umfrageergebnisse seit Jahren nicht geĂ€ndert. Seit 2023 sagten 52 Prozent der Befragten, die persönliche wirtschaftliche Lage mache ihnen Sorgen. Opaschowski vermutet eher einen MentalitĂ€tswandel - die Deutschen gewöhnten sich an schwierige Zeiten: «Das Leben in Dauerkrisen setzt positive Energien und WiderstandskrĂ€fte bei den Menschen frei», erklĂ€rt der Forscher. Von «Ger­man Angst» sei kaum mehr die Rede. 

Andere Umfrage zeigt mehr Pessimismus

Zu einem anderen Ergebnis kommt eine ebenfalls reprĂ€sentative Umfrage im Auftrag der Hamburger Stiftung fĂŒr Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT). Demnach blicken 60 Prozent der BundesbĂŒrger angstvoll auf 2026, vor zehn Jahren hĂ€tten das nur 45 Prozent getan. Allerdings lag dieser Wert im Vorjahr bei 63 Prozent, ist also im Jahresvergleich etwas zurĂŒckgegangen. 

Rund 80 Prozent der Bevölkerung rechneten fĂŒr 2026 mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung, teilte die BAT-Stiftung weiter mit. 89 Prozent gehen davon aus, dass die Politik weiter an Vertrauen verliert. Lediglich 22 Prozent erwarten mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft. Im Jahr 2015 hĂ€tten sich 44 Prozent - also doppelt so viele - der Befragten optimistisch geĂ€ußert. 

«Spaltung entsteht nicht allein durch Krisen. Sie entsteht auch durch die ErzĂ€hlungen darĂŒber, was möglich ist - und was nicht», erklĂ€rte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung. Die Probleme seien real. «Aber der Glaube, sie seien unlösbar, ist nicht real - er ist gemacht.» Der Zukunftsforscher rĂ€t, wieder mehr ĂŒber gemeinsame Lösungen zu sprechen, um die Wahrnehmung zu verĂ€ndern. 

JĂŒngere optimistischer - aber auch Ă€ngstlicher

Opaschowski (84), der viele Jahre als Professor fĂŒr Erziehungswissenschaft an der UniversitĂ€t Hamburg tĂ€tig war, setzt auf den Optimismus der JĂŒngeren. 75 Prozent der Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren seien zur Jahreswende hoffnungsvoll gestimmt, trotz Umwelt- und Wirtschaftskrisen, Ukrainekrieg und Konflikten in Nahost, erklĂ€rt der Forscher. Im Vorjahr seien nur 49 Prozent der jungen Leute optimistisch gewesen. In einem neuen Buch fordert Opaschowski die nĂ€chste Generation auf: «Nehmt eure Zukunft in die Hand!» - so der Titel. 

Sehr viel nĂŒchterner fĂ€llt eine neue Studie des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf aus. Demnach setzen sich Kinder und Jugendliche intensiv mit Themen wie Kriegen, Terrorismus, wirtschaftlicher Unsicherheit, Zuwanderung und der Klimakrise auseinander. Viele belaste das. «Kinder und Jugendliche, die unter krisenbezogenen ZukunftsĂ€ngsten leiden, haben ein 3,4 Mal höheres Risiko fĂŒr psychische AuffĂ€lligkeiten, Ängste, depressive Symptome und Einsamkeit», sagte die Erstautorin der Studie, Anne Kaman. Studienleiterin Ulrike Ravens-Sieberer fĂŒgt jedoch hinzu: «Viele junge Menschen entwickeln starke BewĂ€ltigungsstrategien.»

So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlĂ€ssliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
unterhaltung | 68435825 |

Weitere Meldungen

«Tagesschau»-Kollege Riewa gratuliert Daubner: nahezu heilig. Ihr «Tagesschau»-Kollege Jens Riewa kennt Susanne Daubner seit vielen Jahren und denkt an ihre Anfangszeiten zurĂŒck. Eine der bekanntesten Nachrichtensprecherinnen Deutschlands wird 65. (Unterhaltung, 26.03.2026 - 04:00) weiterlesen...

Block-EntfĂŒhrung: Polizei informierte Mutter nicht sofort. Kurze Zeit spĂ€ter pausiert der Prozess. Warum benachrichtigte die Polizei nicht gleich nach der Tat die Mutter der entfĂŒhrten Block-Kinder? Diese Frage stellen Verteidiger einer Zeugin. (Unterhaltung, 24.03.2026 - 15:06) weiterlesen...

Vier VerdĂ€chtige nach Anschlag auf Berliner Strommasten. FĂŒr Techfirmen bedeutete das MillionenschĂ€den. 50.000 Menschen waren im September 2025 in Berlin ohne Strom, als Starkstromkabel angezĂŒndet wurden. (Politik, 24.03.2026 - 13:50) weiterlesen...

Vier VerdĂ€chtige nach Brandanschlag in Berlin 2025 ermittelt. Die Ermittlungen fĂŒhren zu vier VerdĂ€chtigen und umfangreichen Hausdurchsuchungen in mehreren StĂ€dten. Rund 50.000 Haushalte waren nach dem Anschlag in Berlin-Adlershof im Herbst ohne Strom. (Politik, 24.03.2026 - 12:05) weiterlesen...

AfD-Nachwuchspolitiker Dorow kommt um Parteiausschluss herum AfD-Spitze und Nachwuchsorganisation entschÀrfen ihren Streit: Nach Kritik am geplanten Ausschluss von AfD-Jungpolitiker Kevin Dorow darf dieser nun doch bleiben - unter Bedingungen. (Politik, 24.03.2026 - 11:07) weiterlesen...

Das ist Johannes Oerding in einem Hotel am wichtigsten. Was ihn am Hotelleben fasziniert und worauf er besonders achtet. Ob 0 oder 5 Sterne: SĂ€nger Johannes Oerding kennt jede Art von Hotelzimmer. (Unterhaltung, 24.03.2026 - 04:30) weiterlesen...