So viele Menschen blicken optimistisch aufs neue Jahr
27.12.2025 - 05:30:21 | dpa.deWie optimistisch blicken die Menschen in Deutschland aufs kommende Jahr? In einer reprĂ€sentativen Umfrage des Zukunftsforschers Horst Opaschowski mit dem Ipsos-Institut geben 57 Prozent der Befragten an, sie sĂ€hen dem kommenden Jahr mit Zuversicht und Optimismus entgegen. Im Vorjahr hatten nur 42 Prozent dieser Aussage zugestimmt, das bedeutet eine Zunahme um 15 Prozentpunkte. «Ich kann nur sagen, einen solchen positiven Umschwung hat es seit Corona noch nicht gegeben», sagt der Hamburger Forscher dazu.Â
Der Wandel habe mit der wirtschaftlichen Entwicklung und der persönlichen finanziellen Lage ĂŒberhaupt nichts zu tun. In dieser Hinsicht hĂ€tten sich die Umfrageergebnisse seit Jahren nicht geĂ€ndert. Seit 2023 sagten 52 Prozent der Befragten, die persönliche wirtschaftliche Lage mache ihnen Sorgen. Opaschowski vermutet eher einen MentalitĂ€tswandel - die Deutschen gewöhnten sich an schwierige Zeiten: «Das Leben in Dauerkrisen setzt positive Energien und WiderstandskrĂ€fte bei den Menschen frei», erklĂ€rt der Forscher. Von «GerÂman Angst» sei kaum mehr die Rede.Â
Andere Umfrage zeigt mehr Pessimismus
Zu einem anderen Ergebnis kommt eine ebenfalls reprĂ€sentative Umfrage im Auftrag der Hamburger Stiftung fĂŒr Zukunftsfragen von British American Tobacco (BAT). Demnach blicken 60 Prozent der BundesbĂŒrger angstvoll auf 2026, vor zehn Jahren hĂ€tten das nur 45 Prozent getan. Allerdings lag dieser Wert im Vorjahr bei 63 Prozent, ist also im Jahresvergleich etwas zurĂŒckgegangen.Â
Rund 80 Prozent der Bevölkerung rechneten fĂŒr 2026 mit einer wirtschaftlichen Verschlechterung, teilte die BAT-Stiftung weiter mit. 89 Prozent gehen davon aus, dass die Politik weiter an Vertrauen verliert. Lediglich 22 Prozent erwarten mehr Zusammenhalt in der Gesellschaft. Im Jahr 2015 hĂ€tten sich 44 Prozent - also doppelt so viele - der Befragten optimistisch geĂ€uĂert.Â
«Spaltung entsteht nicht allein durch Krisen. Sie entsteht auch durch die ErzĂ€hlungen darĂŒber, was möglich ist - und was nicht», erklĂ€rte Ulrich Reinhardt, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung. Die Probleme seien real. «Aber der Glaube, sie seien unlösbar, ist nicht real - er ist gemacht.» Der Zukunftsforscher rĂ€t, wieder mehr ĂŒber gemeinsame Lösungen zu sprechen, um die Wahrnehmung zu verĂ€ndern.Â
JĂŒngere optimistischer - aber auch Ă€ngstlicher
Opaschowski (84), der viele Jahre als Professor fĂŒr Erziehungswissenschaft an der UniversitĂ€t Hamburg tĂ€tig war, setzt auf den Optimismus der JĂŒngeren. 75 Prozent der Befragten im Alter von 14 bis 24 Jahren seien zur Jahreswende hoffnungsvoll gestimmt, trotz Umwelt- und Wirtschaftskrisen, Ukrainekrieg und Konflikten in Nahost, erklĂ€rt der Forscher. Im Vorjahr seien nur 49 Prozent der jungen Leute optimistisch gewesen. In einem neuen Buch fordert Opaschowski die nĂ€chste Generation auf: «Nehmt eure Zukunft in die Hand!» - so der Titel.Â
Sehr viel nĂŒchterner fĂ€llt eine neue Studie des UniversitĂ€tsklinikums Hamburg-Eppendorf aus. Demnach setzen sich Kinder und Jugendliche intensiv mit Themen wie Kriegen, Terrorismus, wirtschaftlicher Unsicherheit, Zuwanderung und der Klimakrise auseinander. Viele belaste das. «Kinder und Jugendliche, die unter krisenbezogenen ZukunftsĂ€ngsten leiden, haben ein 3,4 Mal höheres Risiko fĂŒr psychische AuffĂ€lligkeiten, Ăngste, depressive Symptome und Einsamkeit», sagte die Erstautorin der Studie, Anne Kaman. Studienleiterin Ulrike Ravens-Sieberer fĂŒgt jedoch hinzu: «Viele junge Menschen entwickeln starke BewĂ€ltigungsstrategien.»
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