Umfrage zu Höflichkeit: Umgangston wird rauer
12.04.2026 - 06:15:04 | dpa.de
Die Deutschen empfinden den Umgangston im Alltag als zunehmend unfreundlich â doch die eigene Höflichkeit stellen die wenigsten infrage. In einer reprĂ€sentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Yougov im Auftrag der Sprachlernplattform Babbel gaben 59 Prozent der Befragten an, den Umgangston als rauer zu empfinden als noch vor fĂŒnf Jahren. Gleichzeitig halten sich 85 Prozent selbst fĂŒr höflich. Befragt wurden im MĂ€rz 2026 insgesamt 1.012 in Deutschland lebende Personen.
Boomer unzufriedener als junge Generation
Besonders auffĂ€llig sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen: WĂ€hrend 65 Prozent der sogenannten Boomer-Generation eine Verschlechterung des Umgangstons wahrnahmen, teilten nur 39 Prozent der JĂŒngeren diese EinschĂ€tzung.
Auch regional zeigen sich Unterschiede: Hamburg schnitt im LĂ€ndervergleich am besten ab â 61 Prozent der Befragten dort erlebten ihren Alltag als höflich. Schlusslicht war Bremen mit nur 36 Prozent.
StraĂenverkehr als Hotspot der Unhöflichkeit
Als besonders konflikttrĂ€chtiger Ort gilt der StraĂenverkehr: 61 Prozent der Befragten empfanden ihn als Ort spĂŒrbarer Unhöflichkeit. Der Arbeitsplatz wurde hingegen nur von 15 Prozent so wahrgenommen.
Die politische Zugehörigkeit spielt laut der Studie eine untergeordnete Rolle, wenngleich Unterschiede erkennbar sind: Unter AnhĂ€ngern der Linken störten sich nur 10 Prozent am Umgangston, bei CDU/CSU- und SPD-AnhĂ€ngern waren es 16 beziehungsweise 15 Prozent. Am kritischsten Ă€uĂerten sich AnhĂ€nger von AfD und BSW mit jeweils 19 Prozent. Babbel schlussfolgerte, die Deutschen sĂ€hen beim Thema Höflichkeit «Nachholbedarf, insbesondere dort, wo es um direkten Kontakt mit anderen Menschen geht».
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