Mehr UnfĂ€lle auf Schulwegen bei Kindern â Versicherung warnt
25.09.2025 - 04:01:40Die Zahl der VerkehrsunfĂ€lle auf dem Schulweg von Kindern und Jugendlichen ist im ersten Halbjahr 2025 gegenĂŒber dem Vorjahreszeitraum gestiegen. Der Anstieg betrĂ€gt nach vorlĂ€ufigen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) rund 5 Prozent, wie mitgeteilt wurde. Danach lag die Zahl der UnfĂ€lle auf dem Schulweg von Januar bis Juni bei 42.303. Im ersten Halbjahr 2024 waren es noch 40.416 UnfĂ€lle.Â
Am hÀufigsten kamen diese SchulwegunfÀlle im FlÀchenland Niedersachsen vor (6,4 UnfÀlle auf 1000 Versicherte), am seltensten in Berlin (3,2 UnfÀlle pro 1000 Versicherte).
Vor allem UnfÀlle mit dem Rad
In rund 43 Prozent der FĂ€lle fuhren die SchĂŒler Fahrrad, knapp 11 Prozent waren AutounfĂ€lle und 9 Prozent UnfĂ€lle als FuĂgĂ€nger. Vor allem 10-bis 18-jĂ€hrige SchĂŒler meist von weiterfĂŒhrenden Schulen waren betroffen. In der Grundschulzeit lagen die Unfallzahlen niedriger, weil die Wege kĂŒrzer und einfacher sind und viele Kinder zu FuĂ gehen. FĂŒr den Weg zu den weiterfĂŒhrenden Schulen wird gerade in StĂ€dten hĂ€ufiger das Rad genutzt.
Die Unfallversicherung wendet sich aber trotzdem strikt gegen den Trend, dass Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren. «Je mehr Kinder mit dem Auto bis zum Schultor gefahren werden, umso chaotischer wird die Verkehrssituation dort. Das gefĂ€hrdet dann alle â unabhĂ€ngig davon, wie sie zur Schule kommen», sagt der HauptgeschĂ€ftsfĂŒhrer der Gesetzlichen Unfallversicherung, Stephan Fasshauer. «"Eltern-Taxis" haben nicht umsonst einen schlechten Ruf.»
Kinder sollten lernen, den Weg zur Schule sicher allein zu bewĂ€ltigen, betonte die Unfallversicherung. SchlieĂlich sollen sie sich als Erwachsenen sicher und kompetent im StraĂenverkehr bewegen. «Die BefĂ€higung hierzu beginnt nicht erst im Klassenzimmer, sondern schon auf dem Weg dorthin.»
Kinder brauchen Raum im StraĂenverkehr
Wichtig dabei sei die Gestaltung der StraĂen und Wege. «Wenn wir Eltern ĂŒberzeugen wollen, ihre Kinder eigenstĂ€ndig zur Schule gehen zu lassen, dann muss der Verkehrsraum kindgerecht, also fehlertolerant gestaltet sein.»
AuĂerdem sollten Schulen und Gemeinden den sogenannten Schulwegeplan noch hĂ€ufiger und konsequenter einsetzen. Solche PlĂ€ne zeigen den sichersten Weg zur Schule und weisen auf Gefahrenstellen im Umfeld einer Schule hin.
Fahrradwege und Zebrastreifen fehlen
In einer sehr ausfĂŒhrlichen Umfrage der Unfallversicherung bei Eltern nannten 56 Prozent der Befragten fehlende Fahrradwege als Herausforderung fĂŒr die Sicherheit des Kindes. FĂŒr 51 Prozent war das Ăberqueren eine StraĂe ohne Ampel oder Zebrastreifen ein Problem, bei 38 Prozent war es die Ăberquerung einer stark befahrenen oder mehrspurigen StraĂe.Â
Als hilfreiche MaĂnahmen fĂŒr mehr Sicherheit nannten Eltern Tempo 30 und verkehrsberuhigte Bereiche im Umfeld der Schule, gut sichtbare Querungsstellen sowie sogenannte Elternhaltestellen in der NĂ€he von SchulgebĂ€uden.Â
Lehrer nannten in der Umfrage zu zuletzt beobachteten gefĂ€hrlichen Situationen an der Schule in 47 Prozent der FĂ€lle Gefahren durch Autos. Oft ging es um Parken und Halten an gefĂ€hrlichen Stellen und um die sogenannten Elterntaxis.Â
SchĂŒlerinnen und SchĂŒler stehen ebenso wie Kinder in Tagesbetreuung und Studenten unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Der Versicherungsschutz erstreckt sich auch auf den Schulweg. Er ist fĂŒr die Versicherten kostenfrei. Die BeitrĂ€ge tragen StĂ€dte und Gemeinden.













