Zahlreiche Erdbeben in Afghanistan - Mehr als 100 Tote
07.10.2023 - 22:39:02Nach mehreren starken Erdbeben in Afghanistan sind nach EinschĂ€tzungen der Vereinten Nationen (UN) mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Zudem seien in der betroffenen Region Hunderte HĂ€user zerstört worden, teilte das UN-NothilfebĂŒro OCHA mit. UnbestĂ€tigten Berichten zufolge könnte die Zahl der Toten eher bei 320 liegen, hieĂ es in der Mitteilung weiter.
Afghanistans Katastrophenschutz hatte zuvor Sorgen ĂŒber Hunderte mögliche Todesopfer geĂ€uĂert. Sieben Dörfer in der stark betroffenen Grenzprovinz Herat seien komplett zerstört worden, sagte ein Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes der Deutschen Presse-Agentur. Viele Bewohner werden unter TrĂŒmmern vermutet.
Laut dem Sprecher der in Afghanistan herrschenden Taliban, Sabiullah Mudschahid, wurden MilitĂ€r- und Rettungsorganisationen angewiesen, zur Hilfe in die betroffene Erdbebenregion zu eilen. KrankenhĂ€user stellten sich demnach auf zahlreiche Verletzte ein. Laut der UN mobilisierten mehrere Hilfsorganisationen bereits UnterstĂŒtzung.
Videos in den sozialen Medien zeigten verwĂŒstete Dörfer mit TrĂŒmmerhaufen, unter denen auch zahlreiche Opfer vermutet werden. In der Provinzhauptstadt Herat strömten aus Sorge vor GebĂ€udeeinstĂŒrzen Menschenmassen auf die StraĂen, wie Bewohner berichteten.
Grenzregion nahe dem Iran
Am Samstagmorgen hatten mindestens acht Beben innerhalb kurzer Zeit die Grenzregion nahe dem Iran erschĂŒttert. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte die StĂ€rke auf Werte zwischen 4,6 und 6,3. Die ErdstöĂe ereigneten sich am Morgen nordwestlich der afghanischen Grenzstadt Herat, in einer geringen Tiefe von rund zehn Kilometern.
Auch im Nachbarland Iran waren die Beben zu spĂŒren. Bewohner der rund 300 Kilometer von der Erdbebenzone entfernten Millionenmetropole Maschhad im Iran erzĂ€hlten, dass HĂ€userwĂ€nde gezittert hĂ€tten. Laut Irans Staatsmedien wurden Teams zur Inspektion möglicher SchĂ€den in Grenzgebiete geschickt.
Ein Bewohner der afghanischen Provinz Herat berichtete von den starken Beben: «Wir sind aus den GebĂ€uden geflohen», sagte der Mann. «Alle sind auf freiem Feld und niemand weiĂ, was mit ihren HĂ€usern passiert ist.» Mehr als zwei Millionen Menschen sind in der afghanischen Grenzprovinz zu Hause.
Immer wieder ereignen sich schwere Erdbeben in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einem verheerenden Beben kamen 2022 in Afghanistan mehr als 1000 Menschen ums Leben. Nach mehreren Jahrzehnten Konflikt sind viele HĂ€user schlecht gebaut. Erdbeben richten daher oft groĂe SchĂ€den an.


