Nach Erdbeben in Afghanistan: Suche nach Ăberlebenden
08.10.2023 - 03:10:25Nach den starken Erdbeben in Afghanistan mit mindestens 100 Toten geht die verzweifelte Suche nach Ăberlebenden weiter. Das UN-NothilfebĂŒro OCHA ging davon aus, dass die Zahl der Opfer noch steigen wird, da zahlreiche Menschen unter eingestĂŒrzten GebĂ€uden eingeschlossen sind. Afghanistans Katastrophenschutz hatte zuvor Sorgen ĂŒber Hunderte mögliche Todesopfer geĂ€uĂert.
Sieben Dörfer in der stark betroffenen Grenzprovinz Herat seien komplett zerstört worden, sagte ein Sprecher des nationalen Katastrophenschutzes der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Laut der WHO waren von der Erdbeben-Katastrophe insgesamt rund 4200 Menschen betroffen, mindestens 600 HÀuser wurden zerstört.
Dörfer in Schutt und Asche
Die internationale Hilfsorganisation Ărzte ohne Grenzen (MSF) berichtete auf der Internetplattform X (ehemals Twitter), dass in den ersten Stunden mindestens 300 Verletzte im Krankenhaus der Provinzstadt Herat behandelt worden seien. MSF habe dort unmittelbar nach dem Beben zusĂ€tzliche Zelte errichtet.
UN-GeneralsekretĂ€r AntĂłnio Guterres zeigte sich bestĂŒrzt und sprach den Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid aus, wie UN-Sprecher Stephane Dujarric in New York erklĂ€rte. Guterres rief die internationale Gemeinschaft auf, die vom Erdbeben betroffene afghanische Bevölkerung vor allem mit Blick auf den kommenden Winter zu unterstĂŒtzen.
Der gut vernetzte afghanische Journalist Bilal Sarwari teilte auf der Plattform X, ehemals Twitter, Videos von den Rettungsarbeiten. Die Bilder zeigten HĂ€user, die komplett in TrĂŒmmern lagen. «Die ruhige Schönheit von Herat wurde durch ein unbarmherziges Erdbeben zerstört, das ganze Dörfer in Schutt und Asche gelegt hat», schrieb Sarwari.
Grenzregion nahe dem Iran
Am Samstagmorgen hatten mindestens acht Beben innerhalb kurzer Zeit die Grenzregion nahe dem Iran erschĂŒttert. Die US-Erdbebenwarte USGS bezifferte die StĂ€rke auf Werte zwischen 4,6 und 6,3. Die ErdstöĂe ereigneten sich am Morgen nordwestlich der afghanischen Grenzstadt Herat, in einer geringen Tiefe von rund zehn Kilometern.
Auch im Nachbarland Iran waren die Beben zu spĂŒren. Bewohner der rund 300 Kilometer von der Erdbebenzone entfernten Millionenmetropole Maschhad im Iran erzĂ€hlten, dass HĂ€userwĂ€nde gezittert hĂ€tten. Laut Irans Staatsmedien wurden Teams zur Inspektion möglicher SchĂ€den in Grenzgebiete geschickt.
Immer wieder ereignen sich schwere Erdbeben in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einem verheerenden Beben kamen 2022 in Afghanistan mehr als 1000 Menschen ums Leben. Nach mehreren Jahrzehnten Konflikt sind viele HĂ€user schlecht gebaut. Erdbeben richten daher oft groĂe SchĂ€den an.





