Netflix, AufklÀrung

AufklÀrung bei Netflix: «Sex Education» geht zu Ende

21.09.2023 - 11:04:30

Mit dem Wechsel auf das College stehen die Protagonisten in der vierten Staffel vor ganz neuen Herausforderungen. Die britische Coming-of-Age-Serie endet emotional, bleibt ihrem Humor aber treu.

Potenzprobleme, feuchte TrĂ€ume und ungewollte Schwangerschaften: Der britische Netflix-Erfolg «Sex Education» ist fĂŒr prĂŒde und erzkonservative Menschen wohl eher die falsche Serie. In der gerade gestarteten vierten Staffel sind die Jugendlichen im fiktiven Ort Moordale grĂ¶ĂŸtenteils aufgeklĂ€rt - die Serie kann enden.

RĂŒckblick: In der ersten Staffel von 2019 konzentriert sich «Sex Education» auf die Sex-Therapeutin Jean (Gillian Anderson) und ihren pubertierenden Sohn Otis (Asa Butterfield). Der ist zwar verklemmt, aber gibt, mit der Expertise seiner Mutter ausgestattet, MitschĂŒlerinnen und MitschĂŒlern Nachhilfeunterricht fĂŒrs Bett.

In den finalen acht Folgen ist die Mutter-Sohn-Beziehung etwas abgekĂŒhlt. Jean muss sich quasi alleine um Töchterchen Joy und ihren neuen Job beim Radio kĂŒmmern, Otis geht frisch aufs College - und bekommt dort echte Konkurrenz in Sachen AufklĂ€rungsarbeit.

Mehr als eine typische Teenie-Serie

Die britische Coming-of-Age-Reihe besticht nach wie vor durch ihre progressive ErzÀhlweise und ihren enorm diversen Cast. Die finale Staffel, in der einige liebgewonnene Nebencharaktere fehlen, ist dabei bunter als je zuvor.

So ist die populÀre Studentin Aisha (Alexandra James) schwarz, taub und queer. Auch Transpersonen, nicht-binÀre Menschen, junge MÀnner im Rollstuhl und asexuelle Jugendliche finden sich in «Sex Education» wieder.

So viel DiversitĂ€t mögen einige fĂŒr ĂŒbertrieben halten, es ist aber genau das Gegenteil: die RealitĂ€t. So sind viele im Cast auch im echten Leben das, was sie spielen: nicht-binĂ€r, trans oder eben taub.

Das von Laurie Nunn entwickelte Werk verleiht den Charakteren somit eine enorme Tiefe und ist mehr als eine typische Teenie-Serie mit etwas Herzschmerz und albernen Sexwitzen. Es geht um Akzeptanz, Selbstliebe und IdentitĂ€tssuche. Und das in einer Zeit, in der konservative KrĂ€fte in den USA und anderen LĂ€ndern das Thema sexuelle Vielfalt am liebsten aus dem schulischen Sexualkundeunterricht verbannen wĂŒrden.

@ dpa.de