Frankreich, KriminalitÀt

HĂ€ftling nach Flucht mit SĂ€ge und Laken in Bistro gefasst

28.11.2025 - 13:04:38

Mit einer MetallsÀge und einem Laken fliehen zwei HÀftlinge in Frankreich aus dem Knast. Einer wird spÀter beim Kaffeetrinken in einem Bistro geschnappt. Wie ihm die spektakulÀre Flucht gelang.

Nach der filmreifen Flucht von zwei HĂ€ftlingen in Frankreich, die GitterstĂ€be durchsĂ€gten und sich mit Bettlaken abseilten, ist einer der beiden auf der Terrasse eines Bistros gefasst worden. Frankreichs Innenminister Laurent Nuñez beglĂŒckwĂŒnschte die EinsatzkrĂ€fte zu der Festnahme am Morgen im Departement SaĂŽne-et-Loire. Der 32-JĂ€hrige habe in der kleinen Ortschaft Bey vor dem Bistro in Ruhe seinen Kaffee getrunken, als Beamte ihn widerstandslos festnahmen, berichtete der Sender France 3.

Die MÀnner waren am Donnerstagmorgen aus dem rund 80 Kilometer entfernten GefÀngnis in Dijon aus der Untersuchungshaft geflohen. Wie die Staatsanwaltschaft mitteilte, fand das Justizpersonal in der Zelle der Ausbrecher eine MetallsÀge sowie einen Brief des 32-JÀhrigen. Darin habe dieser beklagt, dass er «schon viel zu lange» hinter Gittern sitze. Der Mann befand sich wegen Drohungen und schwerer Gewalt gegen seine Partnerin in Haft. Gegen den 19 Jahre alten Mitausbrecher wird wegen eines versuchten Auftragsmordes und der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt.

Sicherheitsprobleme in Frankreichs GefÀngnissen

Der Ausbruch wirft ein Schlaglicht auf weit verbreitete Sicherheitsprobleme in Frankreichs ĂŒberfĂŒllten GefĂ€ngnissen. In Dijon hatte das Personal nach Gewerkschaftsangaben vor dem Ausbruch SicherheitsmĂ€ngel in dem in einem historischen GebĂ€ude gelegenen GefĂ€ngnis angeprangert, die Anstaltsleitung habe darauf aber nicht reagiert.

Wie ein GefĂ€ngnisaufseher in Dijon dem Sender France 3 sagte, seien die MetallsĂ€ge und die Bettlaken wahrscheinlich per Drohne in das GefĂ€ngnis geschafft worden. RegelmĂ€ĂŸig kommt es in Frankreich vor, dass HĂ€ftlinge sich mit Drohnen Drogen, Mobiltelefone und andere verbotene GegenstĂ€nde in die Haftanstalten liefern lassen. Vor wenigen Tagen erst kĂŒndigte Justizminister GĂ©rald Darmanin Investitionen in Millionenhöhe in die Haftanstalten an, um das Hereinschmuggeln verbotener GegenstĂ€nde zu erschweren.

@ dpa.de