Auto, Stuttgart

Auto fÀhrt in Stuttgart in Menschenmenge - Frau stirbt

03.05.2025 - 00:02:07

Mitten im Feierabendverkehr fĂ€hrt ein GelĂ€ndewagen in eine Menschengruppe. Mehrere Menschen werden teils schwer verletzt, darunter fĂŒnf Kinder. Eine Frau stirbt. War es ein Unfall?

Es geschieht an einem der ersten warmen Abende in der Stuttgarter Innenstadt: An der zentralen Stadtbahn-Haltestelle am Olgaeck warten Menschen nach dem Feierabend auf die nÀchste Bahn, als plötzlich ein schwarzer GelÀndewagen um die Ecke biegt und in eine Menschenmenge fÀhrt.

Mindestens acht Menschen - auch Kinder - werden dabei verletzt, drei davon laut Feuerwehr lebensgefÀhrlich. Eine Frau wird vor Ort wiederbelebt, noch am Abend erliegt die 46-JÀhrige aber im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilen. 

Der Fahrer des Wagens, ein 42-JÀhriger, wird nach Angaben der Polizei festgenommen. Bei den Ermittlungen stellt sich dann schnell heraus: Die fatale Fahrt war keine geplante Tat, sondern ein Unfall. 

«Nach aktuellem Ermittlungsstand liegen derzeit keinerlei Hinweise vor, die auf eine vorsĂ€tzliche Gewalttat oder ein Anschlagsgeschehen schließen lassen», heißt es in einer gemeinsamen Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft. Stuttgarts Stadtsprecherin Susanne Kaufmann teilt spĂ€ter mit, die Staatsanwaltschaft habe bestĂ€tigt, dass es sich bei dem tragischen Ereignis um einen Verkehrsunfall gehandelt habe.

FĂŒnf Kinder unter Verletzten

Auf Fotos von der Unfallstelle sind Überreste des Materials der RettungskrĂ€fte zu sehen: Plastikhandschuhe, TĂŒten, Verbandmaterial. Am Unfallort liegt auch ein zusammengeklappter Kinderwagen. Insgesamt fĂŒnf Kinder sind unter den Verletzten, wie das Klinikum Stuttgart am Abend mitteilt.

Die Leichtverletzten behandeln die EinsatzkrĂ€fte in einer Art Bus der Feuerwehr, nach und nach können die Menschen diesen wieder verlassen und werden weggefĂŒhrt. Feuerwehr, RettungskrĂ€fte und Polizei arbeiten in einem weitrĂ€umig abgesperrten Bereich und hĂ€ngen den Ort des Vorfalls mit Planen zum Sichtschutz ab.

EinsatzkrĂ€fte schĂŒtzen Unfallort vor Blicken

Zumindest fĂŒr die verletzten Kinder kann vorsichtig Entwarnung gegeben werden, heißt es aus dem Krankenhaus. «Ein Kind wurde am Abend noch operativ durch Traumatologen und Mund-Kiefer-Gesichtschirurgen operativ versorgt und wird im Anschluss intensivmedizinisch weiterbehandelt», erklĂ€rt Kliniksprecher Stefan Möbius. Außerdem wĂŒrden zwei Erwachsene im Klinikum behandelt. «Zwei der Patienten waren schwerstverletzt und mussten im Schockraum behandelt werden.»

Das Klinikum habe nach der Alarmierung der Leitstelle sofort seine IntensivkapazitĂ€ten erhöht. «Da die Notaufnahme freitagabends ohnehin stark beansprucht ist, wurde sofort zusĂ€tzliches Intensivpersonal des Hauses alarmiert», sagt Jan Steffen JĂŒrgensen, Vorstand des Klinikums Stuttgart.

Auto kommt teils auf FußgĂ€ngerweg zum Stehen

Die genauen HintergrĂŒnde des Vorfalls sind noch unklar. Auch wie schnell das Auto in die Menge fuhr, ist zunĂ€chst nicht bekannt. Unfallspezialisten schauen sich den Ort des Geschehens genau an, Zeugen werden verhört.

Der Vorfall ereignet sich gegen 17.50 Uhr an der oberirdischen U-Bahn-Haltestelle Olgaeck. Das Fahrzeug kommt dort teils auf der Straße, teils auf dem Bereich, auf dem sonst FußgĂ€nger an der Ampel warten mĂŒssen, zum Stehen. Das eigentlich stabil wirkende MetallgelĂ€nder dahinter ist umgebogen.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei bog der Autofahrer aus einer einspurigen Nebenstraße nach rechts auf die stadtauswĂ€rts fĂŒhrende mehrspurige Bundesstraße ab und fuhr dabei in die Menschengruppe, die wohl von der Stadtbahn-Haltestelle kam.

Bahnen fahren nicht mehr

Die Haltestelle liegt in der Mitte der Fahrbahn - die Straße fĂŒhrt an dieser Stelle stadtauswĂ€rts aus dem Tal-Kessel heraus, an der oberirdischen Haltestelle fahren mehrere wichtige U-Bahn-Linien ab. 

Die Verkehrslage an dem wichtigen Knotenpunkt normalisiert sich am Abend wieder langsam. Auch Straßenbahnen passieren die Unfallstelle wieder.

Am Abend lĂ€dt dann ein Abschleppwagen das Unfallfahrzeug - laut Polizei eine schwarze Mercedes-G-Klasse, also eine Art GelĂ€ndewagen - auf und transportiert es ab. Auf der Straße bleiben nur weiße Markierungen der Position des Autos zurĂŒck.

OrdnungsbĂŒrgermeister Clemens Maier machte sich noch am Abend persönlich einen Eindruck von dem Unfall. Er erklĂ€rte zusammen mit OberbĂŒrgermeister Frank Nopper: «Wir sind erschĂŒttert ĂŒber diesen tragischen Verkehrsunfall, in 
dessen Folge nun eine 46-jĂ€hrige Frau gestorben ist. Ihren Angehörigen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme. In Gedanken sind wir bei allen Verletzten und deren Familien und wĂŒnschen ihnen eine baldige Genesung.»

@ dpa.de