Mann droht in ICE mit Anschlag â Zwölf Leichtverletzte
03.04.2026 - 08:54:31 | dpa.deInmitten der Oster-Reisewelle hat ein Mann in einem ICE in Nordrhein-Westfalen Polizeiangaben zufolge mit einem Anschlag gedroht und Böller explodieren lassen. Zwölf FahrgĂ€ste wurden bei dem Vorfall am Donnerstagabend leicht verletzt. Der 20-jĂ€hrige Deutsche aus Aachen soll in dem Zug von dort nach Frankfurt laut Zeugenaussagen pyrotechnische GegenstĂ€nde, die mit Kunststoffkugeln gefĂŒllt waren, geworfen haben, wie ein Sprecher der Polizei Siegburg der Deutschen Presse-Agentur sagte. In einer Mitteilung der Polizei aus der Nacht hieĂ es, dass es sich um zwei bislang nicht nĂ€her bestimmte pyrotechnische GegenstĂ€nde gehandelt habe.Â
ICE wurde gerÀumt
Die Polizei rĂŒckte mit schwer bewaffneten Beamten an, der ICE 19 wurde gerĂ€umt. Die HintergrĂŒnde des Vorfalls sind weiter unklar. Der TatverdĂ€chtige befindet sich laut der Mitteilung aus der Nacht im polizeilichen Gewahrsam. Die Ermittlungen zu seiner Motivation und den HintergrĂŒnden dauerten an, hieĂ es. Die Polizei war am Morgen zunĂ€chst nicht zu erreichen.
In der Mitteilung hieĂ es auch, dass eine verletzte Person vermutlich ein Knalltraumata erlitten habe. Sie wurde demnach in ein Bonner Krankenhaus gebracht, kurze Zeit spĂ€ter aber wieder entlassen. Eine Sprecherin der Bundespolizei sprach nach einer ersten LageeinschĂ€tzung auch von «leichten, oberflĂ€chlichen Hautverletzungen» bei Betroffenen. Die meisten FahrgĂ€ste in dem Zug kamen kurz vor Ostern aber mit dem Schrecken davon.Â
Messer im Rucksack
Der Mann habe mit einem Anschlag gedroht und ein Messer im Rucksack gehabt, sagt die Sprecherin der Bundespolizei zunĂ€chst. Details nannte sie nicht. Bei Durchsuchungen fanden die Beamten ein weiteres Messer sowie zwei frei verkĂ€ufliche Rauchkörper und eine Maske, wie es in der Mitteilung weiter hieĂ. Zuvor hatten mehrere Medien ĂŒber den Vorfall berichtet.Â
«Um 20.55 Uhr wurden vermeintliche SchĂŒsse im Zug ICE 19 am Bahnhof Siegburg gemeldet», hatte eine Bahn-Sprecherin mitgeteilt. Nach ersten Untersuchungen der Polizei habe sich herausgestellt, dass es sich bei den KnallgerĂ€uschen um gezĂŒndete Feuerwerkskörper gehandelt habe. Die Bundespolizei sprach zunĂ€chst von sogenannten Softair-Böllern. Um was es sich genau handelte, war am Morgen noch unklar.
Polizei nimmt TatverdÀchtigen fest
Dem Sprecher der Siegburger Polizei zufolge hatte der TatverdĂ€chtige zunĂ€chst die Böller gezĂŒndet und sich dann auf eine Zugtoilette zurĂŒckgezogen. Dort habe ihn dann ein Fahrgast eingeschlossen, bis der Zug am Bahnhof eintraf. Der 20-JĂ€hrige sei dort von der Bundespolizei herausgezogen worden und nun im Gewahrsam der Siegburger Polizei, sagt der Sprecher. Der «Kölner Stadt-Anzeiger» schreibt von einer maskierten Person.Â
ZunĂ€chst war die Rede von insgesamt rund 150 FahrgĂ€ste gewesen, die den Zug verlassen mussten und von der Feuerwehr versorgt wurden. SpĂ€ter schrieb die Polizei dann von 180 GĂ€sten an Bord. Viele von ihnen sind den Angaben zufolge Urlaubsreisende und standen mit Koffern auf dem Bahnsteig. Die Passagiere seien in einer nahegelegenen Turnhalle von der Siegburger Feuerwehr versorgt und durch Notfallseelsorger betreut worden, hieĂ es. Der Zug und das Bahngleis seien untersucht und spĂ€ter wieder freigegeben worden.Â
Zugverkehr eingeschrÀnkt
Laut Bundespolizei war lediglich das betroffene Gleis gesperrt. FĂŒr andere Zugreisende zwischen Köln und Frankfurt blieb der Zwischenfall in der Nacht zum Karfreitag aber nicht ohne Folgen. «Die auf der Strecke befindlichen ZĂŒge des Fernverkehrs fahren zurĂŒck nach Frankfurt und fĂŒhren die Fahrt zum Zielort ĂŒber das Rheintal fort», sagt eine Bahnsprecherin.Â
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