Mord im Hauptbahnhof - Weitere VerdÀchtige gefasst
10.12.2024 - 11:14:14Rund vier Monate nach den tödlichen SchĂŒssen auf einen 27-JĂ€hrigen im Frankfurter Hauptbahnhof sind in Baden-WĂŒrttemberg weitere TatverdĂ€chtige festgenommen worden. Die vier MĂ€nner sind im Alter zwischen 21 und 38 Jahren. Sie sollen auf unterschiedliche Weise den HaupttĂ€ter unterstĂŒtzt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen mittĂ€terschaftlichen Mord, Beihilfe zum Mord und Verabredung zu einem Verbrechen vor. Sie alle sind untereinander und mit dem TĂ€ter verwandt.
Mehr als 400 Ermittler durchsuchten nach Angaben der Staatsanwaltschaft Frankfurt insgesamt 13 Objekte in Baden-WĂŒrttemberg. Die vier Festnahmen fanden demnach in Lahr im Ortenaukreis und in Denzlingen bei Freiburg statt.
Blutrache als Motiv?
Im August soll ein 54 Jahre alter Mann einen 27-JĂ€hrigen mitten im Hauptbahnhof getötet haben. Am Abend des 20. August habe er sich auf das spĂ€tere Opfer zubewegt und ihm von hinten in den Kopf geschossen. Nachdem der 27-JĂ€hrige zu Boden gegangen sei, habe der TatverdĂ€chtige noch zweimal in den Kopf des Mannes geschossen, bevor er die Pistole weggeworfen und die Flucht ergriffen habe, erklĂ€rte damals die Staatsanwaltschaft.Â
Er wurde kurze Zeit spĂ€ter von Beamten gefasst und an der Flucht mit einem Zug gehindert - seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Auch Aufnahmen einer Ăberwachungskamera, die nach der Tat im Internet kursierten, zeigten die gezielten SchĂŒsse.Â
Vom TĂ€ter zum Opfer
Der 54-JĂ€hrige ist laut Staatsanwaltschaft tĂŒrkischer StaatsbĂŒrger - er wohnte im Ortenaukreis.
Bei TĂ€ter und Opfer handelt es sich nach Angaben der Kurdischen Gemeinde Deutschland um Kurden - sie stammen demnach aus der TĂŒrkei nahe der syrischen Grenze. Der 27-JĂ€hrige soll vorher selbst zum TĂ€ter geworden sein und 2016 auf einer Erdbeerplantage in der tĂŒrkischen Millionenstadt Antalya einen jungen Mann getötet haben. Er sei spĂ€ter nach Deutschland geflĂŒchtet, auch aus Angst, fĂŒr seine Tat getötet zu werden, hieĂ es von der Gemeinde. Der Onkel des damaligen Opfers sei nun der TĂ€ter von Frankfurt.


