Hubschrauberwrack geborgen - Weiter Suche nach Vermisstem
31.07.2025 - 15:50:05Der Hubschrauberabsturz bei einem Ăbungsflug der Bundeswehr in Sachsen gibt weiter RĂ€tsel auf. Auch an Tag drei nach dem UnglĂŒck suchten am Donnerstag etwa 200 Menschen nach einem vermissten Besatzungsmitglied, wie die Luftwaffe mitteilte. Das Wrack des Helikopters wurde zwar von der UnglĂŒcksstelle im Fluss Mulde bei Grimma geborgen. Zur Absturzursache gab es nach wie vor keine offiziellen Informationen.
Die Maschine war am Dienstagvormittag nach einer TiefflugĂŒbung im Ortsteil Bahren in den Fluss gestĂŒrzt. Zwei Bundeswehrangehörige wurden danach tot geborgen, ein drittes Besatzungsmitglied wurde vermisst. Wie die «Leipziger Volkszeitung» berichtete, durchkĂ€mmten Feuerwehrleute ein erweitertes Suchgebiet in der Hoffnung, die vermisste Person flussabwĂ€rts zu finden. Der militĂ€rische Sicherheitsbereich sei inzwischen aufgehoben, dort habe nun die Polizei einen Sperrbezirk eingerichtet.
MilitÀrs untersuchen Unfallursache
Ein Sprecher der Luftwaffe teilte am Donnerstagnachmittag auf dpa-Anfrage mit, ein Zugang zur Absturzstelle sei weiter nicht möglich: «Momentan laufen sowohl die Bergungsarbeiten nach den Wrackteilen als auch die Suche nach der immer noch vermissten dritten Person. Bis wann diese Arbeiten andauern werden, ist derzeit nicht absehbar.»
Die offizielle Untersuchung der UnglĂŒcksursache fĂŒhrt der General Flugsicherheit in der Bundeswehr - das militĂ€rische GegenstĂŒck zur zivilen Flugunfalluntersuchung. Nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums werden bei einer solchen Untersuchung alle möglichen Kategorien abgeklopft, so etwa Bauwerke in der NĂ€he, Technik des GerĂ€ts oder menschliches Verhalten.
An der Stelle wurde schon hÀufiger geflogen
Der Luftwaffensprecher erklĂ€rte, an Spekulationen werde man sich nicht beteiligen, sondern den Abschluss der Untersuchung abwarten. Er fĂŒgte hinzu: «Der Bereich der Absturzstelle ist ein ausgewiesener Flugbereich fĂŒr Hubschrauber der Bundeswehr und wurde im Rahmen der Aus- und Weiterbildung schon hĂ€ufig beflogen.»
In der «Leipziger Volkszeitung» wurde spekuliert, ob ein ĂŒber den Fluss gespanntes Stahlseil am Pegel Golzern bei dem Absturz eine Rolle gespielt haben könnte. Es dient dem Bericht zufolge dazu, die Durchflussmenge des Wassers zu messen. Der Luftfahrtexperte Heinrich GroĂbongardt sagte dem Blatt jedoch, Hubschrauber verfĂŒgten ĂŒber ein Kabelkappsystem, das vor UnfĂ€llen und Kollisionen mit Seilen, DrĂ€hten oder Kabeln schĂŒtzen solle. Auf Karten des Piloten seien Hindernisse auch eingezeichnet.
Unfallort nahe einer AutobahnbrĂŒcke
Der Absturz ereignete sich unweit einer BrĂŒcke der A14 ĂŒber die Mulde. Ein Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums hatte klargestellt, dass das Ăbungsprogramm fĂŒr Hubschrauberbesatzungen auch das Unterfliegen von Leitungen oder BrĂŒcken umfassen kann. Die Polizei hatte ein Hinweisportal fĂŒr mögliche Augenzeugen geschaltet.
Zu Alter und Geschlecht der verunglĂŒckten Personen machte die Bundeswehr keine Angaben. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD), der am Dienstagabend nach Grimma gekommen war, sprach von «zwei jungen Leben», die im Dienste der Bundeswehr ein jĂ€hes Ende gefunden hĂ€tten. Die Besatzung gehörte zum Hubschraubergeschwader 64 aus Holzdorf, an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Brandenburg.


