Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Nach Millionen-Coup: «Ich habe geheult vor Wut»

Veröffentlicht am: 30.01.2026 um 16:12 Uhr | dpa.de

Nach dem Gelsenkirchener Einbruch mit Millionen-Beute kritisieren GeschÀdigte die Kommunikation der Bank. Von sich aus habe die Bank sich erst nach Wochen gemeldet, eine Hotline war stÀndig besetzt.

  • Einer der ersten KlĂ€ger ist Joachim Alfred Wagner (r), der sich von Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann vertreten lĂ€sst.  - Bild: Dieter Menne/dpa
    Einer der ersten KlÀger ist Joachim Alfred Wagner (r), der sich von Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann vertreten lÀsst. - Bild: Dieter Menne/dpa
  • Nach dem Millionen-Einbruch in Gelsenkirchen fĂŒhlen sich Kunden schlecht von der Sparkasse informiert - Bild: -/Polizei Gelsenkirchen/dpa
    Nach dem Millionen-Einbruch in Gelsenkirchen fĂŒhlen sich Kunden schlecht von der Sparkasse informiert - Bild: -/Polizei Gelsenkirchen/dpa
  • «Ich habe geheult vor Wut», sagt der Sparkassen-Kunde Joachim Alfred Wagner.  - Bild: Dieter Menne/dpa
    «Ich habe geheult vor Wut», sagt der Sparkassen-Kunde Joachim Alfred Wagner. - Bild: Dieter Menne/dpa
  • Ein weiterer KlĂ€ger, der 46 Jahre alter GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel Oryan (links), sprach bei dem Termin von «Kommunikation Null». - Bild: Dieter Menne/dpa
    Ein weiterer KlĂ€ger, der 46 Jahre alter GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel Oryan (links), sprach bei dem Termin von «Kommunikation Null». - Bild: Dieter Menne/dpa
Einer der ersten KlĂ€ger ist Joachim Alfred Wagner (r), der sich von Rechtsanwalt Daniel Kuhlmann vertreten lĂ€sst.  - Bild: Dieter Menne/dpa Nach dem Millionen-Einbruch in Gelsenkirchen fĂŒhlen sich Kunden schlecht von der Sparkasse informiert - Bild: -/Polizei Gelsenkirchen/dpa «Ich habe geheult vor Wut», sagt der Sparkassen-Kunde Joachim Alfred Wagner.  - Bild: Dieter Menne/dpa Ein weiterer KlĂ€ger, der 46 Jahre alter GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel Oryan (links), sprach bei dem Termin von «Kommunikation Null». - Bild: Dieter Menne/dpa

Nach dem spektakulĂ€ren Millionen-Coup in einer Gelsenkirchener Sparkasse beklagen betroffene Schließfachkunden die Kommunikation der Bank. Wochenlang habe die Bank die Kunden nicht von sich aus angesprochen. Sie hĂ€tten selbst anrufen mĂŒssen, um herauszufinden, ob ihr Geld weg war. Eine von der Sparkasse geschaltete Info-Hotline sei stĂ€ndig besetzt gewesen, sagten mehrere GeschĂ€digte.

Die Sparkasse hat inzwischen angekĂŒndigt, am Montag eine Servicestelle fĂŒr betroffene Schließfachkunden eröffnen. Die Kunden sollten «transparent informiert» und beim weiteren Ablauf unterstĂŒtzt werden, versprach Sparkassenchef Michael Klotz laut Mitteilung. Kritik an ihren Sicherheitsvorkehrungen hat die Bank mehrfach zurĂŒckgewiesen. «Unsere Sicherheitsvorkehrungen sind auf dem anerkannten Stand der Technik und sind aktuell», erklĂ€rte eine Sprecherin. 

Anwalt Kuhlmann sieht gute Chancen vor Gericht

Der Sparkassenkunde Joachim Alfred Wagner sagte, er habe nicht nur Gold mit fĂŒnfstelligem Wert eingebĂŒĂŸt, sondern auch Schmuck von seinem Vater und den Großeltern - unersetzliche FamilienstĂŒcke. «Das ist bestimmt schon alles eingeschmolzen.» Das Schließfach habe er nach mehreren EinbrĂŒchen in seine Wohnung gemietet und gedacht, darin seien seine Wertsachen sicher. «Jetzt frage ich mich: Wo sollst Du denn noch hin - ich habe geheult vor Wut», sagte der 63-JĂ€hrige.

Wagner zÀhlt zu den ersten drei KlÀgern, die nach dem Millionen-Einbruch vor dem Essener Landgericht volle Haftung von der Bank verlangen. Bisher ist die Haftung auf maximal 10.300 Euro begrenzt. Das gelte aber nicht bei FahrlÀssigkeit der Bank, sagte Wagners Anwalt Daniel Kuhlmann bei dem Termin mit Mandanten in seiner Kanzlei in Datteln. 

Er habe einen renommierten SachverstĂ€ndigen eingeschaltet und sei ĂŒberzeugt, dass es MĂ€ngel bei den Sicherheitsvorkehrungen im Tresorraum gegeben habe. Die Klagen hĂ€tten gute Aussichten auf Erfolg.

«Die hatten meine Nummer. Warum rufen die nicht an?»

Ein weiterer KlĂ€ger, der 46 Jahre alter GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel Oryan, sprach bei dem Termin von «Kommunikation Null». Nachdem er tagelang nichts erfahren habe, habe er die Sparkassen-Hotline angerufen - drei bis vier Mal und immer vergeblich. Besetzt. Beim Anmieten seines Schließfaches habe er doch seine Telefonnummer angegeben. «Die hatten meine Nummer, warum rufen die nicht an», sagte er. 

Bei dem Einbruch Ende Dezember hatten die TĂ€ter mehrere Sicherheitssysteme ĂŒberwunden und sich direkt in den Tresorraum der Sparkassen-Filiale gebohrt. Dort rĂ€umten sie rund 3.100 KundenschließfĂ€cher aus. Der Gesamtschaden wurde kurz nach dem Einbruch von der Polizei auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschĂ€tzt, er könnte aber auch noch wesentlich höher liegen. Von den TĂ€tern gibt es trotz intensiver Fahndung aktuell keine heiße Spur.

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