Deutsche «Hondius»-Passagiere in Niederlanden gelandet
10.05.2026 - 20:32:00 | dpa.deVier deutsche Passagiere des von einem Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs sind mit einem Evakuierungsflug in den Niederlanden angekommen. Das von der Kanaren-Insel Teneriffa kommende Flugzeug mit insgesamt 26 Passagieren und Crewmitgliedern der «Hondius» landete am Abend in Eindhoven. Neben NiederlÀndern und Deutschen befanden sich auch Belgier und Griechen an Bord, alle ohne Symptome, wie das spanische Gesundheitsministerium vor dem Abflug mitteilte.
Am Flughafen warteten Spezialisten auf die Evakuierten, darunter Mitarbeiter des Roten Kreuzes sowie der Stadt Eindhoven. Wie die niederlĂ€ndischen Gesundheitsbehörden mitteilten, werden die Passagiere medizinisch untersucht. Die niederlĂ€ndischen Passagiere werden anschlieĂend nach Hause gebracht, wo sie sich sechs Wochen lang in hĂ€usliche QuarantĂ€ne begeben mĂŒssen.
Deutsche Passagiere werden nach Frankfurt gebracht
Die Deutschen sollen zunĂ€chst nach Frankfurt gebracht werden. FĂŒr den Transport wurden EinsatzkrĂ€fte der Feuerwehr Essen und der Feuerwehr Frankfurt angefordert, wie die Deutsche Presse-Agentur erfuhr. Sie sollen die vier Passagiere am militĂ€rischen Teil des Flughafens Eindhoven abholen. Noch in der Nacht geht es in einem sogenannten Sonderisoliertransport nach Frankfurt und anschlieĂend zur QuarantĂ€ne in die jeweiligen BundeslĂ€nder. Ăber die MaĂnahmen entscheiden die zustĂ€ndigen GesundheitsĂ€mter.
Einer der deutschen Passagiere des vom Hantavirus-Ausbruch betroffenen Kreuzfahrtschiffs «Hondius» soll in die Berliner CharitĂ© gebracht werden. Nach Angaben der zustĂ€ndigen Berliner Senatsverwaltung fĂŒr Gesundheit zeigt die Person bisher keine Symptome und kommt «aus der Region Berlin-Brandenburg».
Eine symptomfreie deutsche Kontaktperson vom Kreuzfahrtschiff «Hondius» soll in Baden-WĂŒrttemberg in hĂ€usliche QuarantĂ€ne gehen. Das teilte das Sozial- und Gesundheitsministerium in Stuttgart am Abend mit.
Mehrere EvakuierungsflĂŒge
Zuvor waren im Rahmen der Evakuierungsaktion auf der spanischen Urlaubsinsel drei Flugzeuge jeweils mit Spaniern, Franzosen und Kanadiern gestartet. Weitere Maschinen aus GroĂbritannien, Irland, der TĂŒrkei und den USA sollten bis zum Abend folgen. Am Montag sollen eine weitere Maschine aus den Niederlanden sowie ein Flugzeug aus Australien zum Einsatz kommen.
Die «Hondius» war am frĂŒhen Sonntagvormittag in den Hafen von Granadilla auf Teneriffa eingefahren. Auf dem Kreuzfahrtschiff waren zuletzt insgesamt 140 bis 150 ReisegĂ€ste, Besatzungsmitglieder und begleitende Experten aus 23 LĂ€ndern. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums war darunter eine mittlere einstellige Zahl von deutschen Staatsangehörigen. Nach Angaben des Schiffsbetreibers Oceanwide waren insgesamt sechs Deutsche an Bord.
Laut den jĂŒngsten Angaben der WHO gibt es sechs bestĂ€tigte Hantavirus-FĂ€lle und zwei VerdachtsfĂ€lle. Drei dieser acht Personen sind gestorben. Bei ihnen handelt es sich um ein Ă€lteres Ehepaar aus den Niederlanden und eine Frau aus Deutschland. Die WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem niederlĂ€ndischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte.
«Hondius» fÀhrt weiter nach Rotterdam
Sobald die Menschen von Bord sind, soll die «Hondius» ihre Fahrt mit einem Teil der Crew sofort fortsetzen und Richtung Niederlande steuern, unter deren Flagge sie fĂ€hrt. Erst nach der Ankunft im Hafen Rotterdam soll der Leichnam der an Bord gestorbenen Deutschen vom Schiff gebracht werden. Auch die Desinfektion des Schiffes wird in den Niederlanden vorgenommen. Bis nach Rotterdam ist die «Hondius» rund fĂŒnf Tage unterwegs. Wann sie dort ankommen soll, ist noch nicht bekannt.
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