Juwelendiebstahl im Louvre â Ermittler prĂŒfen Alarmanlage
21.10.2025 - 17:54:48Nach dem Diebstahl historischer Juwelen aus dem Pariser Louvre hat Frankreichs Kulturministerin Rachida Dati Probleme mit dem Sicherheitssystem des weltberĂŒhmten Museums bestritten. «Haben die Sicherheitsvorkehrungen des Louvre versagt? Nein, sie haben nicht versagt. Das ist eine Tatsache. Die Sicherheitsvorkehrungen haben funktioniert», sagte Dati am Dienstagnachmittag im Pariser Parlament wĂ€hrend einer Fragestunde.
Die Staatsanwaltschaft in Paris hatte am Morgen erklĂ€rt: «Die ĂberprĂŒfungen der FunktionsfĂ€higkeit der Alarmsysteme werden fortgesetzt.» Nach der Schilderung des Tatablaufs durch die Ermittler steht die Frage im Raum, ob der Alarm unverzĂŒglich beim Eindringen der Einbrecher in den Ausstellungssaal auslöste oder erst eine Minute, bevor diese durch das Fenster die Flucht ergriffen, durch das sie auch in das Museum hereingekommen waren.
Alarmanlage am Fenster defekt?
Der Historiker und GrĂŒnder des französischen Online-Magazins ĂŒber Kunstgeschichte, «La Tribune de l'Art», Didier Rykner, berichtete, das Alarmsystem an dem betroffenen Fenster sei vor einem Monat als defekt gemeldet worden. Er bezog sich dabei auf interne Quellen im Louvre, eine davon «an sehr hoher Position». Es sei fraglich, ob der Defekt zwischenzeitlich behoben worden sei.Â
Die TĂ€ter erbeuteten nach einer SchĂ€tzung der Konservatorin des Louvre SchmuckstĂŒcke und Juwelen im Wert von rund 88 Millionen Euro. Das sagte die Pariser StaatsanwĂ€ltin Laure Beccuau dem Sender RTL. Es handele sich um einen spektakulĂ€ren materiellen Schaden, noch höher sei aber der historische Schaden durch den Raub der KulturschĂ€tze.Â
Die StaatsanwĂ€ltin betonte, dass die Diebe niemals 88 Millionen Euro fĂŒr ihre Beute erhielten, wenn sie auf die «sehr schlechte Idee» kĂ€men, die SchmuckstĂŒcke auseinanderzunehmen und das Gold einzuschmelzen. Hoffentlich wĂŒrden die TĂ€ter darĂŒber nachdenken, ehe sie den Schmuck und die Juwelen zerstörten.
Organisierte KriminalitÀt verantwortlich?
Die Staatsanwaltschaft vermutet organisierte Banden hinter dem Raub im Louvre. Zum jetzigen Zeitpunkt deuteten alle Elemente auf die organisierte KriminalitĂ€t hin, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Die Tat werde nicht als RaubĂŒberfall, sondern als Einbruchdiebstahl bewertet.
Den TĂ€tern drohten wegen bandenmĂ€Ăigen Diebstahls bis zu 15 Jahre Haft. Zu einem möglichen Fortschritt bei der Fahndung nach den vier flĂŒchtigen TĂ€tern und ihrer Beute machte die Ermittlungsbehörde keine Angaben.Â
Interpol: KunstdiebstÀhle werden raffinierter und professioneller
Die weltweite Polizeibehörde Interpol berichtet mit Blick auf KunstdiebstĂ€hle, dass diese immer raffinierter und professioneller werden, insbesondere in der Planungsphase. Auch wenn ein Diebstahl schnell und einfach ausgefĂŒhrt zu sein scheine, seien oft monatelange Vorbereitungen erforderlich, teilte Interpol im französischen Lyon mit.
Die internationale Fahndungsbehörde unterhÀlt eine Datenbank zu gestohlenen Kunstobjekten, in der derzeit Details und Bilder von 57.000 Kunstwerken registriert sind.
Königliche BeuteÂ
Der aufsehenerregende Diebstahl aus der Herzkammer des französischen Kulturbetriebs macht weltweit Schlagzeilen. Vier maskierte TĂ€ter hatten nach Angaben der Staatsanwaltschaft am Sonntag einen Lkw mit einer HebebĂŒhne am Museum geparkt. WĂ€hrend zwei von ihnen auf Motorrollern warteten, gelangten die anderen beiden mit der HebebĂŒhne auf einen Balkon im ersten Stock und von dort durch ein Fenster in das Museum.
Die Diebe brachen zwei Vitrinen auf, nahmen acht kostbare SchmuckstĂŒcke frĂŒherer Königinnen und Kaiserinnen an sich â darunter mit Edelsteinen ĂŒbersĂ€te Diademe, Halsketten, Ohrringe und Broschen â und entkamen mit ihrer Beute.Â
Eines der Diademe ist in Deutschland auch von einem Hochzeitsfoto bekannt: Das Diadem der Kaiserin EugĂ©nie hatte Gloria FĂŒrstin von Thurn und Taxis 1980 bei ihrer Hochzeit in Regensburg getragen.
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